„Ohne mich keine Verhandlung!“

Bürgermeister weist Kreisratsvize zurecht und schickt Dunca auf den Semenik

Freitag, 16. März 2018

Karansebesch/Turnu Ruieni – Nachdem der Privatsender Pro TV eine kritische Sendung über die Zustände in den potenziellen Skiparadiesen Semenik und Muntele Mic und das Kleinklein rundherum ausgestrahlt hat, wandte sich der Bürgermeister der Gemeinde Turnu Ruieni, die Besitzerin der größten Flächen auf dem Muntele Mic ist, an die Medien, weil er sich übergangen fühlte: „Ohne mich gibt´s nichts zu verhandeln!”

Damit wollte er sagen, dass die Gespräche des Temeswarer Unternehmers und Extremsportlers Romeo Dunca mit Kreisratsvize Flavius Nedelcea und das anschließend deklarierte Einvernehmen zur Frage der Nutzung des Skigebiets am Muntele Mic keinerlei Grundlage haben, weil er selber als Vorsteher der Ortsgemeinschaft und Vertreter der Besitzer der Grundstücke des Skigebiets nicht hinzugezogen worden war.

Wie bereits wiederholt berichtet, gibt es am Muntele Mic sieben Skipisten sowie alle nötigen Anlagen für den reibungslosen Ablauf, in die Dunca nach eigenen Angaben rund 5,5 Millionen Euro investiert hat. Die sind aber nicht in Betrieb genommen worden, weil die Gemeinde Turnu Ruieni nicht den ursprünglichen Pachtvertrag anerkennt, den Dunca mit dem vormaligen Besitzer der Grundstücke, der Gemeinde Zăvoi, abgeschlossen hatte. Seit Turnu Ruieni gerichtlich die Grundstücke zuungunsten von Z˛voi zugesprochen bekam, will die Gemeinde einen neuen Pachtvertrag – mit erheblich höherem Preis pro Quadratmeter. Wortführer ist Bürgermeister Mihai Maralescu. Der höhere Pachtpreis ist der Grund der seit Monaten andauernden Querelen zwischen Turnu Ruieni und Dunca, wo der Kreisrat Karasch-Severin, dritter Gesellschafter zur Nutzung des Skigebiets, sich bis zum Treffen Dunca-Nedelcea heraushielt.

Dafür traten aber Dunca und Nedelcea auf Pro TV auf und der – nicht nach seiner Meinung gefragte – Bürgermeister von Turnu Ruieni kam in den Aussagen denkbar schlecht weg. Da Nedelcea auch noch erklärte, er werde im Konflikt Dunca-Maralescu zu vermitteln versuchen, platzte Maralescu der Kragen: „Was soll der vermitteln? Kann ich selber nicht vermitteln?! Die haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Wollen die bloß vermitteln, um selber gut rauszukommen? Dann sollen doch die den Pachtvertrag mit Dunca unterzeichnen! Ich werde dem Dunca auf dem Muntele Mic kein Monopol gestatten! Unter meiner Leitung wird das Rathaus niemand untergeordnet! Soll der Kreisrat dem Dunca doch Grundstücke auf dem Semenik geben!”

Er verbitte sich künftig jedwede Diskussionen der beiden Parteien unter Ausschluss der dritten, wie bereits geschehen. So lange der Beitrag seiner Gemeinde bei 400.000 Euro liege, habe er einen Anspruch darauf, dass die Summe in übersichtlicher Zeit zurückfließe. Deshalb muss der Pachtpreis raufgeschraubt werden. Außerdem möge man ihm mal einen einzigen Menschen nennen, mit dem sich Dunca auf dem Muntele Mic versteht. So was gäbe es nicht. Der ist mit allen im Krieg. Außerdem fordere Dunca, dass die Gemeinde die Sennhütten ihrer Bewohner vom Bergplateau entfernt.

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