Parteikonvent: Liberaldemokraten wollen am 30. Juni neue Führungsriege wählen

Ex-Regierungspartei hat die Wahl zwischen alter Garde und Reformern

Dienstag, 19. Juni 2012

Bukarest (ADZ) - Auf einem außerordentlichen Parteikonvent wollen die oppositionellen Liberaldemokraten am 30. Juni ihre neue Führungsriege wählen, teilte deren geschäftsführender Parteichef, Emil Boc, am Sonntag mit.
Das Leitungskollegium der PDL stimmte mit 36 Stimmen für den außerordentlichen Konvent; für die Variante einer interimistischen Parteileitung bis nach den Parlamentswahlen vom Spätherbst sprachen sich nur 14 Leitungsmitglieder aus.

Am heutigen Dienstag tritt nun der PDL-Landesrat zusammen, um den Beschluss des Leitungskollegiums abzusegnen und die organisatorischen Details des bevorstehenden Konvents festzulegen, zu dem 1450 Delegierte erwartet werden.

Die ehemalige Regierungspartei hat dabei die Wahl zwischen Alt und Neu bzw. einer bisherigen Politgröße und einem Vertreter des sogenannten „Reformer-Flügels“. Eine dritte Variante über eine kollektive Parteiführung bis nach den Allgemeinwahlen fand den wenigsten Anklang.

Als Spitzenkandidat der „alten Garde“ dürfte Senatschef Vasile Blaga antreten, dem auch die meisten Chancen auf den Parteivorsitz eingeräumt werden. Blaga kann mit der Unterstützung einflussreicher PDL-Filialchefs wie Mircea Hava (Alba), Mihai Stănişoară (Mehedinţi), Gheorghe Ştefan (Neamţ) und Constantin Ostaficiuc (Temesch) rechnen. 

Der Reformer-Flügel dürfte entweder die Europaabgeordnete und frühere Justizministerin Monica Macovei oder den Europaabgeordneten Cristian Preda aufstellen, nachdem das Leitungskollegium eine Ausnahmeregelung billigte, damit auch neuere Parteimitglieder im Rennen um die Parteiführung antreten können. Der Flügel wird von PDL-Filialchefs wie George Scripcaru (Kronstadt), Dorin Florea (Muresch) und Gheorghe Falcă (Arad) unterstützt, die alle für eine Erneuerung der Partei und den Wiederaufbau der Mitte-Rechts-Bewegung in Rumänien plädierten. Einen Wink mit dem Zaunpfahl gab es auch für Ex-Regierungschef Mihai Răzvan Ungureanu: Dieser sei „ein Gewinn für die heimischen Mitte-Rechts-Kräfte, unabhängig von der Form, in der sich die künftige Zusammenarbeit gestalten“ würde, hob Emil Boc hervor.

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