Nuclearelectrica bestimmte Börsengeschehen in der ersten Wochenhälfte

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Dienstag, 17. September 2013

Die Bukarester Wertpapierbörse startete schwach in die neue Woche. Das Interesse der Anleger war mehrheitlich auf das am Montag vergangener Woche begonnene Verkaufsangebot von Aktien am Kernkraftwerksbetreiber Nuclearelectrica gerichtet. Mehr darüber weiter unten. Die Börse schloss trotz zeitweiligem Desinteresse der Anleger dennoch gut im Plus. Der Markt (BET) legte auf Wochensicht 1,8 Prozent zu und schloss knapp unterhalb von 5900 Punkten bei 5847,7 Zählern. Auch der allgemeine Index BET-C konnte seine Position jenseits der 3000 bei 3080,85 Punkten konsolidieren. Den höchsten Wochengewinn sackte der Finanzwerte-Index BET-FI ein mit einem Plus von 4,6 Prozent. Damit sprang der Index auch über die 26.000-Punkte-Marke. Dazu hatte ihm eine außergewöhnlich Performance der Investmentgesellschaft SIF Banat-Crişana SA (SIF1, 1,159 Lei, ISIN ROSIFAACNOR2) verholfen, die auf Wochensicht 1,87 Prozent zulegten. Auch der Fonds Proprieteatea (FP, 0,708 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) profitierte von dem Run auf die neuen Nuclearelectrica-Aktien  und legten 4,5 Prozent zu. In der vergangenen Woche erreichten FP-Aktien ihr Allzeithoch bei einem Stückpreis von 0,7105 Lei. Der Energiewerte-Index BET-NG legte 1,2 Prozent zu und steuert erneut auf 650 Punkte zu.

Über einen Erfolg der Listung von 10 Prozent am Betreiber des Atomkraftwerks in Cernavodă, Societatea Naţională Nuclearelectrica (SNN, 10 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) braucht sich der Emittent wohl keine Gedanken mehr machen. Das am 9. September gestartete Angebot wurde bis zum vergangenen Freitag mehr als fünfmal überzeichnet.
Es ist die erste neue Listung eines Unternehmens an der Bukarester Wertpapierbörse BVB seit 2008. Das Angebot wird am 20. September enden. Nach Abschluss der Angebotszeit wird aufgrund der Zeichnung der Verkaufspreis für institutionelle Anleger festgelegt. Dieser wird irgendwo zwischen einem Minimum von 11,2 und einem Maximum von 15 Lei liegen. Private Anleger können die Aktien zum Höchstpreis von 15 Lei erwerben.

Zum Verkauf stehen 25,36 Millionen Aktien, 10 Prozent am Unternehmen. Nuclearelectrica SA erhofft sich so, bis zu 85,6 Millionen Euro einzunehmen, um damit zukünftige Investitionen tätigen zu können. Am AKW-Betreiber sind das Wirtschaftsministerium derzeit zu 90,3 Prozent und zu 9,7 Prozent der Fonds Proprietatea beteiligt. Nach Abschluss des Angebots wird eine entsprechende Kapitalaufstockung durch Ausgabe neuer Aktien getätigt. Der Run auf SNN-Aktien beherrschte den Markt bis das Sonderangebot auslief, das Frühbuchern einen gewissen Rabatt einräumt. Nach Ablauf der Frist am Donnerstag konzentrierten sich die Anleger wieder auf die an der BVB gehandelten Aktien. Daher nahm der Handel erst in der zweiten Wochenhälfte an Fahrt auf. Im Durchschnitt wurden an der BVB in der vergangenen Woche 4,12 Millionen Euro pro Tag mit Aktien umgesetzt.

Rasdaq

Das Interesse für Aktien ließ am Sekundärmarkt kräftig nach in der vergangenen Woche. Der Umsatz am Rasdaq-Markt sackte um 83 Prozent von einem Tagesdurchschnitt von umgerechnet 0,18 Millionen Euro auf einen Tagesdurchschnitt von 0,03 Millionen Euro. Insgesamt wurden in der vergangenen Woche über 0,7 Millionen Lei (0,16 Millionen Euro) mit Aktien am Rasdaq-Markt umgesetzt. Nur am vergangenen Dienstag wurden mehr als 50.000 Euro umgesetzt, als Sonderdeals mit Aktien des Messgeräteherstellers Balanţa SA Sibiu (BALT, 0,09 Lei, ISIN ROBALTACNOR3) das Marktgeschehen weitgehend bestimmten. Der größte Verlierer der Woche war der Hauptindex Rasdaq-C. Auf Wochenrückblick verlor er mit 3,56 Prozent ungewöhnlich viel und sackte somit erneut unter die 1500-Punkte-Marke.

Devisen

Der rumänische Leu nutzte eine temporäre Schwäche des US-Dollars aus und legte im Verhältnis zur amerikanischen Währung 1,23 Prozent zu. Damit fiel die US-Währung wieder einmal unter die 3,4-Lei-Marke. Am vergangenen Montag kostete ein US-Dollar 3,3685 Lei. Schuld am schwächelnden Dollar könnte die Wende in der Syrienkrise sein. Ein Angriff der USA auf Syrien ist wohl vorerst vom Tisch, sodass der US-Dollar gegenüber anderen Währungen auf der Welt ein wenig nachgeben musste. Der Euro hingegen kostete seine Macht auch gegenüber dem Leu aus. Um 0,1 Prozent stieg der Wechselkurs zum Leu und die europäische Gemeinschaftswährung blieb somit weit über der 4,4-Lei-Marke. Am Montag kostete ein Euro 4,4771 Lei.

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