Neue Denkmalgebäude

Der alte Teil der Rieger-Fabrik wurde als Denkmal klassifiziert

Samstag, 22. März 2014

Hermannstadt - Bürgermeister Klaus Johannis und der Leiter des Kreiskulturamtes Răzvan Pop betrachten die Klassifizierung eines großen Teils der Gebäude der ehemaligen Independenţa-Fabrik als Denkmal der Kategorie B als positiv. „Die ehemalige Landmaschinenfabrik Rieger (die spätere Indepen-denţa) hat eine historische Relevanz als das erste Maschinenwerk in Siebenbürgen, vielleicht sogar in ganz Rumänien. Genau solche Industrie-Denkmäler fehlen in Hermannstadt“, sagte Pop. Begrüßt hat die Klassifizierung auch Bürgermeister Johannis auf der wöchentlichen Donnerstagspressekonferenz. Weniger erfreulich sei diese Tatsache für die Besitzer des stillgelegten Unternehmens. Johannis schloss den Kauf einiger Gebäude durch die Stadtverwaltung nicht aus. Das werde aber nicht so bald erfolgen können.

Die „Erste siebenbürgische Landmaschinenfabrik“ wurde Ende der 1860er Jahre vom Schmiedemeister Andreas Rieger aus Großpold gegründet. Der Verkaufsschlager der Fabrik war lange Jahre der „Rieger-Patent-Pflug“. Die 1878 eröffnete Eisengroßhandlung ermöglichte den lokalen Bauern den Erwerb von günstigen Werkzeugen sowie Gerätschaften und kurbelte die Modernisierung der Landwirtschaft an. Nach der Erweiterung am Anfang des 20. Jahrhunderts, stellte das Werk auch Rohre für Trink- und Abwasserleitungen her. Die Fabrik wurde am 5. Juli 1948 entschädigungslos enteignet. Unter dem Namen „Independenţa“ existierte der Industriekomplex bis zur Wende und beschäftigte zeitweise bis zu 10.000 Arbeiter. Nach 1990 wurde das Werk zerschlagen und in Teilen privatisiert, was Johannis ironisch als eine der „erfolgreichen Privatisierungen“ bezeichnete.

Der Leiter des Brukenthalmuseums, Dr. Sabin Luca, sprach vor wenigen Jahren von der Möglichkeit einer öffentlich-privaten Investition in die ehemaligen Fabrikgebäude. „Die Idee der Einrichtung eines Industrie-Museums in den Hallen der Rieger-Fabrik schwebt mir bereits seit fünf Jahren vor. Wenn wir mit den Besitzern zu einer gemeinsamen Lösung kommen, kann das Vorhaben innerhalb von zwei bis drei Jahren verwirklicht werden“, meinte er. Pop bestätigte die Notwendigkeit eines solchen Museums.
Angesichts der Tatsache, dass die noch vorhandenen Gebäude zu Baudenkmälern erklärt wurden, macht es schwer möglich, hier Profit bringende Tätigkeiten durchzuführen, meinte Johannis. Vermutlich werden die Inhaber nun danach trachten, diese Immobilie loszuwerden und ein Museum könnte in den nächsten Jahren entstehen.

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