Pfingsttreffen in Neumarkt in der Steiermark

Reschitzaer waren wieder dabei

Mittwoch, 14. Juni 2017

Seit Pfingsten 1991 nimmt eine Abordnung des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ und des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen jährlich am Minderheitenseminar des „Karl Brunner“-Europahauses an der Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten teil. In diesem Jahr war es das 26. Mal. Hauptthema war in diesem Jahr vom 2. - 5. Juni 2017 „Minderheiten in Europa - zwischen Selbstbestimmung und Integration“. Begrüßungsworte sprach Prof. Franz Majcen, Obmann der Europäischen Föderalistischen Bewegung Steiermark, Landtagspräsident der Steiermark a.D. Am ersten Abend sprach Dr. Beate Sibylle Pfeil, Vertreterin Deutschlands im Sachverständigenausschuss der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen über „Minderheitenschutz in Europa - Initiativen des Europarates“.

Am Pfingstsamstag sprach  man über die deutschsprachige Volksgruppe in Slowenien als eine vergessene Minderheit. Veronika Haring, Obfrau des Kulturvereins deutschsprachiger Frauen „Brücken“ aus Marburg an der Drau / Slowenien schilderte den Ist-Zustand der einzigen deutschen Minderheit Ost-Europas, die nicht vom eigenen Staat als solche anerkannt wird. Zum selben Thema sprach anschließend der aus Leibnitz kommende Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat (Parlament), Josef A. Riemer. Der langjährige Landesschulrat für die slowenische Muttersprache im österreichischen Bundesland Kärnten, Dr. Theodor Domej aus Klagenfurt, präsentierte die Wanderausstellung des Demokratiezentrums Wiens „Das österreichische Minderheitenschulwesen - Sprachliche Vielfalt mit Geschichte“, gefolgt von den Ausstellungseröffnungen „500 Jahre Reformation - Fotografische Eindrücke aus der Lutherstadt, Geburts- und Sterbeort Martin Luthers Eisleben in Sachsen-Anhalt“ und der kleinen philatelistischen Ausstellung „Europa und Rumänien“, beide von Erwin Josef Ţigla aus Reschitza im Banater Bergland. Im Sitzungssaal des „Karl Brunner“-Europahauses folgte die Pfingstvorabendmesse, zelebriert von Pater Alfred. Musikalisch untermalt von Mitgliedern der Abordnung aus dem Banater Bergland sowie der Europahaus-Jugend der Pfarrei Neumarkt in der Steiermark.

Pfingstsonntagmorgen berichtete OSR Prof. Erich Wörister aus Axams / Tirol über „Österreich - Südtirol: 70 Jahre Pariser Vertrag und die Europaregion Tirol“, gefolgt vom ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten der Slowakei, Alexander Varga, zum Thema „Die EU als Schutzmacht der Minderheiten in Europa“ über die FUEN - Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten und ergänzend über den diesjährigen Kongress, der vom 17. - 21. Mai in Klausenburg/Cluj-Napoca / Rumänien stattfand. Interessant war für alle Anwesenden der Sonntagnachmittag, der zum Thema „Zusammenleben der Volksgruppen in Serbien am Beispiel Sandžak Novi Pazar“, Studenten der Universität „Novom Pazaru“ unter der Leitung von Mersija Camovic MA aus Novi Pazar / Serbien vereinte. Sie sprachen auf Deutsch über die Herausforderung, als Muslime in Serbien heutzutage zu leben. Der Abend klang unter dem Motto „Die stille Arbeit zwischen den Fronten - die Geschichte eines Zivildieners der Flüchtlingsrechtsberatung“, über den Umgang mit Flüchtlingen mit Richard Giefing vom European Unity Club in Graz aus. Am Pfingstmontag fand eine Exkursion zum Benediktinerstift „St. Paul“ im Lavanttal statt, das eine wertvolle Ausstellung von Büchern und Kunstwerken aus zwei Jahrtausenden und eine Sonderausstellung anlässlich des 300. Geburtstags Maria Theresias beherbergt.

Erwin Josef Ţigla

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