Neue Firmendurchsuchungen beim Immobilienhai

DIICOT und ANAF gehen weiterhin „gegen die Tat“, nicht „gegen einen Täter“ vor

Donnerstag, 15. Januar 2015

Reschitza – Die zweite Woche des neuen Jahres hat in Reschitza mit weiteren Firmendurchsuchungen bei der Firma „Coda Serv“ des Immobilienspekulanten Costel Ciobanu, genannt „Barbălată“, begonnen. Und immer noch haben sich die Antikorruptionsstaatsanwälte nicht geäußert bezüglich konkreter Beschuldigungen, aber den Anfangsverdacht bestätigt und beibehalten, dass es sich um einen Fall von Steuerhinterziehung, Unterschlagung, getrickster Rückerstattung von (wahrscheinlich fiktiven) Mehrwertsteuerzahlungen und Aufbau eines organisierten Verbrecherrings handelt – ohne bisher „gegen bestimmte Personen“, sondern bloß „wegen des Tatbestands“ vorzugehen.

Nur: dieser Tatbestand muss erst Mal nachgewiesen werden, betont Rechtsanwalt Gheorghe Ciulei, ein ehemaliger Präsident des Reschitzaer Gerichtshofs, der den Besitzer der Firmengruppe Coda Serv, Barbălată, vertritt und der sich bisher betont unbesorgt zeigt wegen des Vorgehens von DIICOT und ANAF: „Die haben 2015 weitere Verträge und Schätzungsberichte mitgenommen. Voriges Mal nahmen sie vor allem Rechnungen mit. Jetzt wollen sie die dazugehörigen Verträge, um Rechnungen und Verträge untereinander abzugleichen. Bis zum heutigen Tag konnte ich aber noch keinen offiziellen Standpunkt von ihnen erfahren. Was ich aber mit Sicherheit bereits jetzt sagen kann, ist, dass die Firma, die jetzt von Kontrollen überrollt wird, den Staatshaushalt nicht geschädigt hat. Bei der ist alles auf den Tag genau abgezahlt, Steuern, Gebühren, dergleichen. Warten wir also erst mal in Ruhe ab, was genau die überhaupt nachweisen möchten!“

Fakt ist, dass die Antikorruptionsstaatsanwälte aus Mehedinţi, Temesch und Karasch-Severin in diesem Jahr viel diskreter vorgehen als bei ihren ersten Firmendurchsuchungen bei Coda Serv im Oktober-November 2014. Sie sind weniger auffällig, kommen mit weniger protzigen Autos und haben diese auch nicht den gesamten Tag über vor der Firma geparkt, damit man nur ja ihre Anwesenheit hier bemerkt. Andererseits war nach der firmeninternen Bestandsaufnahme der zeitweilig beschlagnahmten Dokumente klar, dass die Antikorruptionsstaatsanwälte ein Zeitraum von mindestens fünf Jahren interessiert. Aus inoffiziellen Quellen sickerte durch, dass DIICOT und ANAF dem Verdacht nachgehen, Costel Ciobanu sei der Kopf und Organisator eines Verbrecherrings, dessen Hauptbeschäftigung Steuerhinterziehung, getrickste Rückerstattung von Mehrwertsteuer (durch „Kreiselbewegungen von Rechnungen“ zwischen verschiedenen Firmen, bis sich deren Spur verliert) und Veruntreuungen sei. Von den Offiziellen, die sich mit der Untersuchung des „Falls Barbălată“ beschäftigten, hat bloß Adrian Stamatin, der Oberstaatsanwalt von DIICOT Karasch-Severin, bisher ein Statement abgegeben: es handle sich um einen „Fall von Strafverfolgung nicht gegen eine Person, sondern gegen die Firma Cod Serv“. Ob sich das Ganze auch noch gegen Personen konkretisieren wird, das hänge von der Überprüfung der einstweilig beschlagnahmten Dokumente ab.

Die Reaktion des größten Immobilienbesitzers von Reschitza/Reşiţa, Costel Ciobanu, war einigermaßen überraschend, wenn nicht gar befremdlich: seit Dezember schließt er reihum seine Cafés und Restaurants (sie heißen alle „Coda Vinci“ und sind mit Reproduktionen nach Graphiken von Leonardo geschmückt). Das einzige, das gegenwärtig noch offen ist, ist das Luxusrestaurant am Hauptplatz von Reschitza, doch wird gemunkelt, dass Barbălată es verpachtet habe an den Hauptsponsor des Reschitzaer Handballclubs HC Adrian Petrea – denn seit Mitte Dezember nehmen die Handballer des in die Erstliga aufstrebenden Clubs dort ihre Mahlzeiten ein. In dieser Richtung, des Abstoßversuchs seiner Immobilien, ist auch das Verkaufsangebot der Industrieseilbahn an die Stadt Reschitza zu sehen (ADZ und BZ berichteten).

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