Populärwissenschaftliches Kompendium

Gernot Nussbächer fasst seine Corona-Hefte in einem Sammelband in rumänischer Sprache zusammen

Sonntag, 11. September 2016

„Caietele Corona – Contribuţii la istoria Braşovului“ (Corona-Hefte – Beiträge zur Geschichte Kronstadts), aldus Verlag Kronstadt 2016, 340 Seiten.

In Kürze erscheint ein neuer Band im aldus Verlag zur Geschichte von Kronstadt, dessen Autor der Historiker Gernot Nussbächer ist. Dieser kann auch als Geschenk sowohl für den Autor als auch den Verlag gewertet werden. Gernot Nussbächer hatte am 22. August seinen 77. Geburtstag, der Kronstädter aldus Verlag dessen Inhaberin Astrid Hermel ist, begeht diesen Herbst sein 25-jähriges Bestehen. Der in rumänischer Sprache erschienene 340 Seiten umfassende Band kann als populärwissenschaftliches Kompendium zur Geschichte der Stadt gewertet werden. Und als solches verbreitet in der Mehrheitsbevölkerung der Stadt, deren Großteil besonders aus dem östlichen Landesteil zugezogen ist, brächte es großen Nutzen für einen Einblick in die Geschichte von Kronstadt/Braşov – im Volksmund auch “Iaşov“ genannt. Denn viele unserer gegenwärtigen Stadtbürger haben kaum eine Ahnung von der ursprünglichen Bevölkerung, die als Kolonisten da angesiedelt wurde, und den Grundstein zu der Stadt und zu den die Jahrhunderte überdauernden Baudenkmäler legte, auf die heute diese Zugezogenen stolz sind, doch keine moralische Anerkennung – auch aus Unkenntnis – für die Leistungen dieser Vorgänger haben, die heute nur noch in absoluter Minderheit da vertreten sind. Da muss man sich nicht wundern, wenn man die unmöglichsten Auslegungen zur Geschichte der Stadt hört. Oft sind es sogar Reiseleiter, denen die Vergangenheit von Kronstadt völlig fremd ist. Daher wäre der nun aufliegende Band auch Geschichtslehrern zu empfehlen, um in ihren Unterrichtsstunden den Schülern eine objektive Stadtvergangenheit zu bieten.

Der aufliegende Band umfasst praktisch die in der Zeitspanne 2002 – 2006 erschienen fünf Corona-Hefte, die den rumänischen Leser mit der Stadtgeschichte vertraut gemacht haben, doch viel zu wenig Verbreitung fanden und heute längst vergriffen sind.

Das erste Heft umfasst einen Umriss zur Geschichte des Kronstädter Gebietes in den Jahren 1201 – 1300, sowie die Darstellung der Stadt bis 1600. Anschließend bezieht sich der Autor auf die ehemalige Brassovia-Burg auf der Zinne, stellt mehrere Basteien, die Stadttore, die beiden Wachttürme auf dem Raupenberg vor. Abgeschlossen wird das Heft mit einer Chronologie der Stadt, beginnend mit deren erster urkundlichen Erwähnung 1235, bis 1600, als Fürst Michael der Tapfere da weilte.

Das zweite Heft bietet Aufklärung über die erste urkundliche Erwähnung, über das Kronstädter Wappen und dessen Entwicklung während der Jahrhunderte. Auch wird da die Chronologie der Stadtgeschichte von 1366 bis zum Einmarsch der rumänischen Truppen nach der Vereinigung vom 1. Dezember 1918 fortgeführt.
Sehr aufschlussreich ist Heft 3, in dem Gernot Nussbächer auf die Verwaltungsinstitutionen in der Stadtgeschichte, einschließlich Verwaltungsformen wie die der Kreise (1925, 1930) und dann der Region Stalin eingeht. Heft 4 bietet einen ausführlichen Rückblick auf die Geschichte der Schwarzen Kirche, den Brand von 1689, andere Ereignisse, die in deren Geschichte Erwähnung fanden. Auch wird die Buchholz-Orgel dem Leser vorgestellt. Schließlich wird die Stadtgeschichte im Band 5, ausgehend von der geographischen Lage, deren Entwicklung ab dem 14. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg vorgestellt. Anschaulich sind die Bezugnahmen auch auf die Entwicklung der Bevölkerung, der Wirtschaft und des Schulwesens.

Der Autor hat einige Ergänzungen bezüglich der Erstausgaben der Corona-Hefte in Bezug auf neue Forschungsergebnisse vorgenommen, hat die Anmerkungen ergänzt, deren Gesamtzahl 744 beträgt, und somit den Leser zu weiteren bibliographischen Angaben führt. Auch werden einige der Beiträge durch Skizzen und Zeichnungen ergänzt, die die jeweiligen Dokumentationen abrunden. Da der Band durch ein Vorwort eingeleitet wird, hätte auf die Vorworte der vor einem Jahrzehnt erschienen Einzelhefte verzichtet werden können, obwohl sie aus der Sicht des Autoren von Bedeutung sind.

Abschließend enthält der Band biographische und berufliche Daten über den Autor, eine Auflistung seiner veröffentlichten Bücher, zu denen die 16 Bände der Serie „Aus Urkunden und Chroniken“ hinzukommen, der Bände die er in Kooperation mit anderen Historikern veröffentlicht hat, eine Liste der Sponsoren. Seine gesamte Tätigkeit wurde mit der Verleihung von in- und ausländischen Preisen und Prämien geehrt. Der unermüdliche Geschichtsschreiber arbeitet gegenwärtig an weiteren Büchern, die wir bei Veröffentlichung unseren Lesern ebenfalls vorstellen werden. Wir wünschen ihm, auch im Namen unserer Leser, weiterhin Gesundheit und Arbeitskraft anlässlich seines kürzlich begangenen Geburtstages.

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