Ökumene und restaurierte Kirchen erwecken Interesse

Weitere Bekanntgaben aus der Pressekonferenz des evangelischen Bischofs Reinhart Guib

Donnerstag, 30. Januar 2014

Ein in der Kirche in Trappold freigelegtes Fresko Foto: LK

Hermannstadt - Faszinierter als von Fragen der Diakonie zeigten sich die Journalisten auf der Pressekonferenz, die Reinhart Guib, der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien (EKR), zum Jahr der Diakonie am Montag, dem 27. Januar, hielt (siehe gestrige ADZ) von den abgeschlossenen und laufenden Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten an Kirchen und Kirchenburgen, dem Kulturtourismusprojekt sowie der Ökumene. Dazu im Folgenden mehr.

Auf die Frage, ob vom ökumenischen Geist des Jahres 2007 – als in Hermannstadt/Sibiu bekanntlich die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung stattgefunden hat – etwas verblieben sei, meinte Bischof Guib, dieser sei „nicht mehr so präsent und intensiv“. Er schlug einen gemeinsamen Ostergottesdienst auf dem Großen Ring/Piaţa Mare vor, zumal das Osterfest der Christen heuer auf dasselbe Datum fällt. Diese Einladung wurde in der ökumenischen Gebetswoche für die Einheit der Christen bereits vorgelegt. Er hoffe, dass der Patriarch das Thema Ökumene in der Synode der Orthodoxen Kirche erneut anspricht, sagte der evangelische Bischof und äußerte den Wunsch eines besseren Verständnisses unter den Kirchenleitungen, das es unter den Pfarrern gibt.

Dem Themenbereich Kirchenburgen und Kulturtourismus wird die EKR vor Beginn der diesjährigen Tourismussaison am 20. April eine Pressekonferenz widmen. Vorab teilten der Bischof und Hauptanwalt Friedrich Gunesch jedoch mit, dass die Stadtpfarrkirche von Hermannstadt/Sibiu voraussichtlich für weitere 3 bis 4 Jahre nicht besucht werden kann. Nach dem Abschluss der Dachstuhlsanierung mit europäischen Mitteln wird nun ein Projekt für die Innen- und Außenrenovierung der Kirche, einschließlich des Einbaus eines neuen Heizungssystems erarbeitet, um weitere ca. 3 Millionen Euro aus europäischen Töpfen zu beantragen.


Fertig ist der Kirchenburgenpass für 2014, mit ihm wird man von April bis Oktober die in das Kulturtourismusprojekt einbezogenen Baudenkmäler oder Einrichtungen besichtigen können. Dazu werden auch einige der 18 mit EU-Mitteln sanierten Kirchen gehören. Die Bauvorhaben des Projektes sind abgeschlossen, dieses wurde jedoch bis Oktober 2014 verlängert, weil in drei der Kirchen – in Eibesdorf/Ighişul Nou und Kiertsch/Curciu in der Nähe von Mediasch sowie in Trappold/Apold bei Schäßburg/Sighişoara – Fresken aus der vorreformatorischen Zeit entdeckt worden sind. In Eibesdorf handelt es sich um Wandgemälde aus dem 14. Jahrhundert auf etwa 220 Quadratmeter Fläche, von deren Existenz man bisher nichts wusste. In Kiertsch ergaben die Sondierungen, dass vermutlich die gesamte Nordseite der Apsis Fresken zieren, in der Trappolder Kirche wurden am Triumphbogen ein Gemälde aus dem 14. Jahrhundert und an der West- und der Nordwand des Schiffes u.a. Darstellungen des jüngsten Gerichts vom Ende des 15. Jahrhunderts entdeckt. Für das Freilegen und Konservieren der Fresken sind rund 900.000 Lei veranschlagt, genehmigt wurde, hierfür die bei den Bauarbeiten innerhalb des Projektes eingesparten Mittel zu verwenden. Die technischen Unterlagen sind fertig, die Arbeiten wurden ausgeschrieben und nach deren Durchführung wird das gesamte große 18-Kirchenburgen-EU-Projekt offiziell abgeschlossen.

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