Neue Anstöße für die Tourismuspolitik

Christian Macedonschi beteiligte sich in Salzburg und Brüssel an Konferenzen mit Schwerpunkt nachhaltiger Tourismus

Samstag, 08. Oktober 2016

Am 27. September wurde der Welttag des Tourismus gefeiert. Auch zu diesem Anlass wurde in Salzburg und in Brüssel auf internationalen Tagungen über die Bedeutung eines nachhaltigen Tourismus gesprochen sowie Vorschläge zu dessen Förderung unterbreitet. Bei beiden Veranstaltungen war auch Kronstadt vertreten durch Christian Macedonschi, Stadtratsmitglied und Vorsitzender des Vereins zur Förderung und Entwicklung des Tourismus im Kreis Kronstadt/Brașov (APDT). Am 11. Oktober ist er auch beim Europäischen Tourismusforum in Bratislava dabei.
Nachhaltiger Tourismus versus Globalisierung

In Salzburg fand zwischen dem 25. und dem 27. September die 12. Konferenz Europäischer Regionen und Städte statt, die dem Thema Nachhaltigkeit gewidmet war. Eine der Podiumsdiskussionen hatte die Bedeutung des kulturellen und historischen Erbes für den regionalen Tourismus zum Thema. Die Begründung lautet: „Der Erhalt des kulturellen Erbes rückt immer mehr in den Vordergrund der Tourismusplanung. Nachhaltiger Tourismus ist besonders daran interessiert, das kulturelle Erbe zu bewahren und die regionale und lokale Identität zu bestärken.“ Das sei vor allem in einer zunehmend globalisierten Welt von großer Aktualität.

Bei der Konferenz, die vom Institut der Regionen Europas (IRE) veranstaltet wurde, hatte Christian Macedonschi auch die Gelegenheit, Gespräche mit dem Vertreter der Stadt Linz, Zeljiko Malesevic, zu führen. Linz ist bekanntlich in einer Städtepartnerschaft mit Kronstadt verbunden und war 2009 europäische Kulturhauptstadt. Bei den Gesprächen ging es um eine mögliche Zusammenarbeit beider Stadtverwaltungen in Bereichen wie Infrastruktur, städtebauliche Entwicklung und Mobilität, Gesundheitsbetreuung in den Stadtvierteln und nicht zuletzt Kultur und Tourismus, sagte Macedonschi. Die Tatsache, dass in Linz und Umgebung auch viele Rumänen anzutreffen sind, sei ein guter Grund, um in der Landeshauptstadt Oberösterreichs einen rumänischen Kulturverein zu gründen, der dann den Kulturaustausch zwischen den beiden Städten besser ermöglicht. Macedonschi ging auch auf die Linzer Erfahrungen in Bezug auf umweltfreundlichen Nahverkehr ein, von denen auch Kronstadt profitieren könnte. Der Linzer regionale Flughafen, gelegen zwischen den größeren Flughäfen in Wien und Salzburg, sei ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Entwicklungsstrategie des geplanten Kronstädter Flughafens, der ebenfalls nicht weit entfernt von anderen Flughäfen (Bukarest, Hermannstadt/Sibiu, Neumarkt/Tg. Mure{) liegen wird. Ein weiteres Treffen zu einer Zusammenarbeit beider Städte ist bereits für November geplant.
 

Auch Kronstadt will europäische Tourismushauptstadt werden

In Brüssel ging es bei einer vom Europa-Parlament organisierten Konferenz sowie bei einer Gesprächsrunde über den europäischen Tourismus, veranstaltet von der rumänischen EU-Parlamentarierin Claudia Țapardel, ebenfalls vorrangig um die Förderung eines nachhaltigen Tourismus. Von rumänischer Seite beteiligten sich an der Gesprächsrunde: Anca Nedea, Präsidentin der Nationalen Tourismusbehörde, Decebal Făgădău, Bürgermeister von Konstanza/Constanța, Christian Macedonschi, Corina Martin, Präsidentin des Verbandes zur touristischen Förderung und Entwicklung in Rumänien, Călin Ile, Präsident des Investorenverbandes im Bereich Hotellerie, Luciana Păunescu, Blue Air Romania, sowie Bogdan Moisii vom privaten rumänischen Reisebüro in der belgischen Hauptstadt. Bei den Gesprächen mit Vertretern von wichtigen europäischen Reiseveranstaltern und touristischen Netzwerken wie European Tourism Comission, Hotrec oder Necstour ging es um den Beitritt rumänischer Partner und um eine verstärkte Lobby, um Rumänien als europäisches Reiseziel besser zu profilieren.

In diesem Zusammenhang gab Christian Macedonschi bekannt, dass Kronstadt sich auch um den Titel einer europäischen Tourismushauptstadt bewerben will: „Selbst wenn wir es nicht geschafft haben, 2021 europäische Kulturhauptstadt zu werden, so werde ich alles unternehmen, damit Kronstadt den Titel einer europäischen Hauptstadt des Tourismus erhält. Zusammen mit der Industrie stellt der Tourismus einen der beiden wichtigen Entwicklungspfeiler Kronstadts dar. Bereits jetzt sind wir schon die touristische Hauptstadt Rumäniens als ganzjähriges Reiseziel“, sagte Macedonschi.

Das EU-Parlament schlägt in der Tat vor, den Titel einer europäischen Hauptstadt des Tourismus zu vergeben. „Das Europäische Parlament ist ein starker Verbündeter, wenn es darum geht, der Tourismuspolitik auf politischer Ebene die ihr gebührende Geltung zu verschaffen. Der (...) Vorschlag einer europäischen Tourismushauptstadt wird dazu beitragen, die tourismusbezogenen Tätigkeiten der Städte und Gemeinden stärker ins Blickfeld zu rücken“, erklärte István Ujhelyi, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender der Arbeitsgruppe für Fremdenverkehr des TRAN-Ausschusses. Eine „mutige und zielgerichtete EU-Politik“ im Tourismusbereich mit einer mehrjährigen Strategie käme den zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen zugute, die in diesem Bereich tätig sind, würde neue Arbeitsplätze schaffen und zur wirtschaftlichen Entwicklung vieler Regionen beitragen. Darüber hinaus bringt der Tourismus die europäischen Nationen näher zueinander. Das unterstreicht auch Christian Macedonschi: „Nur wenn wir gegenseitig unsere Traditionen und Bräuche kennen, können wir uns besser verständigen. Und die Verständigung zwischen den Bürgern Europas bildet die Grundlage des wirklich vereinten Europa. Dank dem Tourismus bringen wir den europäischen Gedanken möglichst nahe an den Bürger heran.“

Die Förderung des Tourismus in Europa soll auch das Hauptthema einer Konferenz sein, die im nächsten Jahr in Kronstadt anlässlich des Europa-Tages am 9. Mai stattfinden wird. Dabei soll es auch um EU-Fördermittel für den Tourismus gehen.

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