Niedrige Umsätze bestimmen das Börsenbild in Bukarest

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 24. November 2015

Das Fehlen großer Aktienpakete im Handel an der Bukarester Börse machte sich in der vergangenen Woche bemerkt. Der Umsatz mit Aktien betrug in der Summe 34,6 Millionen Euro und lag somit gut 65 Prozent unter dem Umsatz der Vorwoche. Damals hatte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung eine Beteiligung an der Banca Transilvania abgestoßen und den Umsatz so gestützt. In der vergangenen Woche wurden die höchsten Umsätze wie gewohnt mit Aktien des Fonds Proprietatea (FP, 0,818 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) erzielt. Wie auch in der Vorwoche befanden sich der Erdgaserzeuger Romgaz (SNG, 28,75 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) und die Banca Transilvania (TLV, 2,6 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) unter den umsatzstärksten Emittenten der Woche. Ein Grund für die neue Lustlosigkeit an der BVB könnte im Ende der Berichtssaison liegen, aber auch in der Zurückhaltung der Anleger angesichts der bestehenden Terrorwarnungen.

Berichtssaison beendet – ein Überblick

Allgemein lässt sich zum Ende der Berichtssaison sagen, dass Unternehmen aus der Rohstoff- und jene aus der Baubranche die besseren Karten für Anleger waren. Das gilt für Emittenten wie Alro (ALR, 1,4 Lei, ISIN ROALROACNOR0), Prodplast (PPL, 2,48 Lei, ISIN ROPRLAACNOR7) und Teraplast (TRP, 0,746 Lei, ISIN ROTRPLACNOR7) oder Impact (IMP, 1,205 Lei, ISIN ROIMPCACNOR0) und Cemacon (CEON, 0,354 Lei, ISIN ROCEONACNOR0). Auch Unternehmen aus der Rüstungsindustrie entpuppten sich als Glücksgriff für Anleger, hier seien Aerostar (ARS, 2,7 Lei, ISIN ROAEROACNOR5) und Turbomecanica (TBM, 0,0336 Lei, ISIN ROTBMBACNOR9) erwähnt. In der Energiebranche hingegen musste man schon mehr Glück und auf die richtigen Aktien gesetzt haben: Während Electrica (EL, 11,96 Lei, ISIN ROELECACNOR5) und Nuclearelectrica (SNN, 6,97 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) höhere Gewinne einfuhren im Vergleich zur Vorjahreszeitspanne, blieb die Leistung von Transgaz (TGN, 267 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) und Transelectrica (TEL, 28,55 Lei, ISIN ROTSELACNOR9) fast unverändert. Bei den Banken tat sich vor allem BRD (BRD, 12,54 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) hervor mit guten Ergebnissen. Nicht so gut erging es erwartungsgemäß den Emittenten aus der Erdölbranche. OMV Petrom (SNP, 0,303 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) leidet auch weiterhin unter den niedrigen Erdölpreisen, ebenso wie Anbieter und Dienstleister wie Conpet (COTE, 74 Lei, ISIN ROCOTEACNOR7). Der Börsenbetreiber BVB (BVB, 30 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0) wird von den niedrigen Aktienumsätzen belastet.

Gewinner und Verlierer der Woche

Von den 72 gelisteten Aktien verzeichneten 24 steigende Kurse. 16 Emittenten freuten sich über gleichbleibende Kurse, während 32 die Handelswoche mit Kursverlusten abschlossen. Die höchsten Gewinne erzielten der Glashersteller Stirom (STIB, 7,2 Lei, ISIN ROSTIBACNOR1), der die Woche mit einem Plus von 10,8 Prozent abschloss, der Elektromotorenhersteller Electroputere (EPT, 0,0274 Lei, ISIN ROELPUACNOR3) mit einem Wochengewinn von 6,2 Prozent und der Bekleidungshersteller Conted (CNTE, 58 Lei, ISIN ROCNTEACNOR9) mit plus 5,4 Prozent. Die höchsten Kursverluste verzeichneten hingegen der Maschinenbauer Mecanică Fină (MECE, 5,22 Lei, ISIN ROMECEACNOR3), der Hotelbetreiber SIF Hoteluri (CAOR, 2,1 Lei, ISIN ROCAORACNOR9) und der Maschinenbauer UAMT (UAM, 0,768 Lei, ISIN ROUAMTACNOR1). Sie verloren 25,4 Prozent (MECF), 12,5 Prozent (CAOR) und 10,5 Prozent (UAM).

Banca Carpatica – kleiner Ausblick

 

Möglicherweise werden die Aktien der Banca Comercială Carpatica (BCC, 0,121 Lei, ISIN ROBACRACNOR6) in nächster Zukunft in den Fokus geraten. Die Bank soll verkauft werden, hieß es aus Kreisen der rumänischen Notenbank. Der US-amerikanische Private Equity Fonds J. C. Flowers habe Interesse an der Bank bekunden. BCC-Aktien legten in der vergangenen Woche 5,2 Prozent zu.

Devisen

Es zeichnet sich keine Entspannung am rumänischen Devisenmarkt ab. Trotz Aufnahme der Geschäfte durch die neue Regierung blieb der rumänische Leu weiterhin unter Druck, auch wenn die beiden Hauptdevisen erst einmal weniger aggressiv zulegten zum rumänischen Leu. Noch steht der Haushaltsplan für 2016 nicht, die aktuelle Form zielt auf ein zu hohes Defizit. Der Euro legte zum Leu wieder zu, allerdings blieb der Zuwachs mit 0,06 Prozent fast unsichtbar. Am  Montag kostete ein Euro 4,4439 Lei. Der US-Dollar spielt derzeit seine Stärke gegenüber dem Euro auch im Verhältnis zum Leu aus: 0,7 Prozent betrug der Zuwachs der amerikanischen gegenüber der rumänischen Währung, deutlich mehr als der Zuwachs des Euro. Am  Montag lag der US-Dollar offiziell bei 4,1516 Lei.

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