Partnerschaft auf Augenhöhe

Brandenburg und Entwicklungsregion Zentrum unterzeichnen Vereinbarung

Mittwoch, 28. Juni 2017

Anne Quart führte Gespräche mit der politischen Führung der Region Zentrum in Sovata.
Foto: Klaus-Peter Krüger

Hermannstadt - Die Entwicklungsregion Zentrum und das Land Brandenburg führen seit über 15 Jahren enge Beziehungen und pflegen seit 2008 eine Partnerschaft. Ein Jahr vor dem 10-jährigen Jubiläum dieser Partnerschaft besuchte die brandenburgische Staatssekretärin für Europa und Verbraucherschutz, Anne Quart, die rumänische Partnerregion, um sich vom Stand der Beziehungen und von der Entwicklung vor Ort ein  Bild zu machen.

Ein Höhepunkt des Besuches war die Unterzeichnung einer Vereinbarung über die Fortsetzung, Intensivierung und Erweiterung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium der Justiz, für Europa und Verbraucherschutz und der Agentur für Regionalentwicklung Zentrum (ADR Centru) in Karlsburg/Alba Iulia durch die Staatssekretärin Anne Quart und Generaldirektor Simion Creţu. Neben den bisherigen Arbeitsschwerpunkten soll stärker auch die Zivilgesellschaft in die Gestaltung der Partnerschaft einbezogen werden. So werden Jugendbegegnungen und die unterschiedlichen Arten der Vorstellung der jeweiligen Region durch die Jugend selbst ausgeweitet. Gemeinsame Kultur- und Sozialprojekte werden die bisherige Zusammenarbeit ergänzen. Ein Wunsch beider Regionen ist es, neue gemeinsame Projekte und Innovationen in den Zukunftsbereichen der wirtschaftlichen Entwicklung bei der Umsetzung der Strategie der intelligenten Spezialisierung sowie in der Hochschulkooperation zu entwickeln. Zudem suchen staatliche und private Einrichtungen nach Wegen, die Berufsausbildung weiter zu reformieren und mehr Beispiele aus dem deutschen dualen System auch in der Partnerregion Zentrum umzusetzen.

Ein weiterer Höhepunkt war das Treffen der Staatssekretärin mit der politischen Führung der Region Zentrum, dem Regionalen Entwicklungsrat unter der Leitung des Präsidenten Tamás Sándor in Sovata. Die Staatssekretärin konnte sich davon überzeugen, dass die Partnerschaft in allen Kreisen der Region eine gleichermaßen anerkannte und wichtige Rolle in der bisherigen Entwicklung der Kreise spielt und man diese unkomplizierte und direkte Form des Erfahrungsaustausches und der effektiven Zusammenarbeit ausweiten möchte. Der Aufenthalt in der Region diente auch dem Austausch mit den Vorsitzenden der Kreise Alba, Covasna und Muresch und die Staatssekretärin folgte einer Einladung der deutschen Konsulin Judith Urban nach Hermannstadt/Sibiu, um sich über die Situation der Minderheiten, insbesondere der deutschen Minderheit in Siebenbürgen, auszutauschen. Eine Vielzahl von Gesprächen führte die Staatssekretärin mit Partnern auf lokaler Ebene wie den Bürgermeistern von Cugir, Mühlbach/Sebeş, Sovata, und dem Karlsburger Vizebürgermeister. Die Staatssekretärin zeigte sich beeindruckt von den Erfolgen der lokalen und regionalen Entwicklung: „Das Herangehen und die Ergebnisse ihrer Tätigkeit sind Zeugnis ihrer Anstrengungen in den letzten Jahren. So wünscht man sich eine lokale Verwaltung: modern, professionell und bürgernah“, so Anne Quart in Karlsburg. In Mühlbach beeindruckte vor allem die aufeinander aufbauende Planung, auf deren Grundlage die Stadtsanierung erfolgt, und beim Besuch in Sovata lernte die Staatssekretärin eine sehr lebendige Stadt kennen, die sich vor allem auf die Entwicklung des Balneartourismus konzentriert.

In Vorbereitung der Anfang Juli anstehenden Reise einer Schuldelegation aus Wittstock/Land Brandenburg besuchte die Staatssekretärin auch die mögliche rumänische Partnerschule, das deutsche Gymnasium in Mühlbach, und ließ sich von der Direktorin Verona Onofrei über das Schulsystem in Rumänien und die Vorhaben den Austausch betreffend informieren. Ein emotionaler Höhepunkt des Besuches waren die Führung im Kinderheim „Casa Onisim“ in Petersdorf/Petreşti durch dessen Leiter Matthias Müller und das anschließende Gespräch. Die Staatssekretärin meinte, sie hätte sich auch wohl vom „Virus transsilvanicus“ anstecken lassen und freue sich auf ihren nächsten Besuch und weitere Treffen mit Vertretern der Region Zentrum. Dazu wird es künftig im Ausschuss der Regionen, bei einem angestrebten Besuch der Vertreter des Regionalen Entwicklungsrates in Brandenburg oder anlässlich des 10. Jahrestages der Partnerschaft Gelegenheit geben.

Dr. Birgit Schliewenz

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