Olympischer Karneval

Samstag, 27. August 2016

Als farbenfroh, lebendig, zum Teil sogar schrill werden die 31. Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro beschrieben – die erste Olympia-Auflage, die in Südamerika stattfand. Trotz Zika-Virus, sozialer Probleme und Terrorbedrohung sind die Spiele erfolgreich abgelaufen und sorgten für sportliche Höhepunkte wie z.B. die drei fabelhaften Leichtathletik-Weltrekorde. In Erinnerung bleiben auch die Namen mancher Superstars wie Michael Phelps der seine 23. olympische Goldmedaille im Schwimmen gewinnen konnte oder wie Usain Bolt, der zum dritten Mal, nach Beijing und London, drei Goldmedaillen im Sprint gewann. Simone Biles (USA) im Turnen, Katie Ledecky (USA), Katinka Hosszu (Ungarn) im Schwimmen sind andere Namen, die ihren Sonderstatus bestätigen und sogar verstärken konnten. In der inoffiziellen Medaillenwertung der Nationen unterstreichen die USA ihre Vormachtstellung mit 46 Goldmedaillen. Es folgen in großer Distanz Großbritannien (27), die Volksrepublik China (26), Russland (19) und Deutschland (17).

Im Bestreben, sich so erfolgreich wie möglich vorstellen zu können, sind viele Staaten so weit gegangen, Spitzensportler zu kaufen, d.h. schnell einzubürgern. So kommt es, dass z.B. chinesische Tischtennisprofis für Deutschland antreten, kubanische Boxer für andere Staaten (sogar für Aserbaidschan) Medaillen gewinnen oder afrikanische Läufer für die Türkei, skandinavische Länder oder das ölreiche Bahrain aufs Siegerpodest steigen. In dieser Hinsicht verzeichnet auch Rumänien eine Premiere: zum ersten Mal gewann ein eingebürgerter Athlet (der Russe tschetschenischer Abstammung Albert Saritov) eine Medaille (Bronze im Ringen, Freistil, 97 Kilo-Gewichtskategorie).

Die war sehr willkommen, denn die rumänische Olympia-Medaillenernte war so mager, wie schon lange nicht mehr: 1 x Gold (die Degenfechterinnen im Mannschaftswettbewerb), 1 x Silber (das Herren-Doppel Mergea/Tec˛u im Tennis), 3 x Bronze (Gabriel Sâncr˛ian im Gewichtheben, der Frauen-Achter mit Steuerfrau im Rudern und Albert Saritov). Enttäuscht haben vor allem die Turner und Turnerinnen die sich bekanntlich für die Mannschaftswettkämpfe in Rio nicht qualifizieren konnten. C˛t˛lina Ponor, Marian Dr˛gulescu und Adrian Muntean waren bei drei Finalen im Geräteturnen mit dabei, schafften aber nicht den Sprung aufs Siegertreppchen. Die Handballerinnen konnten leider den verpassten Auftaktsieg gegen Angola nicht wieder gut machen.

Die Dopingskandale hatten bereits im Vorfeld ihre Schatten auf Rio geworfen. In Frage gestellt wurde, ob Russland überhaupt die Teilnahme gestattet werden sollte, da behauptet wurde, der Staat fördere den Dopingbetrug. Letztendlich kam es zu einem Kompromiss – russische Leichtathleten und Gewichtheber mussten in corpore den Olympischen Spielen fernbleiben, weil das die betreffenden internationalen Fachverbände beschlossen hatten. Auch für Rumänien gab es Dopingskandale. Aber die Probleme des rumänischen Sportes beschränken sich leider nicht nur darauf.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter, 29.08 2016, 17:42
Durch eine Einbürgerung haben einige Sportler die Möglichkeit an olympischen Spielen teilzunehmen und Medaillen zu gewinnen, das ist meistens bei Sportarten der Fall, die in ihrem Heimatland einen großen Zulauf haben und somit die Auswahl groß ist. Für eine Nation sind auf diese Art gewonnene Medaillen nichts wert, das erinnert stark an die Zeiten des kalten Krieges, wo sich Länder, auch Rumänien, über den Sport eine weltweite Anerkennung erhofften.

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