Neuer Stallherr für Nonius

Pferdegestüt Izvin wird vom Temescher Kreisrat übernommen

Mittwoch, 10. Juli 2013

Die Hypotherapie gehört auch zu den Dienstleistungen des Pferdegestüts Izvin Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Das Pferdegestüt Izvin, Kreis Temesch, das älteste und bekannteste Pferdegestüt der Westregion, erhält baldigst mit der angekündigten Übernahme durch den Temescher Kreisrat einen neuen Herrn. Laut Kreisratsvorsitzenden Titu Bojin möchte der Kreisrat mittels einer verstärkten Sporttätigkeit im Izvin und einer gezielten Ausrichtung auf Tourismus diesem Gestüt mehr Attraktivität verleihen. In letzter Zeit war es vor allem aus Geldmangel leider allzu still um das Gestüt geworden, es war nur mehr rar an üffentlichen Veranstaltungen oder Reitsportwettbewerben beteiligt. Geplant ist, einen wertvollen Kern des Gestüts beizubehalten und zu fördern und auch Stallungen, Scheunen, Verwaltungsgebäude und das gesamte Gelände von nahezu 700 Hektar, zum Großteil Weideland, das sich derzeitig unter Verwaltung von Romsilva befindet, zu übernehmen. Das Gestüt zählt derzeit zirka 400 Pferde, der wertvollste Teil sind die Zuchtpferde der Rassen Nonius und Ardenner. Zur Verfügung stehen hier ein Verwaltungsgebäude, acht Ställe und zahlreiche Futterscheunen.

Bisher bot das Gestüt als Dienstleistung Deckhengste für andere Gestüte, Fachberatung für Staats- und Privatsektor, Pension für Pferde, Dressur und Training für Jungpferde sowie Reitkurse an. Das Gestüt wurde 1968 durch die Umsiedlung des Gestüts von Pădureni (damals 118 Stuten und 7 Deckhengste) gegründet.

Die hier gezüchteten Pferde gehören alten berühmten europäischen Pferderassen an. Der Nonius, Braune und Rappen, Arbeits- und Sportpferd, ist die älteste ungarische Warmblutpferderasse, die nicht auf die einheimischen ungarischen Rassen zurückgeht. Das ungarische Gestüt wurde 1816 in Mezöhegyes gegründet, Stammvater war der Anglo-Normänner Hengst Nonius. Der französische Hengst wurde 1815 von der österreichischen Armee nach Napoleons Niederlage erbeutet, nach Wien gebracht und dann 1784 nach Ungarn. Heute wird diese Rasse( Goldmedaille bei der Weltausstellung in Paris 1900) in Mezöhegyes, Hortobagy (Ungarn), in Serbien, Rumänien und Montenegro gezüchtet.

Die stämmigen, muskelbepackten Ardenner (Herkunftsgebiet Belgien, Luxemburg, Frankreich, Schweden), meist Schimmel aber auch Braune, sind vor allem als Zugpferde geschätzt. Der Ardenner zählt zu den ältesten französischen Pferderassen, die schon von den römischen Legionen aber auch den mittelalterlichen Rittern hochgeschätzt war.

Die ersten Pferdegestüte Rumäniens wurden schon 1870 bzw. bei Cislău, Rădăuţi, Lucina, Jegălia gegründet. 1920 erfuhr die Zucht von Rassepferden durch die Gestüte Sâmbăta de Jos , Bontida, Parţa, Ruşeţu und Mangalia einen Aufschwung. 2003 wurde ein beträchtlicher Rückgang der Zahl der Rassepferden aus den Gestüten, von 7114 auf 3680 Pferde, festgestellt. Seit 2002 gehören die Pferdegestüte zum Landesunternehmen der Wälder. Das Gestüt Izvin gehört zurzeit zu den zwölf wichtigsten Gestüten für Rassepferdezucht des Landes, zu denen u.a. die Gestüte Mangalia (arabisches Vollblut), Sâmbăta de Jos (Lipizaner), Lucina (Huzuler), Cislău (englisches Vollblut), Rădăuţi (arabisches Vollblut Shagya) oder Slatina (Deckhengste aller Rassen) zählen.

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