One World Romania in Bukarest

Festival für Dokus und Menschenrechte beginnt Montag

Samstag, 19. März 2016

Nächste Woche beginnt die neunte Auflage des Festivals für Dokumentarfilme und Menschenrechte One World Romania (21.-27. März) in Bukarest. Eröffnet wird das Festival zum ersten Mal im Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst. Die Gäste erwartet eine Multimedia-Erfahrung, zum ersten Mal werden Virtual-Reality-Brillen eingeführt. Auf dem Programm des ersten Abends stehen Cinty Ionescus Darbietung „Zwischen zwei Pillen“ und eine Performance mit Filmprojektionen auf menschlichen Körpern von Vava Ştefănescu und der Mannschaft des Nationalen Tanzzentrums Bukarest (CNDB). Ausgestrahlt werden drei Dokus aus der Auswahl dieses Jahres. Die Organisatoren wollen den Abend mit einem Konzert von Mohamad Zatari und Iosua Gale ausklingen lassen. Bei der Eröffnungsveranstaltung ist der Eintritt frei. Die Anzahl an Plätzen ist aber beschränkt.

Dokumentarische Computerspiele kann man bei dem Festival ausprobieren und sogar zwei der Entwickler kennenlernen: Anwesend werden Ludo Hekman und Michiel van der Ros von der Organisation „Butch and Sundance Media“ sein. Am Donnerstag präsentieren sie im Tschechischen Zentrum ihre Projekte und das Potenzial dieser neuen Industrie. Viele andere Veranstaltungen sind   eingeplant: Dem Publikum vorgestellt wird die DVD „Sahia Vintage II“, eine Debatte zum Thema „30 Jahre nach Tschernobyl“, eine Ausstellung mit Zeichnungen, die von 50 Grafikern aus der ganzen Welt gemacht wurden u. a.

Heuer gibt es neun Abteilungen: Euro-Schmerzen, Exodus, Vom Nahen Osten mit Liebe, Richtig oder Falsch, Hardcore, Arbeit, Kuckucksnest, Delikatessen und Kinedok. Zu den Filmen, die ausgestrahlt werden, zählt auch „Above and below“ (2015, Regie: Nicolas Steiner). Die schweizerisch-deutsche Koproduktion erkundet die zeitgenössische Existenz, die Hauptfiguren, die ihr Leben nach ihren Vorstellungen gestalten. Die Schweiz wird auch durch die Doku „Broken Land“ (2014) vertreten, bei der Stéphanie Barbey und Luc Peter Regie geführt haben. Dabei geht es um das Leben sieben amerikanischer Bürger, die in der militarisierten Zone an der Grenze zu Mexiko auf der US-Seite des Zauns wohnen. Diese bemerken die Spuren der passierenden Migranten, die sie niemals zu Gesicht bekommen. „Grozny Blues“ (2015, Regie: Nicola Belluci) ist eine klare und sensitive Untersuchung der Republik Tschetschenien – zwischen einer kriegsgebeutelten Vergangenheit und einer Gegenwart, die von politischer Unterdrückung gekennzeichnet ist. Die deutsch-französische Koproduktion „Demokratie“ (2015, Regie: David Bernet) folgt den Schlüsselfiguren hinter der Datenschutz-Grundverordnung der EU zwei Jahre lang. Komplexe Machtstrukturen werden in Momentaufnahmen von praxisbezogener Demokratie gezeigt.

Auch österreichische Filme werden ausgestrahlt: Die Doku „Gleichgewicht“ (2015, Regie: Bernhard Wenger) erzählt die Geschichte der 20-jährigen Denise, die täglich den Wiener Vergnügungspark Prater besucht, damit sie das Trauma der häuslichen Gewalt loswird. Für den Film „Wie die anderen“ (2015, Regie: Constantin Wulff) hat der Regisseur anderthalb Jahre im Psychiatriezentrum im Kreiskrankenhaus in Tulln verbracht. Das Kino-Erlebnis „Lampedusa im Winter“ (2015, Österreich-Italien-Schweiz) in der Regie von Jakob Brossmann bringt die kleine Gemeinde am Rande Europas ans Licht, die sich für Würde und Solidarität mit den Migranten einsetzt. Auf dem Programm stehen u. a. „Minor border“ (2015, Österreich) in der Regie von Lisbeth Kovacic, „One Million Steps“ (Deutschland-Türkei, Regie: Eva Stotz), „Only Barberry Remains“ (Deutschland, Regie: Lia Sudermann), „Ukrainian Sheriffs“ (Ukraine-Lettland-Deutschland, Regie: Roman Bondarchuk) und „Under the Sun“ (Russland-Lettland-Deutschland-Nordkorea, Regie: Vitaly Mansky).

Im Colţea-Park wird ein Zelt aufgestellt, das als Botschaft für das Festival funktionieren wird. Im Zelt wird eine Multimedia-Ausstellung eingerichtet, in der zehn Tage lang Fotos mit der europäischen Route der Flüchtlinge gezeigt werden. Nicht fehlen werden die Dokus und dokumentarischen Computerspiele, Musik aus dem Nahen Osten und aus Afrika. Das Festival wird vom Tschechischen Zentrum in Bukarest und dem Verein One World Romania veranstaltet, der Hauptpartner ist das Rechtsstaatsprogramm Südosteuropa der Konrad-Adenauer-Stiftung. Unterstützt wird das Festival vom Kulturministerium, von der Vertretung der Europäischen Kommission in Rumänien, dem Nationalzentrum für Kinematografie, ARCUB u. a. Zu den Partnern zählen verschiedene Botschaften, wie das Österreichische Kulturforum, die Botschaft der Schweiz in Rumänien, das Goethe-Institut u. a.

Einen Infopoint gibt es am Eforie-Kino, eine Eintrittskarte kostet 10 Lei und 7 Lei für Studenten und Rentner. Tickets für das Festival sind auch unter eventbook.ro erhältlich. Die Filme werden in den Kinos „Eforie“, „Union“, „Elvire Popesco“, Hollywood Multiplex und im Tschechischen Zentrum gezeigt. Das vollständige Programm kann unter der Webseite des Festivals  www.oneworld.ro/2016 abgerufen werden.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 19.03 2016, 15:14
schönes Bild von Röszke vom letzten Sommer hat man sich da als Werbesujet ausgesucht. Nur was hat das mit Menschenrechten zu tu? Es gibt kein Menschenrecht, sich als Flüchtling das attraktivste Aufnahmeland auszusuchen. Es gibt auch kein Recht auf illegalen Grenzübertritt. Aus dem Gebiet wo man aktiv unter Gefahr und Verfolgung steht, darf man laut Genfer Flüchtlingskonvention einmal eine Grenze illegal überqueeren, ins nächstgelegene sichere Gebiet. Dort muss man sich sofort bei der nächsten Polizei melden und dann sich in die Obhut dieses Staates, bzw. des UNHCR begeben. Die Menschen die hier am Zaun entlang gehen sind aber schon lange in Sicherheit, waren es schon in der Türkei, in Griechenland, in Mazedonien und auch in Serbien, wo sie sich auf dem Foto gerade befinden.

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