Personalvermittlungsfirma wird gefilzt

Wirtschaftspolizei geht dem Verdacht der Steuerhinterziehung nach

Donnerstag, 19. Januar 2017

Reschitza – Dieser Tage fanden bei der Personalvermittlungsfirma für Pflegedienste in Deutschland und Österreich, der ein Angestellter die Kundenkartei, Elektronik und 15.000 Euro entwendet hatte (ADZ berichtete in der Dienstagsausgabe), Durchsuchungen statt. Die Durchsuchungen werden von der Polizeidienststelle zur Untersuchung von Wirtschaftskriminalität des Kreisinspektorats der Polizei IPJ Karasch-Severin durchgeführt. Laut einem Kommuniqué der betreffenden Dienststelle wird „dem Vergehen der Steuerhinterziehung nachgegangen, aufgrund des Verdachts, dass die Administratoren der Firma nicht alle Einnahmen in der Buchhaltung registriert und entsprechend versteuert haben, Einnahmen, die hauptsächlich aus Vermittlungs- und Transportgebühren bestehen, aber auch für Summen, die für – gefälschte – berufliche Eignungspapiere für Altenpflegeaufgaben ausgefolgt wurden, für nie frequentierte Ausbildungskurse zu diesem Zweck. Letztend-lich auch für die Übersetzung dieser Papiere in die Sprachen der Zielländer der Dienstleistungen.“

Im Rahmen der Durchsuchungen wurden die Rechner konfisziert, auf denen die Angestellten der Firma arbeiteten, aber auch Einnahmen in Euro sowie Dokumente aus der Buchhaltung. Aus alldem sollen Beweise für ein Anklagedossier herausgefiltert werden. Die Wirtschaftspolizei geht von einer geschätzten Steuerhinterziehung von 100.000 Euro pro Jahr aus. Im entsprechenden Kommuniqué wird mit keinem Wort Bezug genommen auf den einige Tage vorher stattgefundenen Diebstahl von Geld, Gerätschaften und Personaldaten der Kunden und auf den Stand der polizeilichen Untersuchungen hinsichtlichdes Diebs, der sich weiterhin unbehelligt durch Reschitza bewegen soll. Die Firmenbesitzer gehen inzwischen davon aus, dass es sich um eine von der Polizei „bestellte“ Tat gehandelt haben könnte.
Und: „Das Ganze schaut aus wie eine Racheaktion der Polizei, weil wir uns an die Medien und an die Staatsanwaltschaft gewandt haben und die Lahmheit beanstandeten, mit welcher die Polizei die Aufklärung des Diebstahls in unserer Firma betreibt. Das Polizeiinspektorat will jetzt die öffentliche Meinung gegen uns aufbringen und sich ‘entschuldigen’ für diese Lahmheit mit dem Argument, die Firma sei ja eh nicht sauber gewesen... . Das ist die Erklärung, weshalb wir heute die Polizei vor der Tür hatten.“, schrieb der Firmenverwalter auf seiner Facebook-Seite.

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