Norwegen unterstützt Temeswarer Kinderkrankenhaus

Zentrum für Kinderhämatologie und -onkologie erhält neue Ausstattung

Mittwoch, 06. April 2016

Dr. Smaranda Arghirescu und Dr. Mihai Gafencu (2. und 3.v.l.) stellten das jüngste Projekt im Bereich der Kinderhämatologie und -onkologie vor.

Sie koordiniert die Abteilung für Knochenmarktransplantationen am Temeswarer Kinderkrankenhaus: Dr. Margit Şerban.
Fotos: Zoltán Pázmány

Ein neues Projekt zur Verbesserung der medizinischen Dienstleistungen soll in vier rumänischen Regionalzentren und Instituten für Kinderhämatologie und -onkologie umgesetzt werden. Initiiert wurde es vom Onkologie-Institut „Prof. Dr. Al. Trestioreanu“ aus Bukarest, wobei die anderen Partner im Projekt das „Louis Ţurcanu“-Kinderkrankenhaus aus Temeswar, das Onkologieinstitut „Prof. Dr. I. Chiricuţă“ aus Klausenburg und das Notfall-Kinderkrankenhaus „Sf. Maria“ aus Jassy sind. Moderne Ausstattungen sollen für die vier Zentren erworben werden, aber auch das vorhandene medizinische Personal wird gründlicher spezialisiert. Das Projekt, das bis Sommer kommenden Jahres ein Ende nimmt, wird zu 85 Prozent über norwegische Fördermittel, die sogenannten Norway Grants, und zu 15 Prozent vom rumänischen Staat, über das Gesundheitsministerium, finanziert.

„Es ist kein leichtes Projekt. Im Bereich der Kinderhämatologie und -onkologie, aber auch der Knochenmarktransplantation, ist unsere Stadt landesweit ein Vorreiter gewesen. Wir können heute, dank den Bestrebungen von Frau Prof. Dr. Margit Şerban, auf ein schönes, dreistöckiges Gebäude gleich nebenan blicken, in dem unser Zentrum in Betrieb ist“, sagte Projektkoordinator Mihai Gafencu auf der jüngsten Pressekonferenz im Temeswarer Kinderkrankenhaus. Über das von Norwegen geförderte Projekt sollen für das Zentrum in Temeswar drei Geräte gekauft werden: Ein tragbares Ultraschallgerät, ein Behälter zur Kryokonservierung von Stammzellen und ein Apparat zur Dosierung von Zytostatika.

Auch die Unterkunfts- und Pflegebedingungen der Patienten sollen verbessert werden – geplant ist die Sanierung einiger Krankenzimmer und der Ankauf von neuem Mobiliar. Zudem wird das Personal, das an dieser Abteilung tätig ist, ausgebildet. Darüber hinaus veranstalten die Projektpartner eine Informationskampagne der Bevölkerung über den Bereich der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie. „Von den 680.000 Euro, die für das Kinderspital in Temeswar bestimmt sind, werden 200.000 Euro für die Ausstattungen ausgegeben“, sagte Krankenhausmanager Ovidiu Adam. Insgesamt stehen den vier Projektpartnern rund 5,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Leiterin der Klinik für Kinderhämatologie und -onkologie, Dr. Smaranda Arghirescu, hob die Schwierigkeiten hervor, mit denen sich diese Abteilung seit ihren Anfängen auseinandersetzen musste. „Die Leukämie war vor 35 Jahren eine Krankheit, bei der man keine Hoffnung auf Genesung hatte. Heute liegen die Chancen, dass Kinder, die an Krebs leiden, wieder gesund werden, bei etwa 80 Prozent“, betonte die Fachärztin.

Dr. Arghirescu nutzte die Gelegenheit, um auf die Probleme hinzuweisen, mit denen sich ihr Tätigkeitsbereich zur Zeit auseinandersetzt. „Seit 2001 werden Transplantationen vorgenommen, aber Medikamente gibt es in Rumänien nicht. Sie müssen immer noch aus dem Ausland beschaffen werden“, sagte sie. Ein weiteres Problem – das allerdings Krankenhäuser in ganz Rumänien betrifft - ist die massive Abwanderung des Fachpersonals. „Ich habe neun Ärzte verloren. Sie sind unter anderem nach Frankreich, England und Kanada ausgewandert“, sagte Dr. Margit Şerban, die in den vergangenen Jahren – mit viel Unterstützung aus dem deutschsprachigen Raum – die Klinik für Onkopädiatrie aufgebaut hat. Zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen behandelt sie in Temeswar Patienten aus ganz Rumänien. Statistiken zufolge liegt die Häufigkeit von Krebserkrankungen im Kindesalter in Rumänien bei etwa 15  Fällen von 100.000 Menschen.  

 

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 08.04 2016, 08:37
Norwegen, Island und die Schweiz geben freiwillig Geld für Osteuropa, obwohl sie gar nicht EU-Mitglieder sind und finanzieren damit einige sehr gute Projekte in Rumänien. Da könnte man auch einfach einmal "Danke" sagen.

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