Neuer Raum für sensorische Integrationstherapie eingerichtet

Kinder mit Autismus werden kostenlos in der „Casa Faenza“ behandelt

Freitag, 04. November 2016

Die Tagesstätte der „Casa Faenza“ besuchen zur Zeit 56 Kinder mit Autismus. Hier bekommen sie professionelle Eins-zu-eins-Betreuung von ausgebildeten Heilerziehungspflegern.
Foto: Zoltán Pázmány

Eine kleine, blaue Regenjacke mit grüner Kapuze hängt an dem Kleiderhaken, darunter steht ein kleines Paar Sportschuhe. Sie gehören dem fünfjährigen David, der sich im Zimmer nebenan, sichtbar entzückt, die Plastikfische anschaut, die in einem vertikalen Behälter schwimmen. In dem Raum ist sanftes Blätterrauschen zu hören. David ist ein freundliches Kind und höchst energisch, wie jedes andere Kind in seinem Alter auch. Was ihn jedoch von anderen Kindern unterscheidet, ist die Art und Weise, wie er die Welt um sich herum wahrnimmt. David hat Autismus und besucht die Casa-Faenza-Tagestätte in Temeswar.

Seit Oktober können die Kinder, die die Tagesstätte „Casa Faenza“ im Soarelui-Stadtteil besuchen, in einem neuen Behandlungsraum therapiert werden. Es handelt sich um einen Saal für sensorische Integrationstherapie, der mit finanzieller Unterstützung des Kiwanis-Clubs Temeswar eingerichtet wurde. Die Temeswarer Wohltätigkeitsorganisation, die unter anderem auch das Kinderkrankenhaus „Louis Ţurcanu“ mit medizinischer Ausstattung unterstützt, reichte im Frühjahr einen Antrag auf Finanzierung bei der Internationalen Kiwanis-Stiftung aus den USA ein. „Wir waren höchst erfreut, als wir nur einige Monate später erfuhren, dass unser Projekt genehmigt wurde“, sagte Dan Kostyal vom Kiwanis-Club, der die Projektbeschreibung verfasste. Das Projekt sieht nicht nur die Einrichtung des besonderen Behandlungsraums vor, sondern auch die Ausbildung eines Therapeuten. Ab Januar soll sich eine Mitarbeiterin der „Casa Faenza“ an einem Online-Kurs zu diesem Thema beteiligen, zumal die Teilnahme vor Ort – allein in Birmingham gibt es eine derartige Ausbildung - die Kosten um ein Vielfaches überschritten hätte. Das Projekt mit dem Titel „Brücken bauen durch sensorische Integration“ hat einen Gesamtwert von 18.000 Euro, wobei die Hälfte der Summe von Kiwanis International zur Verfügung gestellt wurde und den Rest der Temeswarer Kiwanis-Club spendet.

Sein 2001 ist in Temeswar die Tagesstätte „Casa Faenza“ in Betrieb. „Aktuell werden hier 56 Kinder mit autistischen Zügen aus Temeswar betreut und behandelt“, ließ Vereinsleiterin Loredana Creţu wissen. Die Kinder sind zwischen 3 und 18 Jahre alt. Die ihnen angebotene Therapie ist kostenlos, denn die Kosten werden von der Stadt Temeswar getragen. Bis zu 70 Kinder könnten hier von der professionellen Behandlung profitieren, ließ Pädopsychiaterin Anca Sabău wissen. „Je früher man mit der Therapie beginnt, umso größer sind die Behandlungschancen“, sagte sie. Viele von den Kindern, die in der „Casa Faenza“ therapiert wurden, besuchen zurzeit gewöhnliche Schulen. „Bei einigen merkt man fast kaum noch die autistischen Züge“, fügte Anca Sabău hinzu. Da der Autismus auch mit der Störung von Sinneswahrnehmungen einhergeht, kommt der neue Behandlungsraum allen Nutznießern der Tagesstätte zu Gute. In dem Raum befinden sich unter anderem ein Wasserbett, ein Projektor, eine vibrierende Lampe sowie andere Gegenstände, die von den Therapeuten gezielt eingesetzt werden, um die Verarbeitung und Integration von Sinneseindrücken zu verbessern. Statistiken zufolge wird jedes hundertste Kind mit Störungen aus dem Autismus-Spektrum diagnostiziert.

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