Notenbank: Inflationsprognose drastisch nach oben revidiert

BNR-Chef Isărescu: Wachstum ohne Investitionen unmöglich

Freitag, 09. November 2012

Archivfoto: Agerpres

Bukarest  (ADZ) - Rumäniens Notenbank (BNR) hat am Mittwoch ihre Inflationsprognose um sage und schreibe 1,9 Prozent, von 3,2 auf 5,1 Prozent, nach oben revidiert. Laut Zentralbank wird die Teuerungsspirale bis mindestens Mitte 2013 anhalten – sie schraubte daher auch ihre Inflationserwartung für das kommende Jahr um 0,5 auf 3,5 Prozent hoch.

Gouverneur Mugur Isărescu redete zudem Tacheles über die aktuelle Wirtschafts- und Haushaltspolitik: „Irgendwer muss endlich klarstellen, woher Investitionen kommen sollen. In den Boomzeiten 2006-2007 beliefen sich die in Rumänien getätigten Investitionen auf 16 bis 19 Milliarden Euro, heute sind es kaum 3 bis 4 Milliarden“.

Die Investitionen aus öffentlicher Hand seien zurückgefahren worden, während die ausländischen Direktinvestitionen versickern. Wer auf Wachstum hoffe, dürfe nicht vergessen, dass dieses „ohne Investitionen nicht möglich ist“, so der BNR-Chef. Investitionen würden Kapital und Technologie voraussetzen, Rumänien habe keines der beiden.

Die einzige Wachstumschance des Landes liege folglich in den europäischen Fördermitteln. „Solange keine EU-Gelder abgerufen werden, sollte auch nicht über Wachstum gesprochen werden“, mahnte Isărescu. Er stelle mit Bedauern fest, dass über Fördermittel bloß viel geredet und kaum etwas getan werde – dabei könnten gerade sie die Tragsäule der rumänischen Wirtschaft darstellen.

Kommentare zu diesem Artikel

Csaba, 12.11 2012, 13:00
In diesem Land geht alles falsch. Es ist kein Geheimnis das in einem so armen Land, so fiele Millionäre und Milliardäre in Euro leben. Dessen Geschäftstalent und Geschäftsmodelle mehr als zweifelhaft sind. Das in einem Land in dem Produktive Unternehmen kaum noch existieren und Wirtschaft von der Inkompetenz der zuständigen Beamten flächendeckend sabotiert wird, um den fast-geheimen Schmiergeldpreis auf einem hohen Niveau zu halten.
Die früheren profitablen Unternehmen die gut funktioniert hätten wurden zur Insolvenz gebracht und spottbillig verscherbelt, die früheren professionelle Arbeiter und Ingenieure wurden und werden nicht mehr gebraucht und sind entweder in Rente oder leben und arbeite in fremden Länder (wo sie gebraucht werden und respektiert werden).
Es ist kein Wunder das das heutige Rumänien in einer Misere liegt und das die Wirtschaftskriminalität bis nach Cotroceni dauerhaft präsent ist. Ich kann heute nur noch eine düstere Zukunft prophezeien.
Guido, 11.11 2012, 21:47
DAAACIA , soll das für Qualität sprechen, oder wo siehst Du den Vorteil von diesem Namen, mein lieber Klaus??!!
Klaus, 10.11 2012, 22:21
@ Norbert es ist sehr traurig aber wahr.
In diesem lande geht alles rückwärts.Wenn 10 jahre reichen ??? Ich wünsche nur eine neues land rumänien welches den namen Dacia trägtt und wirklich neu anfängt.
sraffa, 09.11 2012, 18:49
Daß viele Investoren "keinen Bock haben sich das anzutun" ist wohl Realität.
Norbert, 09.11 2012, 15:55
Die rumänen haben es mit der hinteriehung und
(nennen wir es doch bein Namen stehlen, veruntreuen) vonEU fördermittel so weit getrieben, das das Investitionskapital ,einfach
keinen Bock mehr hat sich das anzutun.Veweise zweitens auf die Aussage des amerikanischen Botschafters in rumänen.
Dieser wies auf die überdimensionale Steuer
hinterziehung hin. die nach seiner Meinung
größer wäre als der rumänische aushalt.
Rumänienist nicht mehr interresant für Investitionen,größeren Ausmaßes.Ich sage sogar mit großer Sicherheit das das Land die nächsten 10 Jahre rückwärts geht.
sraffa, 09.11 2012, 14:10
Ein grosses Problem ist die bestehende Bürokratie - personell wie organisatorisch. Daher sollte man überlegen eine komplett neu besetzte Agentur für die EU-Förderung zu schaffen unter Zuhilfenahme der EU-Kommission und besetzt mit qualifizierten (!) EU-Bürokraten aus Rumänien. Wenn diese nicht ausreichen sollten Lehrgänge in Brüssel für die besten Rum.Uni-Absolventen durchgeführt werden.
Ottmar, 09.11 2012, 13:30
Es gibt nur 2 Gruende fuer Inflation. Entweder die Konjunktur ist ueberhitzt siehe China, Indien, Deutschland und die Zinsen fuer Investitionen sind zu niedrig oder die Notenpresse wird angeworfen siehe Deutschland 1923 wo das gesamt Geldvermoegen der privaten Buerger vernichtet wurde.
Wnn Rumaenien eine so hohe Inflation hat muss man nach den Ursachen suchen. Ueberhitzte Konjunktur wohl nicht wirklich. Notenpresse ist schon eher wahrschinlich. Die Regierung Ponta hat denBeamten und Rentnern zugesagt die von der Vorgaengerregierung gekuerzten Pensionen und Gehaelter wieder zurueck zu geben. Da das Land dies aber nicht erwirtschaften kann bedient man sich der Geldpresse. Und der Effekt ist dass alle Rumaenien um 5% aermer werden weil alles 5% mehr kostet. Dummerweise gibt es noch einen zusaetzlichen dummen Effekt in Rumanien .. Das Volk verarmt zusaetzlich weil saemtliche wichtigen Vertraege wie Mieten, Kreditzinsen, Handy Vertrage, KFZ-Finanzierungskredite... in Euro abgeschlossen werden. Und wenn eine Wahrung starken inflationaeren Tendenzen ausgesetzt ist verliert es auch gegen starke Fremde Waehrungen an Wert.
Ein Glueck fuer Rumaenien sind jetzt noch die Laender Griechenland, Portugal, Irland, Spanien die den EURO sehr stark unter Druck halten so dass der Lei nicht wirklich viel an Wert momentan verliert. In dem Moment aber, wo diese Laender Ihre Probleme loesen. Gute Nacht Rumanien
Rudi, 09.11 2012, 10:07
Bravo Herr Isarescu, aber das mit dem nur Reden, das ist doch normal in diesem Land, und das mit der EU-Fördermitteln, ist doch auch schon eine alte Scheibe! Die werden ja nur nicht abgerufen, weil die Politiker zu wenig davon in die Finger kriegen . Was Fördermittel im privatwirtschaftlichen Bereich betrifft, es ist viel zu kompliziert, an diese heran zu kommen, und es sind ja schon wieder private Beratungsbüros am Werke, die nur mitkassieren zu versuchen. Da sollten vom Staat kostenfreie Bereatungs-/Unterstützungsstellen eingerichtet wrden!

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