Offizielles Partnerland nach Rumänien im vergangenen Jahr diesmal die Niederlande

Rumänische Aussteller auf der Grüne Woche Berlin setzen voll auf Bio-Produkte

Donnerstag, 24. Januar 2013

Fleischer und Käseexperten von „Alba Transilvania“ winken den Messebesuchern mit ihren Produkten zu. Die Aussteller gehören zur Gemeinschaft der Erzeuger traditioneller, ökologischer und hausgemachter Produkte. Einleuchtende Firmen-Formel: „Traditionell + Lecker = Gesund!“

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit durchtrennte am Freitagmorgen vergangener Woche mit einem forschen Scherenschnitt das grüne Band auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm. Damit galt die 78. Internationale Grüne Woche Berlin als eröffnet. Bis zum 27. Januar hält diese weltgrößte Verbraucherschau für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau mit 1630 Ausstellern in 26 Messehallenkomplexen aus 60 Ländern ihre Pforten offen. In den zehn Tagen vom 18. bis zum 27. Januar werden über 400.000 Besucher aus Deutschland und aus aller Herren Länder erwartet.

Zu den Repräsentanten des Eröffnungsteams der Messe zählte erstmals die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Das hatte wohl zwei Gründe: Zum einen wollte sie mit ihrer Anwesenheit die engen freundschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Nachbarland Niederlande, offizielles Partnerland der 78. Grünen Woche, leibhaftig dokumentieren. Sie charakterisierte die Grüne Woche als einen „Sammelpunkt der internationalen Gemeinschaft“. Der weitere, nicht weniger relevante Grund, dürfte wahltaktischer Natur gewesen sein: Die damals noch bevorstehende Wahl am Sonntag im Land Niedersachsen, dem Agrarland Nummer 1 Deutschlands.

Majestäten halten Hof auf der Grünen Woche

Über 160 verschiedene Produkt- und Ernteköniginnen und -könige aus Deutschland trafen sich am Sonntag auf der Grünen Woche zu einem Stelldichein. Eine clevere Werbemaßnahme! Sie plauschten in festlichen Gewändern über ihr Engagement und warben gleichzeitig für die von ihnen repräsentierten Produkte der jeweiligen Region. Der „Konvent der Majestäten“ ist Werbeträger und Sinnbild für die hochqualitativen Produkte der deutschen Landwirtschaft. Angereist zur Grünen Messe nach Berlin waren „Majestäten“ wie die Deutsche Kartoffelkönigin und die Deutsche Weinkönigin sowie die Deutsche Apfelblütenkönigin aus Wehrheim aus der Rhein-Main-Region und die Deutsche Apfelkönigin Anke Lehmann aus Guben an der Oder.

Auch bei bester Kondition ist es nicht zu schaffen, einen Ausflug zu allen Ausstellern kulinarischer Köstlichkeiten in den 26 Messehallen unter dem Funkturm zu unternehmen. Zudem hätte man/frau danach garantiert ein echtes Gewichtsproblem! Bei den meisten Besuchern lautet deswegen die Devise: kosten, kaufen, verschnaufen. Die Österreicher zum Beispiel locken die Besucher mit deftigen Kirschnudel-Gerichten, Kaspressknödel, Ziegenkäse mit Chili und Kräutern sowie Whisky aus Gerste, Weizen und Roggen. Italien punktet mit herzhafter Salami, Schinken, Eis und Süßwaren. Der italienische Hit bei den Besuchern sind jedoch die Trüffel aus Bagnoli Irpino, die zu mehr als 50 Produkten verarbeitet werden. Eine kleine Sensation ereignete sich am Montag in der Halle der Aussteller des Bundeslandes Brandenburg: Die gewagte neue Kreation „Spreewaldgurke im Schoko-Mantel“ erwies sich als unglaublicher Verkaufsschlager. Fast hätte es mit dem Nachschub eine Panne gegeben.

Für Liebhaber exotischer Genüsse: DjuDju-Bier und Seeigel

Auch für Liebhaber exotischer Genüsse bietet die Grüne Woche durchaus einiges Extravagantes, so DjuDju-Bier aus Ghana mit Mangogeschmack. Oder wie wär‘ s mit Seeigel aus Norwegen oder mit einer Krokodil-Bratwurst aus Australien? Zum Löschen des Durstes schenken die Australier die neuen Aussie-Biersorten Victorian Bitter und Coopers Stout aus. Überhaupt brauchen die Durstigen keinen Durst zu erleiden: Über 60 in- und ausländische Brauereien in den Messehallen sind für durstige Kehlen gut platziert. Bundesbürger konsumieren im Jahr über 107 Liter pro Kopf. Berlin-Slogan: „Bier ist rein. Bier ist Genuss. Bier ist Deutschland“.

Ausstellungskomplex Rumänien: Leitlinie ist Bio

Rumänien ist mit 13 Firmen auf der 78. Grünen Woche in der Halle 10.2. präsent. Eröffnet wurde der rumänische Ausstellungskomplex vom Minister für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung, Daniel Constantin. Der Minister lobte, dass die Philosophie der Aussteller von der Leitlinie Bio geprägt sei, was sich in der Qualität der Produkte widerspiegele. Ganz im Sinne der Regionalität stellen sich die Firmen auf der Berliner Messe regional strukturiert vor: hauptsächlich Bukarest, Siebenbürgen und Maramureş. Im Herzen der Ausstellung präsentiert das Nationale Weinunternehmen O.N.V.P.V. Bucureşti bereits zum sechsten Mal auf der Grünen Woche seine edlen Weinsorten, heuer 37 Marken. Der Oenologe und Spezialitäteninspektor Dr. Ing. Petre Badea empfiehlt den Weinkennern besonders Weine wie Cabernet Sauvignon + Merlot, Corcova 2009 sowie Blanc de Transilvania, Byzantium 2011. 

Das Sortiment der anderen Unternehmen ist von Fleisch und Wurstwaren sowie Milchprodukten dominiert. Augenfällig präsent sind auch Bienenhonigprodukte, so von den Firmen wie Radu Răzvan Iulian aus Ilfov und der Biriş-Imkerei aus Blasendorf/Blaj sowie der Kooperative Prisăcarii-Hercules aus Mehadia. Feinschmeckern läuft schon beim Lesen solcher Begriffe wie Hermannstädter Filet der Firma Dan Bogdan Oancea aus Talmesch/Tălmaciu und Schwäbische Săpânţa-Würstl der Firma Stauder aus Seini in der Maramuresch das Wasser im Mund zusammen.

Kreativität und Power junger Unternehmer aus Rumänien

Nach Zeiten der Stagnation durch den II. Weltkrieg und Ceauşescu-Ära erweckte der Vater von Gyula Stauder den Fleischerei-Familienbetrieb, gegründet 1930 vom Großvater, im Jahre 1990 zu neuem Leben. Nunmehr führt der Enkel Iozsef Gyula Stauder das Unternehmen erfolgreich und kreativ. Ein weiteres markantes Beispiel ist Ioan Radu Moldovan, Vizepräsident der Gesellschaft der Rinderzüchter des Kreises Alba. Er begriff die Teilnahme an der Grünen Woche als große Chance und meldete sich und seine Kollegen als Aussteller kurzerhand in Berlin an.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 25.01 2013, 13:10
Es gibt schon so einige in Rumänien produzierte Nahrungs+Genußmittel,die ich in D auch kaufen würde.Da ist der Handel gefragt,auch der Onlinehandel.
Corneliu, 24.01 2013, 17:40
Viele Deutsche wissen viel über Zigeuner aus RO, über Korruption aus RO u.s.w. aber sehr wenig über das ökonomische Potential Rumäniens! Dieser Artikel versucht ein wenig Lobby in dieser Richtung zu machen. Glückwunsch Herrn Brüssig !
Ottmar, 24.01 2013, 14:20
Bravo Romania. So praesentiert man sich. Mit ihren Bioprodukten koennten die Rumaenen in Deutschland mindestens 5% des Marktes erobern. Dazu braeuchte es aber die Logistikunterstuetuetzung der Regierung. Wo bleibt hier Ponta.

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