Parlament: Schlagabtausch zwischen Cioloş und Dragnea

Premierminister stellte Wirtschaftseckdaten vor

Mittwoch, 21. September 2016

Regierungschef Dacian Cioloş (rechts im Bild) im Gespräch mit dem liberalen Parlamentsabgeordneten Cezar Preda. Davor hatte der Premier vom Rednerpult aus eine weitere Verbalattacke von PSD-Chef Liviu Dragnea abgewehrt.
Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Regierungschef Dacian Cioloş hat der Legislative am Montag die jüngsten Wirtschaftseckdaten vorgestellt und bei dieser Gelegenheit auch versichert, dass sein Kabinett entgegen aller Kolportationen keine Steueranhebungen, sondern lediglich „Vereinfachungen“ plant.

Cioloş sprach von einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum, dem damit verbundenen verbesserten Lohnniveau sowie von mehr Arbeitsplätzen (mehr dazu hier). PSD-Chef Liviu Dragnea monierte, das entspreche der Realität nicht. Das Wirtschaftswachstum ließ Dragnea einerseits zwar gelten, sah es allerdings als ausschließliches Verdienst der Vorgängerregierung unter Victor Ponta. Andererseits stellte der PSD-Chef die von Cioloş vorgestellten Eckdaten insgesamt in Frage – der Premier spreche „Technokratisch“, eine Sprache, die den Rumänen „fremd“ sei, besagtes Wachstum widerspiegele sich nämlich nicht „in deren Taschen“, so Dragnea.

Die Retourkutsche des Premiers erfolgte prompt: Das Problem liege wohl „eher darin, dass sich das Wachstum diesmal nicht in den Taschen der politischen Klientel widerspiegelt“, konterte Cioloş, der hinzufügte, “jene Sprache, die Herr Dragnea spricht“, erst gar nicht erlernen zu wollen, da es sich schlichtweg um eine „populistische und demagogische“ Rhetorik handele.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter, 21.09 2016, 14:22
P.S. Die ersten die vom Wachstum profitieren sind die Arbeitslosen und somit wiederum der Staat, er muss weniger Arbeitslosengeld zahlen und hat mehr Steuer- und Sozialversicherungs - Einnahmen.
Peter, 21.09 2016, 14:10
@giftschlange - Die Wirtschaft kann man sich als Flickenteppich vorstellen. Wächst z.B. Der Flicke Bergbau dann wird der Teppich als gesamter größer (es ist Wirtschaftswachstum vorhanden), der Flicke z.B. Hotel / Gaststätten wächst nicht. Es profitieren nur die Bergarbeiter, erst später profitiert auch der Flicke Hotel / Gaststätten. Denn jetzt fährt der Bergarbeit in Urlaub oder geht in ein Lokal zum Essen.
Kurz gesagt: Von einem Wirtschaftswachstum profitieren nicht sofort alle!
Volkswirtschaft und Gaunerei sind völlig unterschiedlich. Vielleicht sollte Herr Ciolos einen Grundkurs in Wirtschaftslehre belegen.
Thomas, 21.09 2016, 13:20
Das "könnte" ja sein. Aber ich werde das Gefühl nicht los man sollte der jetzigen Regierung eine weitere Legislaturperiode Zeit geben. Was in den Jahrzehnten zuvor passiert ist wissen wir alle. Egal von welcher Partei wir sprechen.
giftschlange, 21.09 2016, 10:32
Ein Wachstum vom welchem die überwiegende Mehrheit der BürgerInnen nichts verspürt,ist fraglich.Darum hat Dragnea nicht unrecht mit seinen Äusserungen im Parlament.

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