Ponta zu Oltchim-Debakel: „Der Zirkus hat ein Ende“

Privatisierung des Chemiewerks endgültig gescheitert

Dienstag, 02. Oktober 2012

„Etliche Millionen Euro“ fuhr Dan Diaconescu am Montag in sieben Geldsäcken medienwirksam in einem Kleintransporter durch Bukarest – angeblich, um der Regierung Mittel für die ausstehenden Löhne der Oltchim-Belegschaft zur Verfügung zu stellen. Politbeobachter und Soziologen sind sich einig, dass er durch seine Privatisierungsfarce deutlich in der Wählersympathie zulegen wird – und zwar zum Nachteil der Regierungskoalition und des Premiers.
Foto: Mediafax

Bukarest (ADZ) - Premier Victor Ponta hat das Oltchim-Privatisierungsverfahren am Montagabend für gescheitert erklärt – der „Zirkus“ habe ein Ende, der vermeintliche Käufer Dan Diaconescu habe „weder die finanziellen Möglichkeiten noch den Wunsch“, das marode Chemiewerk zu übernehmen.

Die Regierung werde die Staatsanwaltschaft zwecks Ermittlungen über die Falschangaben, die Diaconescu während des Bieterverfahrens gemacht habe, einschalten, so Ponta. Ein neuer Privatisierungsanlauf für Oltchim werde 2013 erfolgen, jedoch nicht unter der Leitung des aktuellen Chefs der Privatisierungsbehörde für die Industrie, Remus Vulpescu, fügte der Premier hinzu. Wirtschaftsminister Chiţoiu bestätigte seinerseits, dass Diaconescu der Titel eines Auktionsgewinners abgesprochen wurde.

Der Skandalmoderator konterte prompt: Er werde gegen „Ponta und seine Regierung“ klagen, die sich mit Brachialgewalt gegen eine Privatisierung „zugunsten des Volkes“ stemme. Davor hatte er den ganzen Tag lang ein Medienspektakel sondergleichen geboten: Um von der Frage seiner Bonität abzulenken, suchte Diaconescu medienwirksam eine Bank auf, wo er „etliche Millionen Euro“ abhob – angeblich für die ausstehenden Löhne der Oltchim-Belegschaft. Von einem Journalistenheer verfolgt, begab er sich schließlich mit den Geldsäcken zum Wirtschaftsministerium, wo er er allerdings keinen Einlass mehr fand – die Show war für ihn gelaufen.

Kommentare zu diesem Artikel

Rudi, 03.10 2012, 08:06
Wenn da was geplant war, dann sicher nur über den D.D., denn bei einem Zustandekommen dieses Geschäftes, da hätten wieder alle mitkassiert ! Es war ja schon auch etwas komisch, das da aufeinmal wieder der Herr Videanu verstärkt mit invollviert war, und das sicher n u r zum Wohle des Staates, denn auch dieser ist nur für saubere Geschäfte bekannt !!
Schutziges Geschäft hin oder her, kennt jemand hier eine Privatisierung, die sauber gelaufen ist ? Da hätte auch einer von uns zur Verstreigerung gehen können, mit einem noch höheren Angebot den Zuschlag sichern, und dann nach einem dummen Investor zu suchen, der 10 o. 20 Mio. mehr bezahlt !!
Herbert, 03.10 2012, 01:45
Es scheint so als ob hier ein schmutziges Spiel läuft. Kann es nicht so gewesen sein, dass dieser Diaconescu aus wahltaktischen Gründen eine Show abgezogen und auf diese Weise ein von der Regierung bereits geplantes Geschäft vereitelt hat? Daher mußte Ponta nunmehr die Notbremse ziehen um doch noch alles in die richtige Richtung zu lenken.
Das würde auch den ganzen Dilanttismus dieser Privatisierung erklären.
Helmut, 02.10 2012, 21:55
Ein großes Lob für die rasche Entscheidung.Man fragt sich ist dieser Diaconescu ein Gauner oder total Verrückt(es gilt die Unschuldsvermutung) und reif für das Gefängnis oder für das Irrenhaus.Dieser Mann ist ein Schandfleck für die gesamte Geschäftswelt Rumäniens.Die Mehrheit der Medien sollten diese Person vollkommen ignorieren.

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