Nationalbank erhöht Leitzins auf 2,00 Prozent

Erster Anstieg seit fast zehn Jahren soll Inflationserwartungen eindämmen

Mittwoch, 10. Januar 2018

Die Inflation ist in den Herbstmonaten zwar innerhalb des Zielbereiches der BNR geblieben, lag aber über den Erwartungen. Im Bild: Nationalbankchef Mugur Isărescu
Archivfoto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Die rumänische Nationalbank (BNR) hat am Montag das erste mal seit dem Sommer des Jahres 2008 den Leitzins erhöht. Der Verwaltungsrat der Notenbank hat beschlossen beginnend mit dem 9. Januar 2018 den Leitzins von 1,75 auf 2,00 Prozent anzuheben, wie aus einer Pressemitteilung der BNR hervorgeht. Gleichzeitig wurden der Einlagesatz sowie der Spitzenrefinanzierungssatz – der Zinssatz zu welchem Geschäftsbanken kurzfristig Geld bei der Zentralbank parken bzw. ausleihen können – um jeweils 0,25 Prozent auf 1,00 bzw. 3,00 Prozent erhöht. Die verpflichtenden Mindestreserven blieben unverändert.

Die Nationalbank begründete die Leitzinserhöhung hauptsächlich damit, die Inflationserwartungen mäßigen zu wollen. Die jährliche Inflationsrate betrug im September vergangenen Jahres 1,77 Prozent, im Oktober 2,63 Prozent und stieg im November auf 3,23 Prozent. Dies ist zwar noch im Inflationszielbereich der BNR liegt aber über den Prognosen, so die Zentralbank. Die Preissteigerungen gehen vor allem auf gestiegen Elektrizitäts- sowie Treibstoffpreise, aufgrund erhöhter Steuern und einem höheren Rohölpreis, zurück.

Die Kerninflationsrate (CORE2) stieg ebenfalls von 1,82 Prozent im September auf 1,95 Prozent im Oktober und 2,3 Prozent im November. Diesbezüglich begründet die Nationalbank den beschleunigten Preisanstieg mit Inflationsdruck aufgrund des Konjunkturzyklus, steigenden Lohnstückkosten sowie den Auswirkungen des Wechselkurses.

In der Pressekonferenz nach der Sitzung des Aufsichtsrates am Montag erklärte BNR-Gouverneur Mugur Isărescu, dass die Nachfrage über dem Wirtschaftspotential sich entweder in einem größeren Handelsdefizit oder in steigender Inflation wiederfinden werde, wobei keine der beiden Konsequenzen zu wünschen sei. Der Beschluss von Montag werde die Wirtschaft nicht brüskieren und es werde erwartet, dass der Inflationsausblick gedämpft werde ohne die Kreditlast für die Bevölkerung und Unternehmen zu erschweren. Präventive Maßnahmen seien besser, als einzugreifen wenn Erwartungen aus dem Ruder laufen.

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