NATO-Gipfel im Zeichen der Aufrüstung in Osteuropa

Rumänien will „ausgewogene Stärkung“ der Ostflanke

Samstag, 09. Juli 2016

Bukarest (ADZ) - Die Staats- und Regierungschefs der 28 NATO-Staaten sind am Freitag in der polnischen Hauptstadt Warschau, der Wiege des einstigen gleichnamigen Militärbündnisses hinter dem Eisernen Vorgang, zu einem wegweisenden Gipfel zusammengetroffen, um zusätzliche Abschreckungsmaßnahmen gegen Russland bzw. neue Aufrüstungspläne für Osteuropa zu beschließen.
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte wenige Stunden vor Beginn des zweitägigen Gipfels, dass es angesichts neuer Bedrohungen im Osten und im Süden des Bündnisses gelte, „Präsenz und Entschlossenheit zu zeigen“. Bekanntlich fühlen sich die östlichen NATO-Staaten seit dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts verstärkt von Russland bedroht.

Die rumänische Präsidentschaft verlautete am Mittwochabend in einer Pressemitteilung, sich beim Gipfeltreffen für eine „ausgewogene und proportionale Präsenz“ der NATO „an ihrer gesamten Ostflanke“, eine gesteigerte Anpassungs- und Reaktionsfähigkeit des Verteidigungsbündnisses sowie für einen verschärften Fokus auf den Schwarzmeerraum einsetzen zu wollen. Der Delegation unseres Landes steht Staatschef Klaus Johannis vor, ihr gehören Außenminister Lazăr Comănescu, Verteidigungsminister Mihnea Motoc, die Präsidialberater Bogdan Aurescu, Ion Oprişor und Laurenţiu Ştefan sowie Generalstabschef Nicolae Ciucă an.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 12.07 2016, 20:12
Irgendwie habt ihr alle nicht unrecht...Die "Junge Welt" war zu DDR-Zeiten das "Zentralorgan" der FDJ,der SED-Nachwuchsorganisation,damals oft kritisch.Das die EU mittlerweile auch die Fühler Richtung Kaukasus ausstreckt,kann den Russen nicht gefallen(+alles,was dazwischen liegt)Da ist mehr diplomatisches Geschick gefragt,als Abschreckungsmaßnahmen.Ich persönlich traue weder den Amis noch den Russen...
Peter, 12.07 2016, 15:48
Hallo Maria, danke für Tipp über Gorbatschows Kommentar. Das klingt wirklich beunruhigend. Wenn Putin genauso denkt, dann müssen alle Parteien an einen Tisch zusammen kommen, um eine friedliche Lösung finden. Es ist 5 vor 12!
Maria, 12.07 2016, 13:33
Hallo Peter, da hast Du absolut recht mit dem Wortbruch. Das war sehr fatal, dass die östlichen Politiker dachten, die Westlichen halten sich ewig an ihre mündlichen Zusagen.

Was Gorbatschow aktuell nach dem NATO-Gipfel gesagt hat, klingt doch sehr beunruhigend.
Tourist, 12.07 2016, 10:40
gestern war ein sehr interessanter rumänischer Intellektueller auf Radio Romania Actualitati, der hat genau das gesagt, was ich auch immer sage. Ein Konfrontationskurs mit Russland ist ein Fehler, ein friedliches Miteinander wäre für beide Seiten ein großer Vorteil, nur die USA wollen genau das nicht und hintertreiben jegliche Initiative in diese Richtung. Es gibt also schon auch Stimmen in Rumänien, die nicht in den Chor der engstirnigen Atlantiker einstimmt.
Peter, 12.07 2016, 08:58
Hallo Maria, die Junge Welt kenne ich schon aus früheren Artikeln, die waren sehr oft stark nach links ausgerichtet. Das spielt hier aber weniger eine Rolle. Bei dem Vorgehen der westlichen Bündnisse (NATO und EU) muss man auch beachten das diese, schon kurz nach der Auflösung des Warschauer Paktes, wortbrüchig geworden sind. Gemeint ist die mündliche Aussage dass es keine Erweiterung der Bündnisse in Richtung Osten gibt. Hans Dietrich Genscher sagte damals, mit dem Tenor: "dass die Nato nicht beabsichtige, ihr Territorium nach Osten auszudehnen". Damit war gemeint, nur bis zur Grenze vom vereinten Deutschland.
Maria, 11.07 2016, 22:27
Hallo Peter, ich könnte die Jungewelt.de anhand dieses Artikels jetzt nicht so genau eingliedern. Einzig wichtig war mir, dass er die Beschlüsse der NATO benennt, die m. E. in keinster Form friedlich erscheinen. Im Gegenteil, die Aufrüstungsspirale dreht sich gewaltig weiter nach oben. Das kann so nicht gut sein.
Peter, 11.07 2016, 17:19
@Maria- Die Jungewelt.de ist sehr, sehr weit links angesiedelt. Einfacher gesagt unbelehrbare Kommunisten. Für mich sind die zu links-populistisch.
Peter, 11.07 2016, 13:21
Das ganze Dilemma ist, das die USA ein neues Feindbild brauchen.
Maria, 10.07 2016, 11:46
"Die östlichen NATO-Staaten fühlen sich seit dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts verstärkt von Russland bedroht." Diese ständige Jammerei u. zur Schau gestellte "Russenphobie" als Basis für provozierende Manöver, Abschreckungsmaßnahmen u. weitere Aufrüstungspläne, das ist das einzig Bedrohliche.
http://www.heise.de/tp/artikel/48/48761/1.html
Hoffentlich gibt es mehr Politiker, wie Steinmeier, die sich gegen ein weiteres "Säbelrasseln" Richtung Russland aussprechen.

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