Noch zwei Heimatbriefe

Samstag, 09. März 2013

„Bartholomäer Mitteilungsblatt“ (Nr. 11/2012)
Erscheint zum letzten Mal in dieser Form

Der Zusammenschluss der beiden Heimatortsgemeinschaften Kronstadt und Bartholomä zur „Heimatgemeinschaft der Kronstädter“ führt auch zu organisatorischen Maßnahmen. Diesbezüglich ist in der auf Umwegen und mit Verspätung erhaltenen Publikation „Bartholomäer Mitteilungsblatt“ (Nr. 11, Dezember 2012),  herausgegeben von der Heimatortsgemeinschaft Kronstadt- Bartholomae in Deutschland, die Information zu lesen: „Das Mitteilungsblatt erhaltet Ihr in dieser Form das letzte Mal. Im neuen Vorstand überwiegt bisher die Meinung  und der Wille das ‘Mitteilungsblatt der HG Kronstadt’ weiter zu führen. Gerne möchte der Vorstand  diese Art des Jahresberichtes und der Information beibehalten  allerdings hängt dieses von Eurer Mitarbeit, hauptsächlich in Form von Beiträgen und Mitteilungen ab. Wie dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden soll, wird in der zweiten Vorstandssitzung am 20. April 2013 erörtert. Gedacht wird an neue Rubriken, in die Eure Beiträge einfließen könnten“, schreibt Gerda Niedermanner.

Mit Interesse ist der diesbezügliche Beschluss zu erwarten, ob die nun neu gegründete Heimatgemeinschaft ein einziges Mitteilungsblatt in Zukunft veröffentlichen wird, in dem  die Belange der beiden Gemeinschaften angesprochen werden.

Eingeleitet wird die Ausgabe, die, wie nun schon betont, zum letzten Mal in dieser Form erschienen ist, mit Gedanken zum Jahreswechsel, in denen auf den Zusammenschluss der beiden Gemeinschaften bei der Mitgliederversammlung am 22. September 2012 eingegangen wird. Dem dabei gewählten Vorstand der Heimatgemeinschaft Kronstadt gehören Hansgeorg von Killyen als Vorsitzender, Ortwin Götz als stellvertretender Vorsitzender, Gerda Niedermanner (Geschäftsführer), Erwin Kraus (Schriftführer) sowie die Beisitzer Bernd Eichhorn, Annemarie Wulkesch, Annemarie und Anselm Honigberger, Elke Löw, Hannelore Wagner an. Das Treffen wird ausführlich mit ansprechenden Bildern in einem Bericht geschildert. Auch der kurze Rechenschaftsbericht der HOG für das abgelaufene Jahr ist einzusehen. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 7. Juli l.J. im Rahmen des Honterusfestes in Pfaffenhofen statt.  

 Im Inhalt ist der sehr gut und eingehend dokumentierte Festvortrag von Dr. Dr. Gerald Volkmer  unter dem Titel „Corona und Bartholomä. Anmerkungen zum historischen Verhältnis  zwischen den Kronstädter Stadtteilen Innere Stadt und Altstadt“ zu lesen, den der Historiker bei der Mitgliederversammlung der beiden Heimatortsgemeinschaften gehalten hat und der auch in der „Neue Kronstädter Zeitung“ sowie in unserer Wochenschrift zu lesen ist. Diese wissenschaftliche Dokumentation untermauert  die Zusammengehörigkeit der Kronstädter Stadtteile, auch wenn es der Bartholomäer Kirchengemeinde am 17. September 1862 gelungen war „einen Beschluss der Landeskirchenversammlung zu erwirken, der bestimmte, dass sie ab dem 10. Mai 1863 als eigenständige Gemeinde alle Rechte und Pflichten  einer Burzenländer Kapitulargemeinde besitzen sollte“. Somit hatte sich Bartholomä von der Honterusgemeinde getrennt.

Einige weitere Berichte und Erinnerungen an das Schulleben im Bartholomäer Stadtviertel, die Illustration der Umschlagseiten dieser Ausgabe des Bartholomäer Mitteilungsblattes ergänzen dieses  auf willkommene Weise.

„Wolkendorfer Heimatblatt“
(Nr. 37, Dezember 2012)

Das Redaktionsteam, bestehend aus Anita Müller und Elke Preidt,  hat eine inhaltsreiche und gut illustrierte Ausgabe den Wolkendorfern zur Verfügung gestellt, die sicher mit Interesse aufgenommen wird. Eingeleitet wird diese mit kurzen Informationen und Terminen für dieses Jahr.   Sicher, der wichtigste ist das Treffen der Wolkendorfer, das in Friedrichroda am 6. - 8. September stattfindet. Alle Angaben bezüglich Programm, Unterkunft, Kosten, Zufahrt sind  im Inhalt der Ausgabe einzusehen. Es folgen Sagen über die Ortschaft Wolkendorf/Vulcan, die sicher nicht allen bekannt sind.

Pfarrer Uwe Seidner  berichtet über die Reise nach Russland, wobei das Taufbecken von Abtsdorf als Schenkung der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien der  evangelischen Sankt Peter- und Paulsgemeinde in Moskau überbracht wurde. Pfarrer Seidner berichtet ausführlich auch über den Besuch  des Bischofs der Deutsch-Evangelischen Lutherischen Kirche der Ukraine, Uhland Spalinger, in den beiden Burzenländer Gemeinden Wolkendorf und Neustadt.

Einen sehr ausführlichen Bericht über eine in die Heimat unternommene Reise mit sehr ansprechenden Illustrationen bietet Anita Müller, dem auch die Nostalgie des Besuchs im Geburtsort zu entnehmen ist. Diese ist auch in dem von Marianne Preidt unter dem Titel „Was ist Heimat?“ veröffentlichten Text zu erkennen. Sie äußert aber ihren Unmut darüber, dass sie im August 2008  bei einem großen Fest in der Kirche von Neustadt, „nicht vom Pfarrer, sondern von einem Mann, den ich dort am wenigsten erwartet hätte, vom Neustädter Bürgermeister mit Amts-Kette und rumänischer Schärpe umgebunden“ empfangen wurde.

Und setzt dann weiter fort: „Mir war zwar klar, dass er als Ehrengast geladen war, doch nur im Saal beim großen Fest und nicht in der Kirche! Es gab mir den Rest, dass er mich in meiner Kirche empfängt, als sei er der Herr – ich war sehr gekränkt....Aber jetzt war mir ein für allemal klar, ich gehör nicht mehr hierher wie’s früher mal war“. Eine etwas empfindliche Einstellung, wobei man von den heute in den ehemals sächsischen Ortschaften bestehenden Gegebenheiten ausgehen müsste.

Die Ausgabe umfasst außerdem mehrere Berichte von Treffen und Begegnungen der Wolkendorfer, die nun in der Ferne leben, wobei ihr Gemeinschaftsgefühl immer noch so stark ist wie in der Heimat, die sie zu unterschiedlichen Zeiten verlassen haben. Sie pflegen  nun Tradition und Bräuche an ihrem neuen Standort.

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