Neuregelungen für Finanzamt angekündigt

Unterbrechung der Firmenaktivität leichter vermeiden

Donnerstag, 02. April 2015

Bei wenig gravierenden Verstößen soll es für Firmen einfacher werden, die Unterbrechung ihrer Geschäftstätigkeit zu vermeiden.

Bukarest (ADZ) - Nachdem das Finanzamt (ANAF) in den vergangenen Tagen immer stärker wegen angeblich übereifriger Kontrollen und Schließungen von Lokalen in die Kritik geraten ist, hat die Regierung am Dienstag Regulierungsmaßnahmen angekündigt. So sollen die Finanzkontrolleure nur dann den Geschäftsbetrieb einer Firma unterbrechen können, wenn die Differenz zwischen der sich tatsächlich in der Ladenkasse befindlichen Geldsumme und derjenigen, die per Kassenbons in Rechnung gestellt wurde, 300 oder 500 Lei übersteigt.

Laut Premier Victor Ponta soll es für Unternehmen, bei denen erstmals eine Zuwiderhandlung festgestellt wird, möglich sein, mit einer hohen Geldstrafe – zehnmal die von den Finanzkontrolleuren gefundene Differenz – die Unterbrechung der Geschäftstätigkeit zu umgehen. Diese Neuregelungen will die Regierung spätestens nächste Woche umsetzen.

ANAF wurde in letzter Zeit von mehreren Seiten – u. a. Unternehmer, Senatoren aber auch Präsident Klaus Johannis – kritisiert, sich zu sehr um belanglose Kleinigkeiten zu kümmern. Das Finanzamt selber gab am Montag in einer Mitteilung bekannt, dass es sich zu 90 Prozent um schwerwiegende Angelegenheiten kümmert und in mehreren Fällen Falschmeldungen verbreitet wurden.

Kommentare zu diesem Artikel

Ottmar, 02.04 2015, 20:38
Ich kann hier Konrad zu 100% zustimmen. Ist mir alles auch schon passiert. Wenn sie nichts finden suchen sie nach formalen Fehlern und wenn sie da auch nichts finden machen sie Falschbuchungen und schon haben den Grund für eine Strafe. Das kann sich keiner vorstellen, welcher Level in der rum. Administration herrscht. Das ist eine hervorragende Basis für Investoren. Das bestätigt mir jeder Deutsche Investor.
Camping Trei Ape Gerd, 02.04 2015, 19:59
Gott sei Dank, das war ja nicht mehr normal was ANAF hier in der letzten Zeit getrieben hatte. Im übrigen stimme ich Sraffa zu, was die Forbildung der rumänischen Finanzbeamten betrifft.
Konrad, 02.04 2015, 14:06
Es gibt fuer die Kontrolleure schon die richtige Titulierung;"katholischer als der Papst in Rom".

Fuer die Finanzbehoerden ist jeder Unternehmer ein potentieller Steuerhinterzieher und damit Straftaeter, und sie suchen mit der Lupe nach strafwuerdigen Sachverhalten. Wenn sie nicht fuendig werden, reiten sie auf "Formalfehlern" in der Administration herum, und wenn es nur ein Stempel an der falschen Stelle ist.

Ob dies wohl der Entwicklung eines gesunden Wirtschaftsklimas foerderlich ist ? Ach, uebrigens, Herr Sraffa, die "Schaetzungen" der deutschen Steuerbehoerden sind wegen grober Fehlerhaftigkeit beruechtigt, und die Finanzaemter bekommen wegen der Umkehr der Beweisfuehrung ( nicht das Finanzamt muss beweisen, dass sie richtig schaetzt, sondern der Betroffene muss beweisen, dass das Finanzamt falsch liegt ) recht.
Sraffa, 02.04 2015, 02:52
Es ist wahrscheinlich nicht nur mein Eindruck daß ANAF oft völlig unprofessionell Steuerbeitreibung vornimmt ; kurz : Die sind Ihrer Klientel oft weder intellektuell noch fachtechnisch gewachsen. Hier ist dringend Fortbildung nötig, will der Staat seine Besteuerung im Interesse Aller demokratisieren, d.h. verbessern !!
Sraffa, 02.04 2015, 02:44
Die faire Besteuerung steuerlich schwer kontrollierbarer Geschafte wie Restaurants macht überall Schwierigkeiten . In Deutschland schätzt das Finanzamt, die Ergebnisse werden fast immer vom Finanzgericht bestätigt !

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