Neue Attraktion in der Törzburg

Samstag, 06. Juni 2015

hib. Kronstadt – Langsam macht sich in der Vermarktung des Schloss-Images von Törzburg/Bran eine Umstellung bemerkbar von der erfundenen Verbindung mit dem Ober-Vampir Dracula zur neueren Geschichte, als das Schloss von der rumänischen Königsfamilie oft und gerne benutzt wurde. Dazu gehört auch die neue Führungstrasse durch das Schloss: über den Fahrstuhl, den Königin Maria für den eigenen Gebrauch ausbauen ließ, in den waagerechten Korridor am Fuße des Dietrichfelsens bis hinter den als „Teehaus“ bekannten Pavillon im Schlossgarten. Dafür wurde der Fahrstuhl, den man ursprünglich irgendwann zwischen den beiden Weltkriegen für Warentransport im Schacht des Schlossbrunnens angelegt hatte, von einem Fassungsvermögen von zwei auf sechs Personen vergrößert und vollständig überholt.

Jahrzehntelang war dieser außer Betrieb gewesen und der waagerechte Tunnel in Verfall. Saniert und neu beleuchtet soll nun diese Trasse und die damit verbundene Legende den Besuchern zugänglich gemacht werden: Der einstige Brunnenschacht der aus dem 15. Jahrhundert stammt, soll auch als geheimer Fluchtweg gedient haben. Eine nicht nachweisbare Geschichte, die aber den Besuchern in dem kühlen Korridor den gesuchten Adrenalin-Kick geben soll.          

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 08.06 2015, 22:06
am allerwichtigsten wäre es, den Besuchern klar zu machen, dass diese Burg von den Kronstädter Sachsen gebaut wurde und jahrhundertelang Mitteleuropa vor den Einfällen nomadisierender Barbaren geschützt hat. Erst mit dem Aufkommen moderner Artillerie im 18. Jahrhundert wurde sie militärisch nutzlos und dann zum Fantasieobjekt romantischer Träumer und geschichtsverdrehender Nationalisten.

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