Nicht „nur“ ein Job

Gespräch mit dem Kronstädter Fotografen Béla Benedek

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Selbstporträt eines leidenschaftlichen Fotografen.

Das neue Kronstädter Verwaltungszentrum kann auch in Grautönen plastisch sein. Fotos: Béla Benedek

Gelegentlich haben wir unsere KR-Artikel über Bachchor, „Diletto musicale“ oder Orgelsommer mit besonders ästhetischen, akkuraten Fotos illustriert, die einen Profifotografen vermuten lassen. Nicht nur, dass er leidenschaftlich fotografiert, er macht auch gerne Musik – als DJ oder als Mitglied des Jugendbachchors.
Sein Name ist Béla Benedek, er ist Kronstädter und Absolvent des Áprily-Lajos-Lyzeums sowie der Fakultät für Psychologie.

Béla betrachtet die Fotografie als Hobby-Beruf  und arbeitet für verschiedene Firmen, doch das Kronstädter „Shots Studio“ ist sein „absoluter Lieblingsort“. Seine Lichtbilder – Porträts, Landschaften, Architektur, minimalistische Fotos und „fotografische Geschichten“ – veröffentlicht er unter www.belabenedek.com  Seinen ersten Plattenspieler hat Béla 1998 gekauft, seither wächst seine Plattenkollektion kontinuierlich.  Als DJ mixt er „Musik mit positivem Vibe, beispielsweise House, Funky, Jazzy“. Positives Vibe und viel Kreativität strahlt er selbst aus. Mit  Béla Benedek unterhielt sich für die KR Christine Chiriac.



Seit wann interessierst du dich für Fotografie?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich zur Fotografie gefunden habe, oder sie zu mir. Sicher ist, dass ich diese Leidenschaft zuerst bei meinem Vater beobachten konnte, als ich noch ein kleines Kind war. Er hatte zu Hause ein improvisiertes Studio für die Entwicklung der Fotos. Als ich etwas älter wurde, besuchte ich Fotografikkurse im sogenannten „Palast der Kinder“.

Schließlich drückte mir mein Vater eines Tages seine Kamera in die Hände. Ich hatte einen Schwarzweißfilm zur Verfügung. Als ich dann die Fotos entwickelte, gab ich mir plötzlich Rechenschaft, wie großen Spaß das macht. Später habe ich meine erste eigene Kamera gekauft  – ich war bereits vom Bazillus der Fotografie angesteckt und konnte nicht mehr geheilt werden. Der Vorgang ist nicht abgeschlossen.

Wie kamst du zum Bachchor?

Auf Anregung meiner Frau, die Musik studiert hat und seit 2009 Chormitglied ist. Meine Freude an der Musik ging schon immer und geht auch jetzt parallel zu der Freude an der Fotografie. Ich schätze mich glücklich, dass ich diese schönen Menschen kennengelernt habe, die im Bachchor singen. Vor allem mit dem Jugendbachchor haben wir mehrere Tourneen und vieles andere unternommen.

Wo hast du Fotografie „richtig“ gelernt? Oder bist du Autodidakt?

Großteils bin ich Autodidakt. Wie gesagt, manches habe ich zu Hause gelernt, doch vieles habe ich mir selbst beigebracht, indem ich dieser Arbeit ganz viel Zeit gewidmet habe. Ich lese stets die aktuellsten Zeitschriften aus der Branche und verfolge alles, was mit der Fotografie zu tun hat. Schließlich, um auch „in den Akten“ Fotograf zu sein, habe ich Kurse besucht.

Arbeitest du zurzeit als Fotograf oder ist das vorläufig „nur“ ein Hobby?

Zurzeit ist mein Hobby zugleich meine Einnahmequelle. Ich freue mich unheimlich, dass es nicht „nur“ ein Job ist, sondern auch Riesenspaß macht. Ich bin so begeistert von dieser Arbeit, dass ich sie weiterhin eher als Hobby betrachte.

Welches sind deine Lieblingsthemen?

Ich liebe Menschen, und deshalb liebe ich es, Erlebnisse, Gesten, Ausdrücke, Augenblicke fotografisch festzuhalten. Die Porträts sind meine Lieblingsgattung, was nicht bedeutet, dass mich nicht auch andere Themen faszinieren – beispielsweise Architektur, Fotoreportagen...

Wo findest du deine Inspiration?

Mich inspiriert ganz besonders das Licht, die Verknüpfung von Licht und Schatten. Ich mag die dunklen, traurigen Themen nicht.

Vielleicht eine etwas unmittelbare Frage: Kann man in Kronstadt von der Fotografie leben?

Das ist eine lustige Frage! Ich kann davon leben, weil ich nicht so großen Wert auf Produkte, auf materiellen Wohlstand lege. Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe, und sehne mich nicht nach „schillernden“ Objekten oder Luxus.

Mit welchen Kameras arbeitest du?

Ich habe mit Canon begonnen und bin bis heute dieser Marke treu geblieben. Leider ist die Fotografie in dieser Hinsicht keine preisgünstige Beschäftigung. Die Investition in Geräte ist ziemlich üppig. Und: Je mehr man hat, desto mehr will man kaufen.

Auf deiner Homepage gibt es viel moderne Architektur. Ist Kronstadt architektonisch für dich interessant?

Die Kronstädter Gegend ist, wie wir wissen, kein Vorposten der modernen Architektur. Aber das heißt nicht, dass es mir keinen Spaß macht, immer wieder neue Betrachtungswinkel, neue Perspektiven unserer schönen Bauten zu entdecken.

Für wen arbeitest du gewöhnlich?

Es wäre mir schwer, eine Liste zu erstellen, weil ich mit sehr vielen Menschen und Firmen zusammenarbeite. Auf meinem Blog veröffentliche ich Infos zu manchen Projekten.

Hast du Lieblingsfotografen?

Ja, viele. Zum Beispiel David LaChapelle, Joey Lawrence, Chris Orwig, Vlad Eftenie, Brassai, Diane Arbus…

Hat die rumänische Fotografie internationales Niveau?

Mit Sicherheit gibt es in Rumänien erstklassige Fotografen. Das bestätigen unzählige Wettbewerbe, die von rumänischen Fotokünstlern gewonnen werden.

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