Polizei plant Schlag gegen Taschendiebe

Spezialbüro für Nahverkehr gegründet

Samstag, 06. September 2014

Höhere Aufmerksamkeit dem Nahverkehr: Mehr Polizisten sollen sich in Zukunft um die Sicherheit der Fahrgäste kümmern. Vor allem im Berufsverkehr mit vielen Reisenden erkennen Taschendiebe die Gunst der Stunde. Foto: Zoltán Pázmány

Auf den Straßen und in den Verkehrsmitteln von Temeswar/Timişoara sind Taschendiebe am Werk, die oft in Diebesbanden agieren. Dies bestätigt die Temeswarer Kommunalpolizei, indem sie vor Kurzem eine neue Abteilung zur Bekämpfung dieser Missstände gründete. Ab nun kommt dem Büro für Nahverkehr diese Aufgabe zu: Dessen Mitarbeiter sollen Taschendiebe ausfindig machen und festnehmen. Das sei jedoch schwerer getan als gedacht, erklärt die Kommunalpolizei, denn viele der Geschädigten wenden sich erst einmal gar nicht an die Polizei, sodass es fast unmöglich ist, die Straftäter zu ermitteln.

Diese neue Abteilung soll künftig das Departement für Öffentliche Ordnung innerhalb der Kommunalpolizei – das sich bisher um diese Anliegen kümmerte – entlasten.

So wurde das Büro für Nahverkehr gegründet, das diese Tage seine erste Sitzung zusammen mit den Vertretern der Nationalen Polizeibehörde in Temeswar, Abteilung Taschendiebstahl, und den Zuständigen aus dem Nahverkehrsbetrieb RATT abgehalten hat. Beim Treffen haben die RATT- Vertreter versprochen, sich dafür einzusetzen, dass die Zusammenarbeit zwischen Bus-, Trolleybus- und Straßenbahnfahrern einerseits und den Polizeibehörden andererseits wesentlich besser wird. Einer Mitteilung der Polizei zufolge, in der sie ihre Bilanz für das Jahr 2013 präsentiert, erfahren wir, dass im vergangenen Jahr 142 Großaktionen der Polizei im öffentlichen Nahverkehr stattfanden. Die meisten davon in Zusammenarbeit mit RATT, was darauf hinweist, dass es sich meistens um Schwarzfahrer handelt.

Die neue Abteilung, in der zurzeit sieben Polizisten tätig sind, soll sich aber exklusiv um die Sicherheit der Fahrgäste kümmern. Dabei soll sie sich nicht nur mit den Taschendieben beschäftigen, sondern auch mit anderen Personen, die das Gesetz missachten: Reisende, die in den Fahrzeugen Schaden anrichten oder diese verunreinigen, die Alkohol trinken oder Sonnenblumenkerne knacken, sowie diejenigen, die betteln und damit die Fahrgäste belästigen. Wer Krach auslöst oder Sachen transportiert, die die Fahrgäste stören, könnte ebenfalls bestraft werden.

„Eine Streife ist schon im Dienst“, so Daniela Seracin, Pressesprecherin der Lokalpolizei. Sie erklärt, dass die Routen und die überwachten Verkehrsmittel in Zeitabständen neu definiert werden, abhängig von den Beschwerden der Fahrgäste und des Unternehmens für Nahverkehr. Um die Fahrgäste zu ermutigen, Infos über die Straftäter bekannt zu machen, hat der Nahverkehrsbetrieb auf seiner Website ein Forum eingerichtet, wo Details über das Aussehen der Taschendiebe mitgeteilt und auch Fotos hochgeladen werden können. Außerdem wurde bei dem Treffen der Polizei auch eine Statistik vorgelegt, wonach Uhrzeiten und Trassen mit den häufigsten Diebstählen besprochen wurden. Gerade in dieser Richtung wird sich der Fokus der neuen Abteilung orientieren. „Die Stadtgebiete mit den häufigsten Vergehen dieser Art in Temeswar sind die Zonen um Hauptbahnhof, Kathedrale sowie um den Trajans-, Bălcescu- und Maria-Platz“, so Daniela Seracin.

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