Neue Straßen für Altbeba und Valcani, Großsanktpeter geht leer aus

PNDL: Wer nichts bekommen hat, hofft auf die nächste Finanzierungsrunde

Freitag, 02. Februar 2018

Temeswar (ADZ) – Insgesamt sechs Kilometer Dorfstraßen sollen in Rumäniens westlichster Gemeinde Altbeba/Beba Veche demnächst asphaltiert werden. Wie die Temeswarer Lokalpresse schreibt, handelt es sich um 4,1 Kilometer in der Ortschaft Altbeba und um fast zwei Kilometer im eingemeindeten Dorf Cherestur, nahe der ungarischen Grenze. In einer zweiten Etappe sollen weitere 6,3 Kilometer asphaltiert werden, dieses Mal auch in Pordeanu, dem kleinsten der drei Dörfer, die die Gemeinde Altbeba bilden. In Pordeanu gab es bei der Volkszählung von 2011 nur noch 62 Einwohner, in Cherestur 485 und in Altbeba selbst knapp 1.000. Für die Asphaltierung der Straßen in den drei Ortschaften soll die Regierung in Bukarest aufkommen, 5,4 Millionen Lei sind im Landesprogramm für ländliche Entwicklung PNDL vorgesehen. Aus Eigenmitteln hätte die Gemeinde ein solches Projekt nicht finanzieren können.
 

Im Dreiländereck von Altbeba, an der ungarisch-serbisch-rumänischen Grenze (Kübekháza – Rabe – Altbeba), hatte man schon vor mehr als einem Jahrzehnt gehofft, dass der Grenzübergang nach Ungarn permanent geöffnet werden kann, doch dazu ist es bisher nicht gekommen. Die Grenze wird für nur wenige Tage geöffnet, hauptsächlich im Monat Mai, wenn die Verwaltungen der Donau-Kreisch-Marosch-Theiß-Euroregion sich im Dreiländereck treffen und über gemeinsame Projekte beraten. Die Eröffnung eines Grenzübergangs nach Ungarn würde den Bürgern in der westlichsten Ecke des Kreises Temesch die Verbindung zur ungarischen Autobahn M5/M43 sowie zur rumänischen Autobahn A1 um etliche Kilometer verkürzen und auch zur Entwicklung des seit mehreren Jahren geplanten grenzüberschreitenden Gewerbegebiets beigetragen.

Ähnliche Investitionen finanziert die Regierung auch in der benachbarten Gemeinde Valcani. 7,1 Millionen Lei werden hier für die Asphaltierung mehrerer Dorfstraßen zur Verfügung gestellt, doch das Ministerium für Regionalentwicklung, öffentliche Verwaltung und europäische Fonds zeigte sich mit den Bürgern von Valcani durchaus großzügiger. Über das PNDL sollen hier 5,4 Millionen Lei in die Modernisierung der Trinkwasserversorgung und des Kanalisationsnetzes fließen, der Kindergarten soll für eine Million Lei saniert werden und 1,9 Millionen Lei stellt die Regierung für die Ausstattung und die Sanierung der Landarztpraxis zur Verfügung.

In Valcani, das sich 2004 von der Gemeinde Altbeschenowa/Dudeştii Vechi losgelöst hatte, wurden 2011 1350 Einwohner gezählt. 2014 wurde ein Grenzübergang nach Serbien (Vrbica) eröffnet, damals hatte sich der Temescher Kreisrat für den Ausbau der Beziehungen zum Nachbarland eingesetzt und sich für die Öffnung von drei neuen Grenzübergängen (Valcani – Vrbica, Lunga – Nakovo und Feny/Foeni – Jasa Tomic) starkgemacht.

Obwohl über das PNDL hauptsächlich Arbeiten an der Straßeninfrastruktur finanziert werden, hatten einige Gemeinden weniger Glück und gingen vorläufig leer aus. Die Temescher Gemeinde Großsanktpeter/Sânpetru Mare, die 2011 3145 Einwohner gezählt hat und über ein Straßennetz von 22 Kilometern verfügt (in Großsanktpeter und dem eingemeindeten Egresch/Igriş), musste sich mit den eigenen Haushaltsmitteln begnügen, da das Ministerium die Anträge der Gemeinde auf Finanzierung abgelehnt hat.

Insofern konnten in Großsanktpeter im vergangenen Jahr nur zwei Kilometer Schotterstraßen asphaltiert werden, sollte es eine weitere PNDL-Finanzierungsrunde geben, könnte auch Großsanktpeter an die Reihe kommen. So zumindest die Hoffnung der Gemeindeväter. In Großsanktpeter leben neben den mehrheitlichen Rumänen auch Roma (13,48 Prozent) und Serben (12,72 Prozent).

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*