Nationalbank senkt die Inflationsprognose

Leitzins wurde auf das Rekordniveau von 2,75 Prozent reduziert

Donnerstag, 06. November 2014

BNR-Chef Isărescu rief die Banken zu einer lockereren Kreditvergabe auf.
Archivfoto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Die Nationalbank Rumäniens (BNR) hat die Inflationsprognose für dieses Jahr von 2,2 Prozent auf 1,5 Prozent gesenkt. Für das nächste Jahr sieht die Zentralbank 2,2 Prozent Inflation statt, wie bisher, 3,0 Prozent vor. Im August war die Inflationsprognose 2014 bereits von 3,3 Prozent auf 2,2 Prozent reduziert worden. Die jährliche Inflationsrate ist im September auf 1,54 Prozent gestiegen, nach 0,84 Prozent im August. Der Grund für die Senkung der Inflationsprognose sind  vor allem die anhaltend niedrige Nachfrage und die Aussichten betreffend Inflation und Wirtschaftsentwicklung in Europa. Am Dienstag hatte die Zentralbank erwartungsgemäß den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte von 3,0 Prozent auf den Rekordwert von 2,75 Prozent gesenkt. Das ist die dritte Leitzinssenkung seit August. Gleichzeitig reduzierte die Nationalbank die verpflichtende Rücklage bei Devisenkrediten von 16 auf 14 Prozent, bei Lei-Krediten blieb die Mindestreserve bei 10 Prozent.

Der Gouverneur der Nationalbank, Mugur Isărescu, erklärte in diesem Zusammenhang, dass es nun an den Banken liege,  die Kreditvergabe anzuschieben. Liquidität sei genug da. Gleichzeitig zeigte er sich zufrieden, dass das Bankensystem die Abhängigkeit von Krediten aus dem Ausland stark reduziert hat. Laut der Wirtschaftszeitung „Ziarul Financiar“ lag die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte im September 4,5 Prozent tiefer als ein Jahr zuvor und nahm um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat ab. Der BNR-Chef äußerte sich auch zu den gesunkenen Staatsinvestitionen und dem niedrigen Defizit – Premier Victor Ponta kündigte am Dienstagabend sogar einen Haushaltsüberschuss an. Laut Isărescu führen niedrigere Staatsausgaben kurzfristig zwar auch zu einem schwächeren Wirtschaftswachstum, sofern aber unrealistische Projekte sowie Korruption beseitigt würden, könne die Haushaltsdisziplin langfristig „enorme Fonds“ freisetzen.

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