Politischer Paukenschlag in Temeswar

Spitzenkandidat Ciuhandu gibt Kandidatur auf

Freitag, 27. April 2012

Gheorghe Ciuhandu: Trotz guter Umfragewerte verzichtet er auf eine Neukandidatur. Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar – Es ist die Nachricht des Tages schlechthin: Gheorghe Ciuhandu steht der Union für Temesch (gebildet aus Bauernpartei PNŢCD und Deutschem Forum) als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters nicht mehr zur Verfügung. Für den Posten des Bürgermeisters seitens der Union wird nun der derzeitige stellvertretende Bürgermeister Adrin Orza in den Wahlkampf gehen. „Ich glaube, dass wir die persönliche Entscheidung von Herrn Ciuhandu akzeptieren müssen“, sagte Ovidiu Ganţ, Abgeordneter des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, der ADZ gegenüber. „Wir machen innerhalb der Union für Temesch weiter und unterstützen Adrian Orza, hoffen auf ein gutes Wahlergebnis, mit guten Chancen für unsere Kadidaten auf den Listen für Stadt- und Kreisrat“, setzte Ganţ fort, der glaubt „Ciuhandu wird in die Geschichte der Stadt als ein sehr guter Bürgermeister eingehen“.

Er sei im Rentenalter angelangt und möchte sich ab nun mehr seiner Familie widmen, sagte der seit 1996 amtierende Ciuhandu gestern der Presse. Vor den Medien zog er eine Bilanz seiner Amtszeit, verwalterisch sieht Ciuhandu die Union für Temesch als eine Alternative zu USL und PDL-UNPR, Gruppierungen mit denen er, Ciuhandu, keine Kompromisse und Allianzen eingehen wollte. „Ich hasse politische Migration“, sagte der amtierende Bürgermeister und „mit PDL, PSD und PNL bin ich nur dann Bündnisse eingegangen, wenn die Interessen der Stadt Temeswar auf dem Spiel standen“, so Ciuhandu, der eigenen Aussagen nach in den bisherigen Umfragen als sicherer Gewinner der zukünftigen Wahlen sei. Ciuhandu strebt jedoch nun den Generationswechsel an, und der soll mit dem 43 Jahre alten Adrian Orza vollzogen werden, der Vorsitzender der Bauernpartei in der Stadt Temeswar ist.


Orza sagte, er sei geehrt, dass ihm diese Aufgabe zukomme, als Kandidat der Union für Temesch dazustehen. „Ich bin der Jüngste unter den Kandidaten für das Temeswarer Bürgermeisteramt, habe jedoch die größte Erfahrung in der Kommunalverwaltung“, sieht Orza Vorteile bei seiner Kandidatur. Den Generationswechsel fordert Orza auch in der Stadtverwaltung: „Jene, die unsere Projekte nicht auf Hochtouren fortsetzen können, sollten jüngeren Leuten den Vortritt lassen“.


Durch die Politisierung der Verwaltung suchen viele Jugendliche eine Alternative in der Politik, um sich zu realisieren, andere Jugendliche, die etwas erreicht haben, blieben andererseits der Politik fern, schätzt Ciuhandu die derzeitige Lage ein. Was er sich selbst nach 16 Jahren als Stadtoberhaupt vorwerfen könne sei, dass er sich nie der für Rumänien typischen Politik anpassen konnte und manchmal zu nachsichtig war, „auch Mitarbeitern gegenüber“.

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