Politisch motivierter Mord?

Ein PMP-Sympatisant wurde in der Gemeinde Domaşnea erstochen

Donnerstag, 30. Juni 2016

Reschitza - Es ist ein offenes Geheimnis, dass die PSD im Banater Bergland alles daranzusetzen bereit ist, um den Vorsitz des Kreisrats zu erobern. Im Rahmen ihres Abkommens mit der PMP, das ihr die einfache Mehrheit von 16 Stimmen sichert – und also den Kreisratsvorsitz – hat die PSD der PMP neben einem Vizepräsidentenposten auch zwölf Vizebürgermeisterposten in den Gemeinden sowie weitere Leitungsposten in kreisratsabhängigen Institutionen zugesagt. In einigen Gemeinden ist aber die Parteibasis nicht bereit, diese Entscheidungen der beiden Kreisvorsitzenden Ion Mocioalcă und Ionuţ Popovici mitzutragen. In Domaşnea und in Lăpuşnicel (dem in der ADZ bereits porträtierten „Reich der Canea“) beugen sich die PSD-Ratsherrn nicht den Ordern ihres Häuptlings Mocioalcă.

Statt in Domaşnea einen der beiden PMP-Ratsherrn zum Vizebürgermeister zu küren, wie abgemacht und versprochen, kürten die Ratsherrn den Vize der vergangenen Legislaturperiode neuerlich. Nur war der von der PSD, nicht von der PMP. Was etwa 100 Bürger, angeblich Mitglieder der PMP, vors Rathaus brachte, die drohten, nach Bukarest zu fahren, um sich beim Parteivorsitzenden Traian Băsescu zu beschweren. Abends, beim Nachhausegehen, wurde einer dieser PMP-Demonstranten mit einem Faustschlag niedergestreckt, schlug mit dem Hinterkopf auf den Asphalt auf und wurde erstochen, was von den Medien des Berglands als „politischer Mord“ eingestuft wurde. Der schwer Verletzte liegt im Krankenhaus Karansebesch, wurde notoperiert und ist noch nicht außer Lebensgefahr.

In Lăpuşnicel hingegen sind alle zwölf gewählten Ratsherrn aus der PSD ausgetreten, als ihr Kreismogul Mocioalcă sie aufgefordert hatte, das einzige PMP-Ratsmitglied zum Bürgermeistervize zu küren. Zudem wollen sie ihren Ex-Vorsitzenden wegen „politischer Druckausübung“ gerichtlich belangen, indem ihr Hauptargument die SMS sind, die er an sie verschickt hat. Pikant am Rande: Bürgermeister von Lăpoşnicel wurde Iliuţă Canea, der Sohn des verbissenen Porsche-Fahrers Ilie Canea. Iliuţă Canea, ein bekennender Manele-Fan und Manelist(inn)en-Freund, hat seit 2012 ein Strafdossier wegen Bandenbildung und Steuerhinterziehung, das aber immer noch nicht dem Gericht übergeben worden ist.


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