Nationalparkverwaltung arbeitet illegal

... genehmigt aber laufend Kahlschlagforderungen seitens der Forstverwaltung

Montag, 13. November 2017

„Der Kahlschlag, den die Umweltschützer Mitte Oktober 2017 im Topliţa-Tal bei Franzdorf/Văliug und im weiteren Umfeld der Comarnic-Höhle mit Drohnen fotografiert und der Öffentlichkeit präsentiert haben und auf einem der von der Staatlichen Forstverwaltung RNP Romsilva verwalteten Forstareal stattfand und im Bereich des Nationalparks der Semenik – Karasch-Schluchten liegt, geschah unter den Bedingungen eines Verwaltungsvertrags zwischen RNP Romsilva und der Parkverwaltung, der Elemente der Illegalität beinhaltet.” (Zum Vorfall und seiner Enthüllung durch die Umweltschutzorganisationen hat die ADZ zum gegebenen Zeitpunkt einen Bericht veröffentlicht.)

Mit obigem Zitat beginnt die neueste Stellungnahme der Ökologischen Gruppe für Zusammenarbeit – „GEC Nera” – aus Orawitza, der aktivsten Umweltschutzorganisation des Banater Berglands, die vom Juristen und Ex-PNŢCD-Abgeordneten Cornel Sturza-Popovici geleitet wird. Zu den darin erwähnten „Elementen der Illegalität” heißt es erläuternd: „(...) der gegenwärtige Vertrag zwischen RNP Romsilva und der Verwaltung des Nationalparks sieht ausdrücklich in ,Art. 4.1.n‚’ und ,Art. 4.1.o’ vor, dass der Managementplan des Parks binnen zwei Jahren nach Unterzeichnung des Verwaltungsvertrags mit Romsilva ausgearbeitet und abgeschlossen werden muss. Inzwischen sind allerdings bereits drei Jahre vergangen. In der Zwischenzeit ist der Entwurf des Managementvertrags von der Verwaltung des Parks bei Romsilva hinterlegt worden, ,lagert’ aber dort irgendwo in den Schubladen und wartet wohl darauf, dass die zu schützenden Wälder des Nationalparks nach und nach gänzlich verschwinden.”

In der weiteren Erläuterung heißt es seitens GEC Nera: „Der Managementplan eines National- oder Naturparks ist das Basisdokument für die Anwendung des Gesetzes der geschützten Naturareale, eine Art Aufgabenheft für die Parkverwaltung und ein bedeutendes Kommunikationsinstrument mit allen interessierten Parteien, aber auch mit der im Raum des National- oder Naturparks lebenden Bevölkerung.”

Fehlt dieses Dokument als Handhabe einer Verwaltung von geschützten Arealen, tritt die Möglichkeit der Willkür und der Übertretung der Grundregeln des Bewahrens schützenswerter Natur auf, behauptet GEC Nera nicht ohne Grund: „RNP Romsilva verwaltet die Wälder des Nationalparks Semenik – Karasch-Schluchten ausschließlich nach eigenen Interessen, während die Parkverwaltung (die ohnehin von Romsilva bestimmt ist und aus deren Reihen kommt – Anmerkung des Autors) nichts anderes tut, als illegale Genehmigungen zum Bäumefällen zu erteilen, denn es ist schließlich und letztlich eine Struktur von Romsilva – womit sie auch die Interessen von Romsilva vertritt.”

Nachdem der Managementplan des Nationalparks Semenik – Karasch-Schluchten fertig war, hat das Ministerium für Umweltfragen – dessen Verpflichtung es sein müsste, dieses Dokument durch Ministerverordnung zum (Forst-)Gesetz zu erheben – „sich mit der Situation abgefunden, nicht mehr nachgehakt und dadurch der staatlichen Forstverwaltung RNP Romsilva die Art und Weise sozusagen verbürgt, wie die staatliche Forstverwaltung die geschützten Areale verwaltet”, so GEC Nera. Man versteht: selbst durch Kahlschlag.

Deshalb fordert nun GEC Nera die Regierung Rumäniens und ihr Ministerium für Umweltschutz auf, dringend folgende Schritte einzuleiten: „a) den Vertrag zwischen Romsilva und der Parkverwaltung, der von 2014 stammt, für ungültig oder beendet zu erklären und den Nationalpark Semenik – Karasch-Schluchten in die Verwaltung der Nationalen Agentur für Geschützte Naturareale (ANANP) zu überantworten; b) den Managementplan des Nationalparks Semenik – Karasch-Schluchten zu aktualisieren und zu genehmigen, indem die Eilverordnung 57/2007 der Regierung eingehalten wird; c) die Generalstaatsanwaltschaft zur Untersuchung gegen Unbekannt aufzufordern, wegen Taten, die vermutlich von Angestellten der RNP Romsilva begangen wurden, als sie die Weiterleitung des fertigen Managementplans des Nationalparks Semenik – Karasch-Schluchten 2014 sabotiert haben, der durch die Umweltschutzautoritäten bloß noch evaluiert und genehmigt hätte werden müssen.” Es sollen also jene Umstände untersucht werden, infolge derer der fertige Managementplan in den Schubladen von Romsilva vergraben wurde.

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