OMV Petrom schließt Sonden und Raffinerie Arpechim

Samstag, 20. Februar 2016

Symbolfoto: freeimages.com

Bukarest (ADZ) - Die Leitung des Energieunternehmens OMV Petrom hat am Donnerstagnachmittag nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für 2015 – Petrom hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal nach der Privatisierung 2004 rote Zahlen geschrieben – mehrere bevorstehende Maßnahmen angekündigt. So soll laut dem für Exploration und Produktion zuständigen Direktor, Gabriel Selischi, die Ölproduktion in Rumänien 2016 um 4 Prozent gesenkt werden, nachdem 2015 rund 65,19 Millionen Barrel gefördert wurden (minus 1 Prozent gegenüber 2014).

OMV Petrom hat in Rumänien von mehr als 7500 Sonden bis Ende vergangenen Jahres 350 Sonden wegen niedriger Produktion geschlossen und weitere 20 sollen 2016 dichtgemacht werden. Die Produktivität vieler Sonden in Rumänien ist gering, weil die Ölfelder in der Regel bereits stark ausgebeutet sind. Saudi-Arabien zum Beispiel habe die Hälfte an Sonden, die Produktion liege jedoch um ein beachtliches Vielfaches höher, erklärte Selischi. Sofern die direkten Kosten nicht gedeckt werden, müsse die Schließung einer Sonde in Betracht gezogen werden.

Der durchschnittliche Produktionspreis sei zwar von 17,3 auf 13,2 US-Dollar je Barrel gesenkt worden, dieser beinhalte jedoch nicht die Amortisation und die Abgaben.

Generaldirektorin Mariana Gheorghe erklärte, dass die Raffinerie Arpechim geschlossen bleibe und nur die Lagerkapazitäten für Rohöl und Treibstoff benützt werden. Einen Käufer für die Raffinerie gäbe es nicht, sodass Arpechim wahrscheinlich aufgelöst werde. Insgesamt gäbe es in Europa ein Überangebot an Raffinerie-Kapazitäten.

OMV Petrom erwirtschafte im vergangenen Jahr 690 Millionen Lei Verluste nach einem Gewinn von 2,1 Milliarden Lei 2014. Das schlechte Ergebnis wurde durch die sinkenden Ölpreise verursacht, was zur buchhalterischen Verringerung der Aktivawerte im vierten Quartal um 1,9 Milliarden Lei geführt hat.

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