Neues BMW-Werk: Nicht Deva, sondern Debrecen

Niederlage im Kampf um ausländische Investitionen

Donnerstag, 02. August 2018

Bukarest (ADZ) - Nachdem die BMW-Gruppe angekündigt hat, dass seine künftige Fabrik im ostungarischen Debrecen gebaut wird, beklagt die rumänische Wirtschaft den Verlust einer weiteren potenziellen Investition. BMW hatte zunächst auch den rumänischen Standort Deva geprüft, doch in Ungarn sei die Verkehrsinfrastruktur ausgezeichnet und das Humankapital entsprechend gut ausgebildet. Eine Milliarde Euro will der bayerische Riese nun in Debrecen investieren, um bis zu 150.000 Pkw herzustellen. Etwa 1000 Arbeitsplätze sollen entstehen, in der eher strukturschwachen Region Nordostungarn wird die BMW-Investition bereits groß gefeiert.

Für Rumänien ist sie eine weitere Niederlage im Kampf um die Gunst ausländischer Investoren. Vor zwei Jahren hatte Daimler die Erweiterung der Niederlassung in Kecskemet der Errichtung eines neuen Werks vorgezogen, Jaguar Land Rover entschied sich für die Slowakei. Ein 600 Millionen Euro teures Daimler-Motorenwerk entsteht nicht in Rumänien, sondern in Polen. Das mangelnde Interesse der europäischen Autoindustrie wird durch die schwache Verkehrsinfrastruktur und die mangelnde Ausbildung der Arbeitskräfte begründet.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter, 02.08 2018, 16:29
Das wundert mich nicht. Man kann von Portugal bis zur polnisch-russischen Grenze und von Dänemark bis zur Südspitze Italiens auf Autobahnen fahren. Nur nach der rumänischen Grenze ist nach ein paar Kilometer Schluss mit der Autobahnfahrerei. Wären wenigstens die Landstraßen OK aber was soll man erwarten von einer Straße aus den 60er und 70er Jahren, vielerorts wird einfach über den alten Betonbelag eine Teerdecke gezogen, Lebensdauer max. 2-3Jahre.
Zu den Fachkräften und Politiker nur so viel:
-Die fehlenden Fachkräfte arbeiten schon lange bei BMW, Daimler, VW usw. in Deutschland oder haben sich über den Rest der EU verteilt.
-Der ungarische, polnische oder slowakische Politiker fragt: Was können wir für euch tun? und der rumänische fragt: Was könnt ihr für mich tun?
Ihr müsst euch darüber klar werden, das die Welt nicht auf euch wartet.

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