Pferdewagenfahrt und Spiele

Rund 40 Teilnehmer beim zweiten Kindersprachferienlager in Seligstadt

Dienstag, 14. August 2012

Gemeinsam als Schutz gegen den Regen gebaute Laubütte.

Auch die Orgsatoreanin versuchten sich im Sackhüpfen.

Beim Gruppenmalen spielte der Herkunftsort keine Rolle.
Fotos: Winfried Ziegler

Hermannstadt - Die zweite Auflage des Kindersprachferienlagers der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Jugendorganisationen in Rumänien (ADJ) wurde vom 6. bis 12. August in Seligstadt/Seliştat durchgeführt. Der Erfolg der Veranstaltung aus dem Vorjahr sowie die zahlreichen Anfragen ließen den Organisatoren keine andere Wahl. Die Finanzierung sicherte auch heuer das Bundesministerium des Inneren der Bundesrepublik Deutschland.

Die rund 40 Teilnehmer im Alter zwischen 10 und 14 Jahren kamen aus Arad, Blasendorf/Blaj, Bukarest, Hermannstadt/Sibiu, Kronstadt/Braşov und Temeswar/Timişoara. Die meisten von ihnen hatten auch am ersten Sprachferienlager teilgenommen. Dieses Mal brachten sie ihre Freunde, Klassenkollegen oder Geschwister, die nun im passenden Alter waren, mit. Die Anderen erfuhren über diese Veranstaltung aus der Ankündigung in unserer Zeitung.

Das Jugendzentrum Seligstadt, das sich im ehemaligen Pfarrhaus und dem dazugehörenden Schulgebäude befindet, ist der perfekte Ort für eine derartige Freizeit. Seligstadt liegt nur 30 Kilometer von Fogarasch/Făgăraş entfernt, doch scheint der zum Teil ungeteerte Weg zwei Welten voneinander zu trennen: die Welt der modernen Kommunikation und die der Ruhe in der Natur. Der große Pfarr-, Schul- und Kirchhof sowie ein Obstgarten bieten Platz für Spiel und Spaß. Die umliegenden Wälder und Wiesen verführen zu Spaziergängen auf den markierten Wanderwegen.

Das Programm des diesjährigen Kindersprachferienlagers ließ den Kindern im Unterschied zum Vorjahr weniger Freizeit zu, doch keiner hat sich darüber beschwert. Die zahlreichen Gruppenspiele halfen, die Teilnehmer aus verschiedenen Städten näher zusammenzubringen und zu einer kleinen Gemeinschaft zusammenzuführen. Beim Basteln sowie bei vielen Gruppenwettbewerben lernten die Kinder besser miteinander zu kommunizieren und zu arbeiten, um das erwünschte Ziel zu erreichen. Beim Zeichenwettbewerb wurde nicht nur das Papier, sondern auch die Gesichter der Organisatoren bemalt. Bei einem ganztägigen Sportwettbewerb hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, mit anderen Kraft zu messen und ihre persönlichen Fähigkeiten zu zeigen. Der Naturlehrpfad erklärte die großen Zusammenhänge in der Natur.

Die große Expedition mit anschließender Pferdewagenfahrt zu einer Sennhütte stellte die Ausdauer der jungen Teilnehmer auf die Probe. Ein kurzer Regen zwang die Wanderer dazu, eine Hütte im Wald zu bauen. Doch kaum war sie fertig, hörte auch der Regen auf. Danach störte nichts mehr beim Durchführen der „olympischen Spiele“: Sackhüpfen, Leinwand-Fußball, Spinnenrennen und andere Disziplinen ermittelten die Sieger. Nach der körperlichen Betätigung schmeckte der von den Hirten frisch gemachte „Bulz“ (Schafskäse in Maisbrei) besonders gut. Manch einer hatte sich so gut gestärkt, dass er sich im Pferdewagenziehen anstelle eines Pferdes erfolgreich versuchte.

Das Wetter war dem Sprachferienlager und seinen Teilnehmern freundlich gesinnt. Einen ganzen Nachmittag, in brennender Sonne, amüsierten sich Kinder und Organisatoren bei unzähligen Wasserspielen: Niemand beschwerte sich über die willkommene Abkühlung. Ein weiterer Tag war den Volks- und Gesellschaftstänzen gewidmet. Die anfängliche Scheu überwanden die Jungen und Mädchen beim englischen Walzer, dem Braşoveancă-Tanz, der Zigeunerpolka oder beim schwungvollen Cha-Cha-Cha. Eine besondere Überraschung stellte die Schlafanzug-Party dar. Die Organisatoren bereiteten sie insgeheim vor. Nachdem die Kinder mit großer Mühe und viel Überredungskraft ins Bett gebracht worden waren, erklangen die Trommeln. Etwas erschreckt und unsicher schauten die verwunderten Gesichter aus den Schlafzimmern. Die Überraschung war gelungen.

Auch in diesem Jahr verflogen die sieben Tage des Kindersprachferienlagers fast unbemerkt. Am letzten Abend wurden die Sieger der Wettbewerbe ausgezeichnet und beschenkt. Beim Stockbrot am Lagerfeuer wurde gesungen und geplaudert. Eine Gruselgeschichte mit Happy End rundete das Beisammen ab. In der Auswertungsrunde am Sonntagmorgen bemängelten viele Kinder die kurze Dauer des Sprachlagers. Die Abschiedstränen flossen auch dieses Mal, doch werden die Vorfreude auf das Wiedersehen im kommenden Jahr sowie die lebhaften Erinnerungen helfen, die Trauer zu überwinden.

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