Neuer Kreisrat gegründet

PSD bewog einen der UNPR-Vertreter zum Verrat - sein Lohn: ein Posten

Samstag, 02. Juli 2016

Reschitza – Die schmierigen Verhandlungen um den Vorsitz des Kreisrats Karasch-Severin sind abgeschlossen. Ex-Präfekt und Ex-Staatssekretär Silviu Hurduzeu (PSD) ist mit 17 Stimmen inthronisiert worden. Ihm zur Seite steht als Vizepräsident Ionuţ Popescu von der PMP und Mihai Bona, ein Forstingenieur aus Franzdorf/Văliug, der die Übereinkunft der UNPR mit der PNL brach und beim Abstimmen mit der PSD wählte. Für seinen Verrat bekam er den zweiten Vizepräsidentenposten des Kreisrats und umarmte sich nach der Wahl emphatisch mit Hurduzeu.
Damit stand es bei der Abstimmung im Kreisrat 17 zu 14 Stimmen für die PSD+PMP und einen Verräter der UNPR, während die 13 PNL-Vertreter bloß auf die Stimme des zweiten UNPR-Kreisrats zählen konnten. Das wird zwar theoretisch in den Kreisratstagungen der kommenden vier Jahre nicht unbedingt so sein – der nachrückende UNPR-Vertreter versicherte hoch und heilig, seiner Partei treu sein zu wollen – aber so genau kann man das nicht wissen. Mit der Geste von Mihai Bona ist auch das Rätsel gelöst, das PSD-Chef Ion Mocioalcă den Medien aufgab, als er vom „Großen Donnerstag“/Joia Mare sprach und jedermann auf den Judaskuss des Neuen Testaments tippte: das war richtig, nur hatte die PSD einen Judas präpariert, nicht, wie erwartet, die PNL.

Im Kreisrat gibt es jetzt zwei Fraktionen, die Mehrheitsfraktion PSD/PMP (16 Stimmen), geleitet vom Volkswirt Ion Spânu (der selber schon Vizepräsident des Kreisrats war) und die Opposition von PNL/UNPR, unter Führung des Chirurgen Jaro Marsalik (15 Stimmen). Der neugewählte Kreisratspräses Florin Silviu Hurduzeu gab sich nach der Wahl besorgt bezüglich des Vertrauens der Wähler, das durch die schmierigen Verhandlungen zur Konstituierung des gegenwärtigen Kreisrats erschüttert wurde: „Wir müssen nun vorrangig daran arbeiten, das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. Ich selber habe mir vorgenommen, in den kommenden vier Jahren das zu verwirklichen, was mir im Wahlkampf immer wieder von den Bürgern gesagt wurde: Arbeitsplätze schaffen, die Verkehrsinfrastruktur verbessern, den Lebenskomfort der Bürger auf höhere Standards zu heben, indem weiterhin an der Siedlungswasserwirtschaft, der Abfallwirtschaft und der Verbesserung der materiellen Ausstattung des Bildungswesens gearbeitet wird.“

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