Neue Hoffnung für Festung Ineu

Mittelalterliches Stadtfestival im Plan

Mittwoch, 25. Januar 2012

Ein Ort mit hohem touristischem Potenzial: Die Festung Ineu an der Weißen Kreisch heute Foto: privat

Arad - Nach vielen schönen aber gescheiterten Plänen zur Sanierung der Festung Ineu, Kreis Arad, in den letzten 20 Jahren gibt es nun doch neue Hoffnungen für ihre Wiederbelebung: Kurz vor Jahreswechsel konzessionierte die Stadtverwaltung Ineu die heruntergekommene Festung einer privaten Gesellschaft für eine Zeitspanne von 25 Jahren.

Laut Bürgermeister Nicolae Mehelean sieht der mit der betreffenden Firma geschlossene Vertrag ein großzügiges Budget von 15 bis 17 Millionen Euro zwecks Sanierung und Wiederbelebung der Festung, der Modernisierung des gesamten Baukomplexes, einschließlich aller Räumlichkeiten und Säle vor. Gemäß des Vertrags hat sich diese Firma dazu verpflichtet, die Festung nach deren Sanierung für den touristischen Kreislauf freizugeben. Hier sollen desgleichen Werkstätten für die Kinder der Stadt aber auch einige Klassenräume für den Geschichtsunterricht eingerichtet werden. Wichtigste Ziele sind die Einrichtung eines Geschichts- und Ethnografie-Museums und die Veranstaltung eines jährlichen mittelalterlichen Stadtfestivals nach dem Vorbild des Schäßburger Festivals. Gemäß des Vertrags wird die Kommunalverwaltung von Ineu 25 Jahre lang eine Jahresmiete von 8750 Euro vom Nutznießer kassieren, nach 25 Jahren wird die Festung in den Besitz der Stadt übergehen.

Die Kleinstadt Ineu, 56 Kilometer von der Kreishauptstadt Arad entfernt, liegt beidseitig an den Ufern der Weißen Kreisch, und zählt heute 10.000 Einwohner. Ihre Geschichte ist eng mit der der Festung verbunden, deren Existenz schon 1292 erwähnt wird. Die heutige Festung wurde in der Zeitspanne 1645–1652 an Stelle des alten der ungarischen Adelsfamilie Losonczy gehörenden Schlosses erbaut und gehörte zu der Festungskette gegen die jahrhundertealte Türkengefahr. Eine Gedenkplatte über dem westlichen Festungstor nennt Gabriel Haller als Bauherr. Der Plan dieser Festung zeigt eine Trapezform, die Bauten haben zwei Stockwerke, die Ecken werden von vier Rundtürmen flankiert. Den breiten Wassergraben um die Festung gibt es heute nicht mehr. Nach der Schlacht von Mohács (1526) wurde der Ort Teil des Fürstentums Siebenbürgen. 1566 eroberten die Türken die Festung. 1595 erlangte Siebenbürgen, 1599 kurzweilig auch Michael der Tapfere die Kontrolle über die Festung. Durch den Frieden von Karlowitz kam Ineu 1699 an Österreich-Ungarn. Die Burg verfiel langsam nach 1718, dem Frieden von Passarowitz.1870 wurde die Festung im neoklassischen Stil restauriert. Reparaturarbeiten wurden auch 1975-1976 durchgeführt.

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