Onkologieklinik ist umgezogen

Palliativstation soll eingerichtet werden

Mittwoch, 09. Januar 2013

Die Onkologieklinik zog im ehemaligen Internatsgebäude um. Foto: Zoltán Pázmány

Die Rückerstattung des Gebäudes, wo die Onkologieklinik in Temeswar/Timişoara in Betrieb war, schlug bereits im Sommer 2012 hohe Wellen in den Medien. Kurz vor der Jahreswende zog nun die Klinik in ein neues Haus um. Das ehemalige Schulinternat des Temeswarer technischen Kollegs I. C. Brătianu (MIU) wurde dem städtischen Krankenhaus zugewiesen. So wurden hier neue Räumlichkeiten, Untersuchungsräume und neue Krankenstationen eingerichtet. Die Patienten müssen nun nicht mehr in Zimmern von sechs bis acht Personen und manchmal sogar zwölf Personen untergebracht werden.

Die Einrichtung der neuen Räume im ehemaligen Schulinternat am Victor-Babeş-Boulevard Nr. 22 startete Anfang November. Die Arbeiten wurden schnell erledigt, so dass die Kranken schon eine Woche vor Jahresende in das neue Haus umziehen konnten. Das Gebäude erstreckt sich auf insgesamt 1500 Quadratmetern und hat mehr Krankensäle, Behandlungs- und Untersuchungsräume als das alte Gebäude. Die Krebskranken verfügen nun über Krankensäle von zwei bis maximal vier Betten. Das Klinikgebäude hat zwei Stockwerke.

Im Erdgeschoss sind die Räume für sehr schwere Fälle eingerichtet, wo auch eine Palliativstation entstehen soll. Im ersten Stock ist das Ambulatorium und im zweiten Stock weitere Krankenzimmer. Die Gesamtinvestition der Einrichtung wurde vom Kommunalrat getragen. Etwa 600.000 Lei kostete der Umzug.

„Die Besitzer des alten Gebäudes begannen, uns zu erpressen, und hohe Mieten zu verlangen. Wir suchten schnell eine Lösung und schafften es, noch vor Jahresende ins neue Haus umzuziehen. Wir haben somit bewiesen, dass das Temeswarer Bürgermeisteramt nicht erpresst werden kann“, sagte Nicolae Robu, Bürgermeister von Temeswar, bei der Einweihungszeremonie. „Für das Jahr 2013 steht ein Projekt für ein neues Onkologieinstitut in Temeswar an“, sagte Facharzt Horia Vermeşan, der Leiter der Temescher Gesundheitsbehörde (DSP). Die Machbarkeitsstudie für das künftige Onkologieinstitut an der Torontaler Straße wurde bereits vollendet. „Dieses Institut ist sehr wichtig für unsere Region. Weltweit ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in der Welt, diese Krankheit muss erforscht werden, um Gegenmittel zu finden. Die Kranken sollen nicht mehr nach Szeged oder nach Österreich zum Allgemeinen Krankenhaus Wien fahren. Sie sollen auch hier gut diagnostiziert und behandelt werden können“, fügte DSP-Leiter Vermeşan hinzu.

Als Novum soll in der neuen Onkologieklinik auch eine Palliativstation eingerichtet werden. Die stationäre Hospizversorgung soll nun auch hier innerhalb der Klinik angeboten werden. Bis jetzt gab es innerhalb der Klinik keine solche Station. Die Menschen mit einer fortgeschrittenen unheilbaren Krebs-Krankheit wurden bis jetzt in Temeswar nur in den privaten Stationen „Hospiz für Palliativkrankenpflege“ der deutschen gemeinnützigen Hilfsorganisation der katholischen Kirche „Caritas“ oder bei Oncomed betreut.

„In der Palliativstation stehen den Patienten einerseits alle Möglichkeiten eines Krankenhauses zur Verfügung, wie zum Beispiel ärztliche Versorgung zu jeder Zeit. Andererseits ist die räumliche Gestaltung meist wohnlicher und die Gesamtatmosphäre ruhiger als auf anderen Krankenhausstationen. Wenn für diese Kranken sowieso nichts mehr gemacht werden kann, um sie zu retten, sollte man ihnen einen ruhigen Tod ermöglichen“, sagte Ştefan Curescu, der Leiter der Temeswarer Onkologieklinik. Bei der Onkologieklinik in Temeswar sind etwa 15.000 Patienten vermerkt. Dabei überwinden etwa 50 Prozent der behandelten Patienten die Krankheit. In einem Monat verfügen rund 1500 Personen über eine in Temeswar. Diese Patienten kommen nicht nur aus Temeswar, sondern aus der ganzen Region.

Das rückerstattete Gebäude, in dem die Klinik bis voriges Jahr in Betrieb war, gehört nun einem bekannten Roma-Clan in Temeswar. Der Mietpreis für die Klinik wurde bereits mehrmals im vergangenen Jahr erhöht, dabei versuchte der Besitzer, die Behörden sogar zu erpressen, um mehr Geld zu bekommen und drohte, in das Gebäude einziehen zu wollen, noch vor dem Ablauf des Mietvertrags. Der Vertrag sollte Ende des Jahres 2012 auslaufen, so dass die Kommunalbehörden entschieden, die Klinik in einem anderen Gebäude einzurichten. Dies ist bereits der dritte Umzug der Onkologieklinik seit ihrer Gründung in den 70er Jahren.

Kommentare zu diesem Artikel

marginean, 10.01 2013, 19:15
es ist nicht zu fassen, alles wird nur durch Erpressung und Betrug erreicht, die Zigeuner-Methoden haben Oberhand bekommen und denen kann nichts entgegen gesetzt werden.
Es sind in Rum.tausende historische Gebäude die der Schicksal der Klinik teilen, neureiche, verbrecherische "Eigentümer", unfähig, die Pflichten des Eigentums wahr zu nehmen oder der Wert des Objekts zu schätzen, alles daraus pressen um dann verfallen zu lassen.

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