Perspektive schön, Realzustand peinlich

Dem Kreisrat Karasch-Severin wurde der Zustand der Kreisstraßen dargelegt

Samstag, 07. Oktober 2017

Symbolfoto: pixabay.com

Zum ersten Mal seit Übernahme des Mandats hat der Kreisrat Karasch-Severin den Zustand jener Straßen unter die Lupe genommen, für die er die Verantwortung trägt: die Kreisstraßen (Kürzel: DJ). Gleichzeitig wurden die Kreisratsmitglieder darüber in Kenntnis gesetzt, in welchem Stadium sich die Vorarbeiten befinden, die zur Finanzierung der Sanierung von vier Fünftel der Karasch-Severiner Kreisstraßen führen sollen. Denn als erstes wurde bestätigt: Bloß jede fünfte Kreisstraße im Banater Bergland kann als in gutem Zustand befindlich bezeichnet werden.

Der Kreisrat Karasch-Severin verwaltet 39 Kreisstraßen mit einer Gesamtlänge von 878,7 km, von denen fast die Hälfte (46 Prozent) vom Kreisrat selber als „in schlechtem Zustand” bezeichnet werden. Sie benötigen „Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten”, hieß es auf der Kreisratstagung. Ein Drittel (genauer: 35 Prozent) sind in „mittelmässigem, eher schlechtem” Zustand, weil zu oft die laufenden Instandhaltungsarbeiten ausblieben und weil auch die „periodischen”, die Routineinstandhaltungsarbeiten, (mangels Geld) oft übersprungen wurden. Dadurch kamen viele Kreisstraßen in die Situation, Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten zu benötigen – wie alle anderen Straßen, die in schlechtem Zustand sind. Die restlichen 19 Prozent der Kreisstraßen – also etwa jede fünfte – werden vom Kreisrat als „in gutem Zustand befindlich” eingestuft.

Über das Nationale Programm für Kommunale Entwicklung PNDL kam Karasch-Severin in diesem Jahr auf Rang 2 unter den Verwaltungskreisen, was das Volumen der Geldzuwendungen für die Sanierung der Überlandstraßen von lokaler Bedeutung betrifft. Sieben Kreisstraßen aus dem Banater Bergland werden mit diesen Regierungsgeldern, angeblich in absehbarer Zeit, in Schuss gebracht.

Es handelt sich um die Kreisstraße DJ 585 Valeapai - Duleu - Grenze zum Verwaltungskreis Temesch (km 28+200). Dafür sind aus dem Staatshaushalt bereits 16.797.948 Lei zur Verfügung gestellt worden, für weitere Kreisstraßen DJ 608B Copăcele - Zorlencior 29.363.282 Lei, DJ 608B Zorlencior - Zorlen]u Mare 11.968.187 Lei, DJ 680A Maciova - Ciuta - Obreja 9.778.981 Lei, DJ 571 Anschluss von der Nationalstraße DN 57B nach Eftimie Murgu/Rudăria 12.365.071 Lei, die DJ 571G Gîrbovăţ - L²pu{nicu Mare 11.109.463 Lei und für die DJ 608B Constantin Daicoviciu/Căvăran - Copăcele 8.885.526 Lei.

Dass eine vernünftige Wiederaufnahme der Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten der Kreisstraßen im Banater Bergland nicht ohne allerhand Hürden vonstatten geht, darüber wurde an dieser Stelle bereits mehrmals berichtet (u. a. waren viele der Kreisstraßen nicht im Grundbuch als Besitz des Kreisrats registriert, also konnte der Kreisrat dort gar nichts investieren...). Nun ist die Direktion für Kreisstraßen des Kreisrats Karasch-Severin soweit, die Aktualisierung der technisch-ökonomischen Dokumentationen zur Sanierung der Kreisstraßen zu starten, desgleichen deren Angleichung an die gegenwärtig geltende Gesetzgebung. Bauvorbescheide mussten für jede einzelne Kreisstraße neu ausgearbeitet werden.

Neben den sieben ausgewählten Kreisstraßen kamen dann noch zwei hinzu, die wegen Überschwemmungsschäden auf die Dringlichkeitsliste gesetzt wurden. Allerdings übernahm diese Straßen die Nationale Gesellschaft für Investment in ihr Portefeuille. Das heißt auch, dass sie nun rundum erneuert werden (es handelt sich um die Kreisstraße DJ 587 Fârliug – Duleu und um den Abschnitt dieser Kreisstraße, der durch das Fârliug eingemeindete Duleu führt – dieser Abschnitt ist unter Code DJ 585 verzeichnet) und um die Kreisstraße DJ 572 Berzovia – Verme{. Wenn also die Aussichten für einige der Kreisstraßen 2017 und 2018 nicht schlecht sind, generalüberholt zu werden, so muss anderer-seits auch gesagt sein, dass der Kreisrat Karasch-Severin 2017 aus Eigenmitteln bloß vier Kreisstraßen instandgehalten hat. Weiß man dann noch, wie viele Quadratmeter das pro Straße waren, wird das Bild peinlich. Denn die Direktion für Straßeninstandhaltung des Kreisrats hat 2017 bloß die DJ 571C Orawitza - Rumänisch-Tschiklowa (Oraviţa - Ciclova Română) repariert (800 Quadratmeter Asphalt für zugestopfte Schlaglöcher), die DJ 581 Sevăşeni - Grădinari (1000 qm Asphaltplomben), die DJ 571E bei Lăpuşnicel (1000 qm Plomben) und die DJ 587 Păltiniş - Rugi (vier Kilometer Neuaufbau der Straßenbefestigung, „mit Zusatz von Straßenbaumaterial”). Wenig und peinlich.

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