Nichts Auffälliges entdeckt

Anbefohlene Kontrolle im Krankenhaus Reschitza

Freitag, 13. Juni 2014

Die Kontrollen in den Krankenhäusern nehmen kein Ende. Auch wenn sie meist nicht so laufen, wie von Bukarest angekündigt, und immer die Staatsanwaltschaft die erste Geige spielt, wenn es um die Aufdeckung von Korruptionshandlungen geht – Zeit und Geld geht bei jeder Kontrolle drauf und diejenigen unter den Ärzten werden gestört, die ehrlich ihren Job machen, während die Profiteure der Lücken und Mängel des Systems lernen, wie sie cleverer vorgehen müssen, indem sie genauestens die Vorgangsweise der, mehr oder weniger engagierten, Kontrollgruppen verfolgen bzw. sich darüber berichten lassen. So die Zusammenfassung, mit der eine Bekannte, Ärztin im Reschitzaer Notfall-/Kreiskrankenhaus, uns die Lage darstellte.

Denn in den jüngst vergangenen Wochen hat eine Überprüfungs- und Monitoringkommission der Krankenversicherungskasse des Verwaltungskreises Karasch-Severin (CJAS-CS) die drei Abteilungen des Notfallkrankenhauses Reschitza gefilzt, die sich (als Spiegelbild der Vorgänge in Bukarest, wo Schönheitsoperationen als „Notfall-OPs“ bei der Krankenkasse abgerechnet wurden, wobei sie von den Bukarester Diven, parallel dazu, auch privat an die Ärzte oder deren Privatfirmen bezahlt wurden), laut Erkenntnissen des Gesundheitsministeriums, am besten für getarnte Schönheitsoperationen und getrickste Abrechnungen eignen: die Chirurgieabteilung, die Abteilung für HNO und die Obstetrik-Gynäkologie. Es ging um die Überprüfung der Patientenaufnahme in diese Abteilungen, um ungerechtfertigte (bzw. auf Wunsch der Patientinnen vorgenommene) Eingriffe, die bei der Krankenversicherung abgerechnet wurden.

Das schrieb das Gesundheitsministerium den Kontrollgremien als „Thematik“ vor – und überprüft wurden vor allem die Dokumente, die in diesem Abteilungen verkehrten, und in einigen Fällen gab es auch Befragungen von Patienten, die in den vergangenen Jahren in diesen Abteilungen behandelt wurden.

„Das Ergebnis der Kontrolle hat gezeigt, dass in keiner einzigen der drei Abteilungen unseres Krankenhauses Kranke aufgenommen wurden, die eine medizinische Notwendigkeit der Krankenhausbehandlung sowie deren Ablauf im Einklang mit der Pathologie des Patienten in Frage stellen, mit Diagnosen, die nicht stimmten oder Eingriffe, die nicht im Einklang mit der Pathologie der Patienten gestanden hätten“, sagte Dr. Dumitru Secăşan, der Manager des Reschitzaer Notfallkrankenhauses SJUR.

„Genau genommen, war die Kontrolle in diesen drei Abteilungen eigentlich eine Grundsatzkontrolle, wie wir sie alle sechs Monate erleben, wenn die Krankenversicherungskasse CJAS sich alle Abteilungen des Krankenhauses vornimmt“, erläuterte Dr. Secăşan, „was übrigens bis vor wenigen Jahren bloß alle zwei Jahre einmal geschehen ist... Deshalb haben wir auch bereits begonnen, einen Kontrollbericht zu skizzieren – und niemand sollte durch diese irgendwelche `Wunder` erwarten, denn es ist ziemlich genau so gekommen, wie ich es zu Beginn dieser Kampagne vorausgesehen habe: Es hat hier keine flagranten Gesetzesübertretungen gegeben. Keiner hat in unserem Krankenhaus seine Schönheitsoperation gemacht und die OP anderswo abgerechnet!

Zusammen mit einer Kollegin von der Direktion für Öffentliche Gesundheit (DSP) haben wir das Krankenhauses auch wirtschaftlich-finanziell durchleuchtet“, sagte der Manager des größten Krankenhauses des Banater Berglands, „und einmal mehr wurde klar, wieso alle staatlichen Krankenhäuser Verluste schreiben hinsichtlich der Kosten pro Patient. Daran wird sich auch nichts ändern im neuen Rahmenvertrag zwischen unserem Krankenhaus und der Krankenversicherungskasse, der am 1. Juni in Kraft trat – bis auf eine Kleinigkeit: Die Abteilung für Anästhesie und Intensivtherapie (rumänisches Kürzel: ATI) wird ab nun direkt vom Gesundheitsministerium finanziert. Das finden wir, die Führungsebene, als einen bemerkenswerten Fortschritt, das ist gut so und eine reelle Hilfe, weil das eine finanzielle Entlastung für das Notfallkrankenhaus des Kreises ist.“

Dem pflichtete auch der Ex-Gewerkschafter Nicolae Drăgan bei, der als Leiter des Kontrollgremiums der Versicherungskasse des Verwaltungskreises fungierte. Die jetzige Kontrolle sei in seinen Augen insofern nützlich gewesen, als die anstehende Halbjahreskontrolle der CJAS nun diese Abteilungen nicht mehr über die vergangenen sechs Monate filzen muss, sondern bloß über ein paar Wochen, es also einen Zeitgewinn gibt, meinte Drăgan.

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