Neue DSTT-Premiere mit Shakespeare

Die Tragödie “Titus Andronicus” in der Regie von Brian Michaels

Mittwoch, 09. Januar 2013

Im DSTT-Januarprogramm auch moderne Dramatik: „GESCHLaECHTER” von Neil LaBute ist am 27. Januar, 19.30 Uhr, zu sehen. Foto: DSTT

An die erfolgreichen Shakespeare-Inszenierungen an der deutschen Spielbühne Temeswar möchte man zum Jahresauftakt beim DSTT anknüpfen: Am Freitag, dem 11. Januar, um 19.30 Uhr hat “Titus Andronicus” von William Shakespeare Premiere im hauseigenen Saal. Nach dem durchschlagenden Erfolg bei Publikum und Kritik mit “Niederungen” nach Herta Müller in der Regie von Niky Wolcz, der ersten Premiere der laufenden Spielzeit Ende September 2012, soll diesmal nach der Inszenierung “Shaking Shakespeare” (Bearbeitung von Lia Bugnar und Regie von Radu Alexandru Nica) mit der Tragödie “Titus Andronicus” eine der weniger gespielten Stücke des großen Will aufgeführt werden. Übrigens hofft das Ensemble nach den Erfolgen der ersten Spielzeithälfte auf eine Fortsetzung in der zweiten Hälfte: Für das DSTT gab es seit September 2012 u.a. zwei erfolgreiche Premieren, “Niederungen” und “derdiedans”, Teilnahmen an den Festivals in Bukarest und Großwardein sowie fünf Landespreise.

Das Stück “Titus Andronicus” (englisch “The Most Lamentable Roman Tragedy of Titus Andronicus”), eine der frühen Tragödien von Shakespeare (Entstehung 1589-92), ist unter den Dramen Shakespeares kaum so bekannt wie die Tragödien “Hamlet”, “Othello” oder “König Lear”. Das Stück um den römischen Feldherr Titus Andronicus, den edlen Römer und Heerführer gegen die Goten, ein blutiges Drama um Macht, Rache und Leidenschaft, galt lange Zeit als das “schwarze Schaf” unter den insgesamt 38 Dramen von W. Shakespeare (1564-1616). T.S. Eliot nannte es gar “eines der dümmsten jemals geschriebenen Stücken”. In der Neuzeit fiel die Bewertung der Kritiker wie auch des Publikums weit besser aus, es wurden starke dramatische Akzente entdeckt und bedeutende Parallelen zu den späteren großen Stücken wie “Hamlet” oder “König Lear” gezogen. Im deutschen Sprachraum gibt es drei wichtige Bearbeitungen von Dürrenmatt, Heimer Müller und Botho Strauss. 1999 sorgte eine Verfilmung in der Regie von Julie Taymor mit Anthony Hopkins und Jessica Lange für Aufsehen.

Für die Spielleitung zeichnet als Gast am DSTT der bekannte englische Regisseur Brian Michaels. Der aus London gebürtige Regisseur hat sich schon früh als Spielleiter, künstlerischer Leiter und Schauspieler im studentischen und alternativen Theater einen internationalen Namen gemacht. 1975 gründete er das Gallus-Zentrum in Frankfurt, eine Kulturplattform für Immigrantengruppen. 1978 gründet er das Teatro Siciliano, das erste Immigrantentheater Westdeutschlands. Daraus ging 1981 das Gallus-Theater, eines der größten Alternativtheater in Deutschland, hervor. Seit 1994 ist er Professor für Schausüpielkiunst und Regie an der Folkwang- Kunstuniversität Essen.

Die deutsche Version des Stücks stammt von Hanns-Dietrich Schmidt. Für Bühnenbild und Kostüme zeichnet Ioana Popescu, für die Dramaturgie Valerie Seufert. In den Hauptrollen zu sehen Boris Gaza (Titus Andronicus), Radu Vulpe (Marcus Andronicus), Enikö Blenessy (Tamora), Konstantin Keidel (Quintus), Anne Marie Waldeck (Lavinia) und Georg Peetz (Aaron).

Nach der Premiere am Freitag, dem 11. Januar, folgt am Samstag, dem 12. Januar um 19.30 Uhr im DSTT-Saal eine zweite Vorstellung. 

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