Neuer Glanz im Festsaal

Abschluss der Renovierungsarbeiten in der Astra-Bibliothek gefeiert

Freitag, 01. Juni 2012

Martin Bottesch dankte den beiden Bibliotheksdirektoren für ihren Einsatz für die Renovierung des historischen Gebäudes. Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - „Alle unsere Kulturinstitutionen befinden sich in einem beneidenswerten Zustand“, befand Ion Nemeş-Vintilă. Der frührere Direktor der Hermannstädter Astra-Bibliothek meinte mit „unseren Kulturinstitionen“ nicht nur seine frühere Institution, sondern schloss die gesamte Kulturlandschaft der Stadt ein. Seinen Dank richtete er explizit auch an Martin Bottesch, den Vorsitzenden des Kreisrates Hermannstadt/Sibiu, unter dessen Ägide in den vergangenen Jahren Theater und Museen renoviert wurden.

Jüngstes Beispiel ist die Renovierung des Hauptsitzes der Astra-Bibliothek, die am Mittwoch mit einer feierlichen Zeremonie abgeschlossen wurde. Den Anstoß für die 2010 begonnenen Renovierungsarbeiten gab Nemeş-Vintilă. Zum 150. Jahrestag seit der Gründung des Siebenbürgischen Vereins für rumänische Literatur und die Kultur des rumänischen Volkes im Jahr 2011 sollte das „Vereinshaus“ in frischem Glanz erstrahlen, ein Antrag, dem der Kreisrat stattgab.

Rund 950.000 Lei stellte dieser für die Renovierung zur Verfügung. Die Arbeiten hätten in zwei Etappen stattgefunden, erklärte der aktuelle Direktor, Silviu Borş. Zuerst sei die Fassade des historischen Gebäudes sowie des Bibliotheksanbaus im Hof erneuert und gestrichen worden. Das Ergebnis ist bereits seit vergangenem Jahr sichtbar. In der zweiten Hälfte des Jahres 2011 verlagerten sich die Arbeiten in das Gebäudeinnere. Das großzügige Treppenhaus wurde renoviert. Alle elektrischen Leitungen seien ausgetauscht worden, sagte Borş, außerdem installierten die Arbeiter Brandmelder und eine Alarmanlage.

Prunkstück ist jedoch der Festsaal des Astra-Gebäudes, der in das Renovierungsprojekt mit aufgenommen wurde. Der repräsentative Raum mit Platz für über 200 Menschen wurde originalgetreu wiederhergestellt. Goldverzierter Stuck ziert die knapp 10 Meter hohe Decke. Statuen schmücken die Wände. Einst als Theatersaal konzipiert können heute wieder Stücke auf der Bühne aufgeführt werden. Gäste nehmen auf holzgeschnitzten Stühlen mit Lederbezug Platz.

Das Gebäude am gleichnamigen Park am Rande der Hermannstädter Altstadt gehört zu einer Reihe repräsentativer Gebäude, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in der Stadt entstanden. Eingeweiht wurde das Gebäude 1905 als Rumänisches Nationalhaus am Stadtpark auf den Fundamenten der früheren Stadtmauer. Architekt war Baranyai Aladar aus Zagreb. Ursprünglich beherbergte es ein historisches Museum, ein ethnografisches Museum, eine Bibliothek und den Astra-Vereinssitz

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