Neuer Ort – neue Impulse

Das Bukarester Goethe-Institut zieht um

Donnerstag, 19. Juli 2018

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Das Goethe-Institut zieht um! Nach elf Jahren in den beengten Räumen in der Tudor-Arghezi-Straße 8-10 geht es ins moderne, geräumige und vor allem repräsentative D’OR Business Center auf der Calea Dorobanților 32.

Der Komplex umfasst drei Gebäude: ein restauriertes Bauwerk von historischem Wert, ehemaliger Sitz des deutschen Kindergartens Nr. 85, ein multifunktioneller Pavillon und ein moderner Büroturm. Die Leitung,Verwaltung und deutsche Sprachabteilung des Goethe-Instituts werden im historischen Teil untergebracht. Im Büroturm sollen im ersten Stock sechs großräumige, helle Klassenzimmer entstehen, mit ultramoderner Technik und interaktiven Whiteboards ausgestattet. Ein speziell eingerichtetes Klassenzimmer wendet sich an das junge Publikum und in der Lounge kann man Wartezeiten und Pausen verbringen. Im Pavillion wird es einen ca. 100 Quadratmeter großen Veranstaltungsraum geben, der die Organisation eigener kultureller Events erlaubt. Darüber wird die Bibliothek eingerichtet, die neben dem klassischen Teil um einen Coworking Space und ein Game Hub erweitert werden soll. Damit soll vor allem das junge Publikum – etwa die Schüler des Goethekollegs oder die Studenten der Wirtschaftsuniversität ASE mit deutschsprachigem Zweig – angezogen werden. Denn der neue Sitz des Goethe-Instituts liegt in unmittelbarer Nähe zu beiden – „eine deutsche Ecke in Bukarest sozusagen“, wie es Dr. Evelin Hust, Direktorin des Goethe-Instituts, auf der Pressekonferenz am 12. Juli formuliert.

Zentraler, moderner, interaktiver

Auch Freelancer, Künstler oder an deutscher Kultur Interessierte können dort arbeiten, kreativ sein oder Gleichgesinnte kennenlernen. Nicht zuletzt soll die Nähe zum British Council oder zum Französischen Kulturinstitut neue Kooperationsmöglichkeiten erschließen und den intereuropäischen kulturellen Austausch fördern.

Die Gründe für den Umzug sind vielfältig, erklärt Evelin Hust. Zum einen war der alte Sitz von Anfang an nur als Übergangslösung gedacht, der Umzug seit 2015 konkret geplant. „Als ich nach Rumänien kam, wurde ich mit der Suche nach einem neuen Sitz beauftragt“, verrät sie. „Es sollte ein zentral gelegener und repräsentativer Ort sein - und ich bin überzeugt, wir haben ihn gefunden“. Nur 500 Meter von der U-Bahn Station Pia]a Romana entfernt, ist der neue Sitz für alle gut erreichbar. Der historische Charakter des Gebäudes, in dem früher der deutsche Kindergarten untergebracht war, stellt einen markanten Anhaltspunkt dar. „Ein Teil unseres heutigen Teams hat diesen Kindergarten sogar noch besucht“, schmunzelt Hust.

Wegen des Umzugs wird das Goethe-Institut zwischen dem 20. Juli und dem 4. August erst mal geschlossen sein. Am 13. August beginnen dann die Sprachkurse, am 3. September wird die Bibliothek eröffnet. „Und natürlich bereiten wir für unser Publikum und unsere Partner ein Eröffnungsfest vor, das für den 5. und 6. Oktober geplant ist“, kündigt die Direktorin an.

Im Veranstaltungsraum soll dann die Ausstellung „Games und Politics“ gezeigt werden, die sich mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung befasst. Sie demonstriert die Bedeutung von Spielen beim Erlernen der deutschen Sprache, aber auch zum Verständnis politischer Zusammenhänge und für Fragen der Identität. Nicht zuletzt seien Spiele ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der kreativen Industrie geworden, motiviert Hust.

Ein Lichtblick für die Deutschlehrerausbildung

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Zukunft wird die Kooperation des Goethe-Instituts mit der Fakultät für Fremdsprachen an der Universität Bukarest für die Ausbildung von Deutschlehrern sein, kündigt die neue Leiterin der Sprachabteilung, Sophie Engel, an. Ein entsprechender Vertrag wurde von ihrer Vorgängerin Christa Ganterer vorbereitet und ist bereits unterzeichnet. Die Weiterbildungsreihe „Deutsch Lernen Lehren“ (DLL) des Goethe-Instituts soll Absolventen des Fachs Germanistik im Masterstudiengang mittels Online-Modulen modernste Unterrichtsmethoden vermitteln. Ab 1. Oktober werden die Module erstmals für Studierende in Rumänien freigeschaltet. Eine Erweiterung des Programms ist angedacht. Zudem sind Praxis-Erkundungsprojekte (PEPS) geplant, wo in speziellen Modellklassen das Erlernte auf die Probe gestellt werden kann.

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