Oschanitzky und Molière in Temeswar

Tanztheater nach Musik von Richard Oschanitzky

Samstag, 08. Juni 2013

Temeswar - In Premiere wird das Temeswarer Publikum im Ungarischen Theater „Csiky Gergely“ eine Theateraufführung zur Musik des Komponisten Richard Waldemar Oschanitzky erleben: Die Inszenierung „Tartuffe“ nach dem gleichnamigen Stück von Molière, Tanztheater in einem Akt zur Musik des frühverstorbenen Temeswarer Musikers und Pianisten, wird am kommenden Dienstag, um 19 Uhr, im Saal des Ungarischen Theaters über die Bühne gehen.

Für die Spielleitung zeichnet Attila Peuker, Vorsitzender des Vereins CooL.T., für die Choreografie Sergiu Ionuţ Anghel, die Kostüme stammen von Julien Alexandre und Maria Nastacă. Zur Besetzung zählen u. a. die Tänzer Cornel Bercea, Flavius Popa, Paul Lupu, Manuela Ardelean und Raisa Kadar. Für die Videoprojektionen zeichnet Attila Peuker. Eintrittskarten zum Preis von 16 Lei sind an der Kasse des Ungarischen Theaters erhältlich.

Ein großer Teil des umfangreichen Werks von Richard Waldemar Oschanitzky (1939 Temeswar-1979 Bukarest) blieb bis heute unveröffentlicht und ungespielt. Der vielseitige Komponist und Arrangeur wurde zeitlebens eher bekannt als Pianist, Dirigent und einer der bedeutendsten Jazzmusiker Rumäniens. Anfänglich als Bandleader und Pianist in Hotels tätig, leitete er darauf das Rumänische Rundfunkorchester und das Orchester des staatlichen Schallplattenverlags „Electrecord“, aber auch Orchester in der ehemaligen DDR und bei Radio London.

Vielbeachtete Konzerte im In- und Ausland gab er auch mit der bekannten Jazzgruppe „Freetet“ (Dan Mândrilă, Ştefan Berindei, Johnny Răducanu, Wolfgang Gütler und Eugen Gondi). Er komponierte auch sinfonische Werke für klassische Orchester, Big Band und Jazzsolisten, Kirchenmusik und Lieder. Oschanitzky schrieb die Filmmusik zu 25 rumänischen Spielfilmen. Er komponierte aber auch Musik für das Theater, so war er u. a. 1968 am Bukarester Bulandra-Theater erfolgreich mit seiner Musikbearbeitung zu der Inszenierung „Die Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht, mit Toma Caragiu und der Sängerin Margareta Pâslaru in der Besetzung, und in der Regie von Liviu Ciulei.

Auch die Musik des Musicals „Ich bin nicht der Eiffelturm“ von Ecaterina Oproiu stammt von Richard Oschanitzky. In Jassy gibt es alljährlich ein Jazzfestival, das seinen Namen trägt, 2005 wurde an der Tibiscus-Universität Temeswar eine Jazzabteilung „Richard Oschanitzky“ eingerichtet. In seiner Heimatstadt Temeswar trägt seit Jahren eine Straße seinen Namen.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*