PNL-Konvent: Klaus Johannis zum neuen Parteivorsitzenden der Liberalen gekürt

Allerdings keine Entscheidung zur Präsidentschaftskandidatur

Dienstag, 01. Juli 2014

Zwischen Klaus Johannis und Crin Antonescu wird es zur Präsidentschaftskandidatur eine Kampfabstimmung in der ständigen Mitgliederversammlung der PNL geben.
Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Klaus Johannis ist seit Samstag amtierender Parteichef der Liberalen – 1334 der insgesamt 1500 Parteidelegierten bestätigten den bisherigen Interimsvorsitzenden im Amt, lediglich 144 stimmten für seinen Herausforderer Ioan Ghişe.  Doch dürfte der neue Parteichef keineswegs zufrieden mit dem Ausgang des zweitägigen Konvents sein: Zum einen wurde er nicht als Spitzenkandidat der PNL und damit des bürgerlichen Lagers im Präsidentschaftsrennen vom Spätherbst aufgestellt, sondern musste angesichts lauter Rufe nach seinem Vorgänger Crin Antonescu einen Rückzieher machen. Zum anderen eckte Johannis bei den liberaldemokratischen Verbündeten an, nachdem er mit der Ankündigung überraschte, die PDL-Spitze habe sich einverstanden erklärt, ihren bisherigen Parteinamen abzugeben und nach der Fusion als Liberale zu firmieren.

Während die Fusion mit der PDL und der Beitritt der liberalen EU-Abgeordneten zur Fraktion der Europäischen Volkspartei EVP von den Parteidelegierten wie erwartet mit großer Mehrheit abgesegnet wurden und nicht einmal der Parteiaustritt einiger Tăriceanu-Anhänger für echte Überraschung sorgte, verblüffte indes die jähe Neuerstarkung des früheren Vorsitzenden Crin Antonescu. Nachdem Johannis ankündigte, die Parteiresolution über seine Kandidatur beim Präsidentschaftsrennen anzunehmen, wurden im Saal plötzlich Rufe nach Antonescu laut, der sodann kurzerhand bekannt gab, ebenfalls als Spitzenkandidat zur Verfügung zu stehen, sollte die Partei dies wünschen. Johannis zog daraufhin die Resolution über seine Kandidatur zurück: Er scheue zwar keinen Wettstreit, „auch nicht mit Herrn Antonescu“, doch sei dies nicht der richtige Zeitpunkt dafür – es gelte immerhin, den besten Kandidaten aufzustellen. Dieser soll nun von der ständigen Mitgliederversammlung der PNL festgelegt werden – und zwar in einer Kampfabstimmung, die Ende August/Anfang September erwartet wird.

Bis dahin wird der frischgebackene Liberalenchef auch die gehörig gesträubten Gefieder der PDL-Partner glätten müssen – nach seiner wenig diplomatischen Ankündigung über deren Namensänderung hagelte es Kritik aus den PDL-Reihen, deren Spitzen „mehr Respekt“ forderten. Johannis bedauerte schließlich auf Facebook, „Sensibilitäten verletzt“ zu haben.

Kommentare zu diesem Artikel

Hanns, 01.07 2014, 21:05
@Helmut - wer wäre denn Ihrer Meinung nach ein ehrlicher, charaktervoller, dynamischer Kandidat, dem das Volk wirklich vertrauen kann? Ich sehe niemanden weit und breit auf dem solche Eigenschaften zutreffen.
Manfred, 01.07 2014, 19:07
Helmut-wo in RO ist die Politik richtig sauber?Leider ist es in RO so,das es offensichtlich allen Parteien nur um die Macht geht,die PSD ist dabei Marktführer!Nenne mir mal einen PSD-Politiker,der die Souveränität hätte,Präsident zu sein.
Alexander, 01.07 2014, 19:03
Wer sich nicht durchbeißen kann, kommt nicht nach oben. Voraussetzung ist ein Netzwerk aus voneinander abhängigien und vor allem profitierenden Leuten.
Helmut, 01.07 2014, 17:52
Hier wurde uns ein echte Schmierenkomödie von miesen Akteuren geboten.Der eine von Machtrausch beseelt.Der andere kann es noch immer nicht glauben,dass ihm jetzt sein Busenfreund die Präsidentschaft streitig machen möchte.Dise Darbietung beim Parteitag der PNL zeigt,daß keiner von beiden die Würde und Fähigkeit besitzt Präsident des Landes zu werden.Hier geht es nur um ihre eigene Macht ,dass Land und die Menschen sind ihnen vollkommen egal.Nach langen Jahren benötigt das Land wieder eine/n ehrlichen,charaktervollen,dynamischen und dem Land ergebene/n Präsidenten/in.Die PSD und ihre Verbündeten wären gut beraten wenn sie eine/n solchen Kandidaten/in zur Wahl stellen würden.An der Spitze des Staates muß wieder eine Persönlichkeit stehen, welcher das Volk wirklich vertrauen kann.

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