Piraten mit Plastikbeinen und Giraffen, die im Dunkeln leuchten

Das neue Buch von Thommi Baake „Die Rückkehr der Leuchtgiraffen“

Montag, 21. Januar 2013

„Die Rückkehr der Leuchtgiraffen“ mitsamt Hörspiel-CD ist ab sofort im deutschen Handel erhältlich. Für Rumänien kann das Buch im Internet bestellt werden.

Der vielseitige Künstler lässt in seinen Kinderbüchern der Fantasie freien Lauf: Da werden wilde Piratenscharmützel auf offener See gefochten, und zwar gegen einen langohrigen Kapitän, der sich gerne von der Crew beschimpfen lässt, solange er nicht mit langohrigen Tieren verglichen wird. Da werden kleine Squaws von rivalisierenden Indianerstämmen befreit und ein verwunschener König, der zu tief in den Jungbrunnen geschaut hat, wieder in einen alten Greis verwandelt, ehe ihm sein kindlicher Verstand zum Verhängnis wird und er noch einen Krieg zusammenbraut.

Wer auf der Suche nach wissenschaftlich ausgereiften Büchern ist, wird hier nicht fündig werden. Das ist die Thommi Baake-Garantie. Stattdessen liefert sein zweites Kinderbuch „Die Rückkehr der Leuchtgiraffen“, genau wie sein erstes Buch, skurrile Geschichten über skurrile Charaktere.

In fünf Geschichten wird das Kinderherz verwöhnt und wer keine Lust aufs Lesen hat, kriegt sogar noch ein Hörspiel dazu. Dieses entführt die Hörer auf die Insel Schwedemark, auf der fiese Trolle hausen. Gerade hier möchte die Familie Svensson ihren Urlaub verbringen. Da dürfte es nicht verwunderlich sein, dass die Kinder Stina und Tim von bösen Trollen entführt werden und so in ein unvergessliches Abenteuer stolpern. Zum Glück treffen die Kinder auch auf gutmütige Trolle, die ihnen helfen, wieder nach Hause zu finden.

Weg von Zuhause treibt es die Leuchtgiraffen in ihrem zweiten Abenteuer. Die nur 30 Zentimeter großen Giraffen Harald, Horst und Helga – die aufgrund des Zauberers Makaputschono im Dunkeln leuchten – sind es leid, sich ständig vor den gefährlichen Raubtieren Afrikas verstecken zu müssen. Darum bauen sie sich einen Ballon und brechen zur Reise auf. Nachdem sie den Atlantik überqueren und mit ihrem Ballon Richtung Nordamerika „fahren“ und nicht „fliegen“, wie es der Erzähler so schön unterstreicht, werden sie von einem Indianerjungen abgeschossen. Der kleine Manitan vom Stamm der Schuhohnen wurde von den drei Leuchtgiraffen erschreckt, weil – wie es der Name des Indianerjungen andeuten soll – „er sich immer zu schnell erschreckt, auch wenn er sich gar nicht erschrecken müsste“.

Thommi Baake zieht als Erzähler ständig Überraschungen aus dem Ärmel und baut eine lustige Geschichte nach der anderen auf. Schnell werden Charaktere skizziert und noch schneller wachsen sie einem ans Herz. Eigentlich könnten die Schuhohnen ein friedliches Leben in der nordamerikanischen Prärie führen, gebe es da nicht den verfeindeten Stamm der Schuhmitten. Der Jahre währende Konflikt zwischen den beiden Indianerstämmen rührt aus der Überzeugung der einen, dass man lieber barfuß durchs Leben schreitet, während die anderen sich ein Leben ohne Schuhe, seien es Turnschuhe, Stöckelschuhe oder Stiefel, nicht vorstellen können.

Das geht so weit, dass die Schuhmitten die kleine Mulani („das Mädchen, das gerne an Gänseblümchen schnuppert“) entführen und ihr gegen ihren Willen Schuhe anziehen.

Nicht weniger lustig geht es in der Piratengeschichte „Per Augenklappe und der Rote Kohrsar“ zu. Da werden Schiffe mit Holzbeulen von Schiffen ohne irgendwelche Beulen geentert. Da kämpfen wilde Affen auf beiden Seiten gegeneinander und es werden philosophische Gespräche darüber geführt, weshalb man sich denn Namen wie „Per Augenklappe“ oder „Mathilde Holznase“ zulegt. Denn eigentlich müsste der zehnjährige „Per“ keine Augenklappe tragen und das mutige Mädchen „Mathilde“ hat im Grunde keine Holznase. Und eigentlich müsste auch der fiese Kapitän mit den großen Ohren nicht „Kohrsar“, sondern „Korsar“ ohne „h“ heißen. Doch weil er so böse ist, müsste man den Namen fairerweise mit mehr als einem „h“ schreiben. Dann haut dieses „h“ doch irgendwie hin. Auch erfahren fleißige Leser, weshalb die Ratten als Letzte ein sinkendes Schiff verlassen und wie mutig eine Oberschiffsratte überhaupt sein kann.

Auch für die Mädchen hat Thommi Baake eine spannende Geschichte in seinem jüngsten Buch parat. In „Jasenka und das Wasser des Älterwerdens“ müssen drei Prinzessinnen aufbrechen, um ein Mittel zu finden, das ihren Vater wieder in einen alten Greis verwandeln soll. Der König hat nämlich zu lange aus dem Jungbrunnen getrunken und ist ein frecher Vierjähriger geworden, dessen Klappe so groß wie sein Königreich geworden ist.
Mit „Mona und Michael im Lande Drachonien“ hat sich auch eine Drachengeschichte in das neue Buch eingeschlichen, was natürlich jeden Drachenfan begeistern wird.

Überhaupt sind viele der Geschichte Fortsetzungen der Geschichten aus Thommi Baakes erstem Kinderbuch, wie es auch der Name des Buches andeutet: „Die Rückkehr der Leuchtgiraffen“.

Im Dezember las Baake in mehreren rumänischen Städten aus dem Buch vor und deutete bereits darauf hin, dass sich weitere Geschichten rund um „Per Augenklappe“ und die Leuchtgiraffen in Arbeit befinden. Man dürfte gespannt sein, wohin es die skurrilen Figuren aus Baakes Geschichten als Nächstes treibt.

Der Autor selbst versteht es, seinen Büchern und Figuren bei Lesungen Leben einzuhauchen. Da nutzt er seine langjährige Erfahrung als Schauspieler, Komiker und Showman. Das kommt auch auf der beigefügten Hörspiel-CD sofort rüber.

Das Buch kann ab sofort im Internet bei Amazon bestellt werden. Die Bibliothek des Deutschen Kulturzentrums Temeswar besitzt beide Bücher. Sie können also mühelos ausgeliehen werden. Weiterhin können Hermannstädter und Temeswarer die Bücher auch über die Erasmus-Buchhandlung oder die Buchhandlung „Am Dom“ erwerben.

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