Niedrigere Umsätze, aber steigende Kurse Energie- und Bankenwerte bringen Zuwächse

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 15. März 2016

Bukarests Aktienmarkt schloss trotz rückläufiger Umsätze freundlich in der zweiten Märzwoche. Der Markt (BET) legte zwar nur geringfügig zu (0,77 Prozent), doch das Klima am Parkett war insgesamt positiv geprägt. Fast ebensoviel (0,74 Prozent) legte der allgemeine Index BETPlus, nur der Finanzwerte-Index BET-FI musste sich mit einem niedrigeren Wochengewinn (0,4 Prozent) zufriedengeben. Der ROTX-Index profitierte vor alle vom Comeback der Erste-Bank-Aktien (EBS, 113 Lei, ISIN AT0000652011), die ein Plus von sechs Prozent erlebten. Wochengewinn für den Index: 1,6 Prozent und ein Aufstieg jenseits der 13.000 Punkte. Die Aktienumsätze brachen in der vergangenen Woche um fast 30 Prozent ein, im Vergleich zur Vorwoche.

Der Energiewerte-Index legte auf Wochensicht 1,5 Prozent zu. Dafür waren vor allem die Aktien der Erdölaktien von OMV Petrom (SNP, 0,255 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9). Ihr Comeback hat institutionelle Anleger wieder zu Verkäufern gemacht: Der norwegische Fonds und der Investmentfonds Templeton Frontier Markets haben in der vergangenen Woche mehr als acht Millionen SNP-Aktien verkauft. Das entspricht 0,02 Prozent der Anteile. Damit liegen die Fonds weit hinter dem letzten Verkaufsvolumen von Beginn dieses Jahres, als sie 0,3 Prozent am Unternehmen verkauft haben. Seit Monatsbeginn haben SNP-Aktien neun Prozent zugelegt, nachdem sie im Februar 14 Prozent an Wert verloren hatten. Die massive Verkaufsaktion hatte auch Folgen. Auf Wochensicht legten die Aktien fünf Prozent zu.

Romcab steigt in Index auf

Der rumänische Kabelhersteller Romcab (MCAB, 7,74 Lei, ISIN ROMCABACNOR7) wird am 21. März in den Liquiditätsindex BET-XT aufgenommen und dort den Pharmahersteller Biofarm (BIO, 0,278 Lei, ISIN ROBIOFACNOR9) ersetzen. Biofarm hatte eine Gewichtung von nur 0,55 Prozent in dem Index. Die höchste Gewichtung hat die Banca Transilvania (TLV, 2,43 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit 16,22 Prozent. Den Sprung in den BET-XT hat sich Romcab verdient. Während in den vergangenen 12 Monaten nur 1,14 Prozent der Aktien an Biofarm gehandelt wurden, waren es bei Romcab etwa 20 Prozent der Aktien.

SIF Transilvania meldet als erste Dividendenpläne

Die Leitung der Investmentgesellschaft SIF Transilvania (SIF3, 1,554 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) hat den Anlegern eine Verdopplung der Dividende für das vergangene Jahr vorgeschlagen. So sollen vom Vorjahresgewinn 57,9 Millionen Lei ausgeschüttet werden. Darüber muss auf der Hauptversammlung am 28. April abgestimmt werden. SIF Transilvania ist die erste Investmentgesellschaft, die ihre diesjährigen Dividendenpläne veröffentlicht. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 353 Millionen Lei Gewinn eingeholt – nach internationalen Rechnungslegungsstandards. Die Zahlen sind nicht geprüft. Die gute Nachricht trug zu einem Wochengewinn von 1,01 Prozent für die SIF3-Aktien bei. SIF3-Aktien stehen seit einiger Zeit im Fokus der Anleger. Im Februar wurden vier Prozent der Aktien gehandelt. Analysten vermuten eine Konsolidierung der Positionen der verfeindeten Aktionärsgruppen vor der Hauptversammlung. Bei SIF Transilvania liegt die Geschäftsleitung im Clinch mit einem Großaktionär, der ihr Misswirtschaft vorwirft.

Gewinner der Woche

Der Fluggerätehersteller Turbomecanica (TBM, 0,0732 Lei, ISIN ROTBMBACNOR9) erlebte einen Höhenflug in den letzten zwei Handelstagen. Auf Wochensicht stieg der Aktienkurs um 35 Prozent, allein an den beiden letzten Handelstagen war er um mehr als 23 Prozent gestiegen. Die Erklärung liegt in der Aktienrückkaufaktion des Unternehmens. Diese wurde in der vergangenen Woche beschleunigt, das Unternehmen erhöhte das tägliche Rückkauflimit auf 25 Prozent des Tagesumsatzes. Die Entscheidung ließ Anleger frohlocken.

Devisen

Der Leu machte in der zweiten Märzwoche wieder Boden gut. Die rumänische Währung konnte sich vor allem gegenüber dem US-Dollar behaupten. Der Leu legte satte 1,16 Prozent zu im Laufe der Woche. Das entspricht dem Dreifachen des Verlustes der Vorwoche. Damit machte der Leu die Verluste der vergangenen zwei Wochen wieder wett, allerdings reichte das nicht, um den Greenback wieder unter die 4-Lei-Marke zu drücken. Am gestrigen Montag kostete ein US-Dollar daher 4,0216 Lei. Gegenüber dem Euro konnte der Leu ebenfalls punkten, aber der Kursgewinn lag mit 0,12 Prozent nur um 30 Prozent über dem Verlust der Vorwoche. Damit blieb der Euro weiterhin teuer, er kostete gestern offiziell 4,4624 Lei.

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