Naturbewusst im Ferienlager

Junior Ranger im Tarcu-Gebirge

Mittwoch, 16. Juli 2014

Die Wisente in Armenis sind derzeit das Highlight der Gegend. Schüler erstellten im Camp Malereien zu diesem Thema. Foto: privat

Die Flora und Fauna im Gebirge hautnah erleben und dabei lernen sie zu schützen – fünf Tage lang werden Schüler dafür trainiert, am Ende sind sie Junior Ranger. Eine neue Auflage des Junior-Ranger-Camps im Tarcu-Gebirge ging vor kurzem zu Ende.

Naturschutz wird von kleinauf erlernt. Davon sind die Vertreter des Vereins „Altitudine“ im Banat fest überzeugt. „Wenn man die Mentalität der Erwachsenen nur noch schwer ändern kann, sind Kinder in dieser Hinsicht leichter zu erziehen“, sagt Loredana Stefanut, Vorsitzende des Vereins, der seit 2010 die Site Natura 2000 im Tarcu-Gebirge verwaltet. Das Naturschutzgebiet im Tarcu-Gebirge soll geschützt werden, darüber müssen sich auch die Einwohner der Gegend bewusst sein. So werden schon seit vier Jahren zahlreiche Informationskampagnen in den Schulen und sogar Ferienlager für Schüler jeden Sommer veranstaltet.

Das diesjährige Camp „Ranger Junior“ fand Anfang Juli statt. Insgesamt 40 Schüler aus acht Schulen aus den ländlichen Ortschaften rund um das }arcu-Gebirge, aus Teregova, Rusca Teregova, Armenis, Slatina Timis, Zavoi, Turnu Ruieni und Borlova nahmen daran teil. Das Ferienlager war für alle Teilnehmer kostenlos. Finanziert wurde das Camp durch das Projekt des Naturschutzgebietes und durch die Stiftung für Partnerschaft und Mol Rumänien.

Natura 2000 ist ein EU-weites Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten. Das Natura-2000-Netzwerk umfasste 2010 schon etwa 18 Prozent der ländlichen Gegenden in der Europäischen Union. Das Naturschutzgebiet }arcu ist auch Teil davon und soll von allen Einwohnern der Gegend besser erhalten bleiben.

Durch Spiele konnten die Kinder ihre Kenntnisse bezüglich des }arcu-Gebirges, seine biologische Vielfalt und die Gefahren, die dabei auftauchen, erweitern. „Sie durften selber erfahren, welche die Rolle eines Rangers in Naturschutzgebieten ist“, sagt Loredana Stefanut. Fünf Tage lang verbrachten die Schüler ihre Zeit in Poiana Marului, wobei zahlreiche Ausflüge veranstaltet wurden. Sie konnten so die Flora und Fauna der Gegend näher kennenlernen und zu einer besseren Information für Touristen beitragen. „Der beste Tag des gesamten Camps war der Aufstieg bis zum Netis-Gipfel, auf 2093 Meter – dort wo das Panorama am besten ist. Dabei konnten sie die Berggipfel Retezat, Godeanu, Tarcu und Semenic aus unmittelbarer Nähe erkunden“, erzählt die Veranstalterin des Camps.

Die Schüler nahmen auch an zahlreichen Werkstätten und Workshops teil und konnten anhand von Malerei die Gegend schildern. Die Materialien für ihre Malerei, kamen aus der Natur – Blätter, Blumen, Wurzeln oder Kohle wurden dabei benutzt. Im Mittelpunkt der Malereien stand das derzeitige Highlight der Gegend: Die Wisente, die im Monat Mai nach Armenis gebracht wurden. Die 20 Wisente, die im Raum Armeniş heimisch gemacht wurden, kommen durch Vermittlung des WWF Romania aus verschiedenen Reproduktionszentren Europas, vor allem aus Polen und der Ukraine, aufgrund eines Protokolls über Zusammenarbeit zwischen dem WWF Romania, dem EU-Programm Donau-Karpaten/Rewilding Europe und dem Gemeinderat von Armeniş. Die neuen Bewohner des Reservats bekamen neulich auch Nachwuchs. Der kleine Wisent ist ein Junge – noch wird ein passender Name für ihn gesucht.

Innerhalb des Junior-Ranger-Camps wurde auch die Erstellung eines Reiseführers für das Tarcu-Gebirge geplant. Die Schüler halfen dabei, indem sie Sitten und Bräuche aus ihren Gemeinschaften vorstellten. Das Buch soll in diesem Herbst herausgebracht werden und soll sowohl über die Flora und Fauna, sowie über die touristischen Attraktionen und die kulturellen Ereignissen der Gegend erzählen. Das Projekt des Altitudine-Vereins sieht auch mehrere Informationskampagnen vor, indem Schüler den Umweltschutz fördern. „Die Schüler werden in ihren eigenen Gemeinschaften dazu beitragen, dass alles, was sie hier lernen, auch vor Ort langfristig umgesetzt wird. Viele unserer Teilnehmer bleiben in Verbindung miteinander und versuchen dann weiter auch eigene Naturschutzprojekte zu entwickeln“, sagt Loredana Stefanut.  Partner des Projektes „Ranger Junior im Natura 2000-Site }arcu-Gebirge“ sind unter anderen das Umweltschutzamt Karasch-Severin, der Forstrevier Ferdinandsberg/Otelu Rosu, der Bürgermeisteramt Armenis, der Bio-Team-Verein und die acht Schulen aus den teilnehmenden Ortschaften.

Als Folge des Ferienlagers für Ranger im Tarcu-Gebirge werden in diesem Jahr zwei Ranger an einem internationalen Camp für Junior Ranger im Nationalpark Krkonose in Tschechien teilnehmen. Die rumänischen Ranger werden dabei das rumänische Naturschutzgebiet Tarcu vorstellen.

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