Neuerscheinungen über deutsche Kultur in Südosteuropa

Publikationen des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e.V. (IKGS)

Freitag, 18. Dezember 2015

In gesamt Südosteuropa ist die deutsche Sprache und Kultur Teil eines größeren multiethnischen Geflechtes. Sei es in der Bukowina oder in Siebenbürgen: Überall lässt sich der deutsche Einfluss spüren. In einer Publikationsreihe des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e.V. (IKGS) werden unterschiedliche Aspekte dieser deutschen Kulturlandschaft in Südosteuropa beleuchtet. Der Band „Partizipation und Exklusion. Zur Habsburger Prägung von Sprache und Bildung in der Bukowina. 1848-1918-1940“ beschäftigt sich mit dem besonderen Einfluss der Habsburgermonarchie auf Sprache und Bildung in der multiethnischen Bukowina. Hier entstand an der Grenze zum Russischen Reich 1875 eine deutschsprachige Universität. Sprache und Bildung förderten den sozialen Aufstieg und das literarische Schaffen in der Region, doch zugleich begleiteten sie nationalistische Tendenzen, sie waren Mittel zur Feindbildproduktion und besaßen die Qualität des Ausschlusses. Der Band versammelt Beiträge von Bukowina-Spezialisten wie etwa Andrei Corbea-Hoisie, Ion Lihaciu oder Peter Rychlo.

In einem weiteren Band wird anhand von Interviews das Leben und Schaffen deutscher Schrittsteller in Südosteuropa illustriert. In „Immer die Angst im Nacken, meine Erinnerung könnte versagen. Interviews mit deutschen Schriftstellern und Literaturwissenschaftlern aus Südosteuropa“ wird neben der Situation der Autoren in Südosteuropa auch deren Versuche, im Literaturbetrieb der Bundesrepublik Deutschland Fuß zu fassen, beschrieben. Das Buch „zu urkundt in das Stadbuch lassen einschreiben. Die ältesten Protokolle von Hermannstadt und der Sächsischen Nationsuniversität (1522–1565)“ erschien im Schiller Verlag Bonn-Hermannstadt und wurde vom IKGS gefördert. Das erste Stadtbuch von Hermannstadt ist ein historisches Dokument von besonderer Bedeutung. In ihm wurden sämtliche politischen Entscheidungen sowie alle Beschlüsse juristischer oder politischer Art festgehalten. Außerdem enthält der Band auch einige Urteile und Beschlüsse der Sächsischen Nationaluniversität.

Mit dem Leid und dem Überlebenswillen in die Sowjetunion deportierter Frauen und Männer befasst sich der Band „Lagerlyrik. Gedenkbuch 70 Jahre seit der Deportation der Deutschen aus Südosteuropa in die Sowjetunion“. Anhand von Gedichten, Zeichnungen und Fotos sollen Nachgeborene einen Einblick in das Leben und Leiden der Deportierten bekommen. 70 Jahre nach dem Beginn der Lagerzeit und 20 Jahre nach dem Erscheinen der ersten wissenschaftlichen Aufarbeitung der Deportation der Deutschen aus Rumänien in die Sowjetunion soll dieser Band das Leid und den Überlebenswillen der Deportierten den Nachgeborenen nahebringen. Wo und warum entstanden diese Gedichte und wie wurden sie aufgezeichnet? Alle vorgestellten Publikationen können beim Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas bestellt werden: Institut für deutsche Kultur und Ge-schichte Südosteuropas e.V. an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Halskestraße 15, D-81379 München, ikgs@ikgs.de, Tel. 0049 (0) 89 - 78 06 09 0, www.ikgs.de (kn)

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